Düsseldorf: Die Drohnenshow weckte Erinnerungen an die Flossis

Ob es Absicht war – man weiß es nicht, aber die Drohnenshow am Dienstagabend (21.7.) unter dem Titel „Art in the Sky“ zeigte mehrere „Flossis“. Vielleicht können sich einige schon gar nicht mehr an die bunten Kunstwerke erinnern, die bis Mai 2018 eine Hausfassade an der Speditionsstraße im Medien-Hafen zierten und ein beliebtes Fotomotiv waren.

Die Flossis bei der Drohnenshow
Die Künstlerin „rosalie“ schuf 1998 die bunten Gesellen zur Eröffnung des Deutschen Kunststoff Museums im NRW-Forum. Damals dachte noch niemand daran, dass die Flossis einmal zum Wahrzeichen Düsseldorfers werden würden. Denn die Ausstellung war vorüber und die 29 Skulpturen wanderten vorerst in ein Lager. Aber schon damals waren sie bei den Besucher*innen beliebt und so erwarb die Firma Klüh die meisten der Figuren und schenkte sie der Stadt. Im Jahr 2002 wurden sie an der Fassade des Roggendorf-Speichers, an der Speditionstraße 15 und 15 a angebracht.

Die Stadt zeigte damals auf, warum eine Demontage erfordlich war, Foto: Stadt Düsseldorf
Doch es zeigte sich, dass die Witterung den Figuren arg zusetzte und durch altersbedingte Beschädigungen an der Außenhülle Wasser bis ins Innere eingedrungen war. Es hatte sich im Inneren angesammelt und erhöhte nicht nicht das Eigengewicht der Flossis, durch enthaltene Mikroorganismen und Mineralien entstanden weitere Schäden. Da die Gefahr des Absturzes der Flossis nicht auszuschließen war, wurden sie im Mai 2018 abmontiert und ins Restaurierungszentrum der Stadt gebracht.
Bereits 2022 beantwortete die Stadt eine Anfrage von Ddorf-aktuell: „Die Kulturverwaltung hat aufgrund der Vielzahl von zusätzlich zu den Kernaufgaben anfallenden coronabedingten Aufgaben verschiedene Themen zurückgestellt. Zum weiteren Vorgehen mit den Flossis auf Grundlage von Untersuchungsergebnissen wird zu gegebener Zeit eine Vorlage in den Kulturausschuss einbracht“.
Nach der Drohnenshow fragten wir erneut nach. Diesmal hieß es: „… Dabei zeigte sich, dass die verwendeten Materialien nur eingeschränkt für einen dauerhaften Einsatz im Außenraum geeignet sind. Derzeit wird geprüft, unter welchen Voraussetzungen die Kunstwerke künftig wieder gezeigt werden können. Ob und in welchem Umfang eine Restaurierung sinnvoll und technisch umsetzbar ist, hängt insbesondere von einer zukünftigen Nutzung sowie einem geeigneten, möglichst witterungsgeschützten Standort ab. Ein konkreter Zeitplan für eine mögliche Wiederpräsentation der „Flossis“ besteht derzeit nicht.“
Bleibt also die Hoffnung, dass wenigstens einige der Figuren ein neues Indoor-Zuhause finden. Ganz einfach wird es sicherlich nicht, denn alleine die Größe von 4,2 x 2,6 Meter der Figuren verlangt nach großen Räumen. In Zeiten knapper Kassen würden sich ja vielleicht auch für die ein oder andere Figur ein Käufer finden.
Eingelagert sind nicht nur die Flossis, wobei die Größe der 29 Figuren sicherlich viel Platz in Anspruch nimmt. Vergleichsweise klein ist da der Musikpavillon, der bis 2022 auf dem Heinrich-Heine-Platz stand. Diskussion über einen zukünftiger Standort gab es viele, aber auch er belegt immer noch Lagerfläche. Vielleicht schlummert auch hier ein Einsparungspotential für den Haushalt der Stadt?