Düsseldorf: Schutz der Bestäuber gegen die Asiatische Hornisse – dringend Nester melden

Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina) breitet sich aus und bedroht heimische Bienenvölker. Sie wurde als invasive Art eingestuft, denn sie jagt als Proteinquelle unter anderem Honigbienen und hat keine natürlichen Fressfeinde. Damit sind alle heimische Bestäuber wie Hummeln, Wildbienen und Honigbienen gefährdet. Während die einheimischen Hornissen (Vespa crabro) unter strengem Naturschutz stehen und als bedrohte Art gelten, ist besonders jetzt im Frühling die Bevölkerung aufgefordert, Nester der asiatischen Hornisse zu melden, damit diese von fachkundigen Hornissenberater*innen vernichtet werden können.

Beispiel für die streng geschützte europäische Hornisse, die deutlich wespenartiger im Rumpf aussieht
Für den Menschen sind beide Hornissen-Arten eher ungefährlich, solange man sich nicht dem Nest nähert. Vor Meldungen von Nestern ist es wichtig, die Arten zu unterscheiden. Auffällig ist die unterschiedliche Körperfärbung: Während bei der Europäischen Hornisse der Kopf rötlich bis schwarz gefärbt ist, hat die Asiatische Hornisse einen schwarzen Kopf mit orangener Stirn. Der Körper der Europäischen Hornisse ist rotbraun und eher einer Wespe ähnlich. Der Körper der Asiatischen Hornisse ist dunkler, die vorderen Segmente sind schwarz und nur die Spitze ist orangegelb gefärbt. Die Europäischen Hornisse hat dunkle Beine, die Asiatische Hornisse ist an ihren gelben Beinen zu erkennen.

Vergleich Europäische Hornisse (links) und Asiatische Hornisse (rechts) – Grafik: NABU Berlin
Im Frühjahr bauen die Asiatischen Hornissen ihre Nester in regengeschützten Bereichen, wie in Garagen, Gartenhäusern oder an Vorsprüngen. In den Monaten Februar bis Mai sind diese oft nur etwa tennisballgroß. Für die Bürger*innen ist wichtig zu wissen, dass alle Nester gemeldet werden müssen. Allerdings ist die Entfernung auf Privatgelände Sache des Eigentümers. Die Stadt wird nur aktiv, wenn es sich um öffentliche Flächen handelt. Ansprechbar für Nester auf öffentlichen Flächen ist die Untere Naturschutzbehörde beim Garten-, Friedhofs- und Forstamt der Stadt Düsseldorf, Kontakt über Mail an artenschutz@duesseldorf.de .

Beispiel für ein Primär-Nest (ab Feb-Juli) der asiatischen Hornisse – diese müssen entfernt werden, da es sich um eine invasive Art handelt, Foto: venedu
Velutina-Netzwerk

Sekundär-Nester (ab Juli/August) der asiatischen Hornisse sind deutlich größer – sie müssen entfernt werden, da es sich um eine invasive Art handelt
In Düsseldorf hat sich das Velutina-Netzwerk gegründet, dass sich für die Eindämmung der Asiatischen Hornisse einsetzt. Ziel ist es, die Bürger zu informieren und bei Meldungen die Nester zu entfernen. Mitglieder des Netzwerkes sind Privatpersonen, in der Regel Wespen- und Hornissenberater*innen, die ehrenamtlich tätig sind und sich mit großem Engagement und Herzblut für den Schutz der Biodiversität in Düsseldorf einsetzen. Die Gruppe ist auf Spenden sowie Aufwandsentschädigungen angewiesen. Die fachgerechte Entfernung von Nestern der Asiatischen Hornisse erfolgt ausschließlich von geschulten Personen in speziellen Schutzanzügen und mit Gesichtsschutz. Kleine Nester können in der Regel unkompliziert und kostenlos mit geringem Aufwand entfernt werden. Ab Ende Mai bis in den Dezember hinein wachsen die Nester deutlich an. Diese Nester sind dann in der Natur in Bäumen, Hecken und an Hausfassaden zu sehen. Die Entfernung ist dann mit größerem Aufwand verbunden und die Kosten (circa 100 bis 300 Euro) sind abhängig von Höhe, Zugänglichkeit, notwendigem Equipment und erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen. Viele Gebäudeversicherungen übernehmen die Kosten für die Entfernung von Hornissennestern.
Thomas Fels vom Velutina-Netzwerk Düsseldorf.de betont, dass die Initiative seine Arbeit als Beitrag zum Schutz der biologischen Vielfalt versteht und alle ehrenamtlichen Mitglieder aus Überzeugung handeln, da sie der rasanten Ausbreitung der Asiatischen Hornisse und der damit verbundenen Bedrohung für heimische Bestäuber nicht tatenlos zusehen wollen.
Weitere Schädlingsbekämpfer
Alternativ können sich Privatpersonen auch an die Experten vom Deutschen Schädlingsbekämpferverband wenden. Hier gibt es weitere Informationen. Dort gibt es online Listen mit Fachleuten. Es wird davon abgeraten Firmen zu beauftragen, deren Qualifikation nicht bestätigt ist.