Von Düsseldorf nach Schweden mit dem Gasballon

Am 1. Mai um 23:44 Uhr gab es die erste Meldung in den sozialen Netzwerken: „Wer weiß, was das für ein Ballon um 23:35 Uhr über Vennhausen ist? Ufo? Die Russen? Elon Musk?“. In 49 Kommentaren wurde spekuliert, was das wohl gewesen sein könnte. Nur einige wenige tippten auf einen Heißluftballon. Tatsächlich war es der Gasballon mit Pilot Volker Kuinke, der kurz zuvor auf dem Gelände des Düsseldorfer Aero-Klubs Am Kleinforst gestartet war.

Auf dem Gelände des Düsseldorfer Aero Klubs wurde der Start in der Nacht vorbereitet, Foto: Volker Kuinke
Was die wenigsten Düsseldorfer*in wissen: Der Aero-Klub hat eine der wenigen Anlagen, um Ballons mit Wasserstoff zu füllen. Gasballone werden oft mit Heissluftballonen verwechselt, von denen es in Deutschland über 1000 gibt. Während diese mit Gasflaschen und Brennern – recht laut – die Luft des Ballons erhitzen und so aufsteigen, werden Gasballone mit Wasserstoff gefüllt und erhalten damit ihren Auftrieb. Gasballone gibt es in Deutschland etwa 30 bis 40. Während die Heissluftballone nur etwa eine Stunde in der Luft bleiben können, ist die Fahrtzeit der Gasballone deutlich länger. Sie regulieren ihre Höhe durch das Abwerfen von Gewicht in Form von Sand oder dem Ablassen von Gas. Ansonsten fahren sie lautlos mit dem Wind und das kann viele Stunden dauern.

Fahrt duch die Nacht bei Vollmond, Foto: Volker Kuinke
Volker Kuinke ist seit 43 Jahren Pilot von Gasballonen und er konnte sich am 1. und 2. Mai einen Traum erfüllen. Da der Wind die Route der Gasballone bestimmt, braucht es gute Bedingungen für die Fahrt. Genau diese waren am Freitag und Samstag ideal und so versuchte Kuinke, was ihm bisher nie gelungen war: mit dem Ballon bis nach Schweden zu fahren. Noch im Hellen begannen die Vorbereitungen auf dem Platz Am Kleinforst. Mit Helfer*innen wurden die Sandsäcke gefüllt und dann der Wasserstoff in die Ballonhülle geleitet. Der Vollmond stand hoch am Himmel, als es kurz vor Mitternacht so weit war und Kunike mit seinem Team lautlos in die Luft ging und sich vom Wind immer weiter in Richtung Norden treiben ließ.

Die Fahrt wurde natürlich mit Fotos dokumentiert – und zu sehen gab es viel, Foto: Volker Kuinke
Von Müdigkeit war bei der Besatzung nichts zu spüren, denn die Aufregung überwog, ob sie das Ziel Schweden wirklich erreichen würden. Die Wetterlage war perfekt und im Morgengrauen erreichte man die Elbemündung und das Wattenmeer. Wegen der Fahrt über offenes Wasser hatten die drei Personen im Korb auch eine Seenotausrüstung dabei. Mit einem phantastischen Sonnenaufgang ging es weiter in Richtung St. Peter Ording. Der Wind führte den Gasballon immer weiter nach Norden. Und tatsächlich, um 17 Uhr wurde bei Halmstadt Schweden erreicht. Um 18:38 Uhr landete Kuinke und sein Team dann auf schwedischen Boden!

Ein Traum wurde wahr und Schweden nach 19 Stunden erreicht, Foto: Volker Kuinke
Wer sich nun fragt, wie alle wieder nach Hause gekommen sind, bekommt hier die Antwort. Das „Verfolgerteam“ war um 6 Uhr morgens mit einem Fahrzeug in Düsseldorf gestartet und erreichte den Landeplatz in Schweden noch am Abend. Nach dem Verladen des Korbs und des Ballons ging es dann für alle wieder zurück nach Düsseldorf.
Düsseldorfer Aero-Klub
Den Düsseldorfer Aero-Klub, Abteilung Freiballon, findet man Am Kleinforst 1 in Vennhausen und die Mitglieder freuen sich über interessierte Besucher*innen. Dort besteht auch die Möglichkeit sich als Pilot ausbilden zu lassen. Weitere Informationen und Kontaktmöglichkeiten finden sie hier.