Aquazoo-Direktor Dr. Jochen Reiter verlässt Düsseldorf in 2027

Die Tage von Dr. Jochen Reiter, Direktor des Aquazoo Löbbecke Museum, in Düsseldorf sind gezählt. Er wird zum 1. Juli 2027 die Leitung des Opel-Zoos in Kronberg im Taunus übernehmen.
Reiter leitet das Aquazoo Löbbecke Museum seit 2016, das allerdings erst im Herbst 2017 nach mehrjähriger Sanierung wieder öffnete. Da die Kosten aus dem Ruder liefen schaffte es der Aquazoo damals ins Schwarzbuch des Bundes der Steuerzahler. Zumal sich herausstellte, dass bei der Sanierung fehlerhaft gearbeitet worden war und aktuell eine weitere Teilsanierung stattfindet.
Aber der Zoologe Reiter verstand es das Haus nach vorne zu bringen und im Jahr 2025 gehörte es mit über 450.000 Besucher*innen zu den meistbesuchten Museen in Düsseldorf. Reiter führte auch den Artenschutzeuro ein, mit dessen Hilfe langjährige Partner im Natur- und Artenschutz erstmals nachhaltig unterstützt werden können.

Der Aquazoo war 2025 das beliebteste Museum in Düsseldorf, Foto: Archivbild
“Das einzigartige Zusammenspiel von Zoo, Aquarium und Naturkundemuseum habe ich immer als Glücksfall empfunden, um auf niedrigschwellige, spannende, interaktive und zugleich lehrreiche Art und Weise unsere Gäste für die Themen unserer Zeit nachhaltig zu begeistern: ob Natur- und Artenschutz, Erhalt der Biodiversität oder die Bedeutung unserer Sammlungen. Dem unermüdlich agierenden Team gebührt dabei meine größte Anerkennung. In Kronberg freue ich mich darauf, die erfolgreiche Entwicklung des Opel-Zoo fortzuführen, dabei seine besondere Tradition zu bewahren und zugleich neue Impulse zu setzen”, sagt Dr. Jochen Reiter.
Vor seiner Tätigkeit in Düsseldorf war Reiter unter anderem wissenschaftlicher Leiter des Zoo Duisburg sowie von 2002 bis 2006 Zooinspektor im Opel-Zoo.
Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller: “Das Aquazoo Löbbecke Museum ist ein Publikumsmagnet und begeistert über die Düsseldorfer Stadtgrenzen hinaus. Dr. Jochen Reiter hat die Wiedereröffnung des Aquazoos eng begleitet und das Institut mit viel Engagement geleitet und weiterentwickelt. Dafür danke ich ihm sehr. Mit seinem Wechsel zum Opel-Zoo kehrt er an eine frühere berufliche Wirkungsstätte zurück und übernimmt dort eine neue verantwortungsvolle Aufgabe. Für diesen nächsten Schritt wünsche ich ihm persönlich und beruflich alles Gute und viel Erfolg.”
Wie es nun mit dem Aquazoo Löbbecke Museum weiter geht, bleibt abzuwarten. Konkrete Vorstellungen und Vorschläge dazu hat Michael Fischer vom Freundeskreis Aquazoo Löbbecke Museum. Aus Sicht der Freunde und Förderer sollte das Aquazoo Löbbecke Museum in eine gemeinnützige GmbH gewandelt werden. Damit sei sichergestellt, dass erwirtschaftete Einnahmen direkt in die Entwicklung der Einrichtung fließen und ein schnelleres, flexibleres Handeln ermöglicht werde. Förderer und Sponsoren könnten dann für ihre Unterstützung Spendenquittungen erhalten. Fischer sieht eine solche Änderung als Zukunftssignal, das auch Einfluss auf die Suche nach einem Nachfolger habe. Dringenden Handlungsbedarf sieht Fischer bei den Räumlichkeiten für die Mitarbeitenden.