Russe wird als Sieger beim Düsseldorfer Marathon gefeiert

Während – laut für uns nicht überprüfbaren Berichten internationaler Medien – in der Ukraine allein am Samstag und Sonntag mehr als 20 Menschen durch russische Drohnen, Raketen und Schüsse zu Tode kamen und mehrere Dutzend Kinder, alte Menschen, Frauen und Männer, zum teil schwer verletzt wurden, jubelte Düsseldorf am Sonntag (26.4.) einem russischen Läufer zu. Dimitrii Nedelin gewann den Uniper Düsseldorf Marathon. Der Mann mit dem rosa Nasenpflaster und der Startnummer 5590 war bei Kilometer 35 zur Verwunderung aller den weltbesten Läufern aus Kenia und Uganda davon gelaufen. So als habe er – woher auch immer – extra Kraftreserven. Im Ziel lag er knapp drei Minuten vor dem Zweitplatzierten Samuel Kiplimo Naibei aus Kenia (2‘11‘‘45). Dritter wurde Geoffrey Kimutai Koech aus Kenia mit einer Zeit von 2‘12‘‘01. D.Sports betonte, dass der Russe nicht über das Elite-Management eingeladen wurde, sondern auf eigene Faust startete.

Der Start des Uniper Düsseldorf Marathon am 26.04.2026, Düsseldorf. ; Foto: Kenny Beele
Ein Chat komplett auf Russisch
Bereits am frühen Morgen hatten russische Nutzer*innen den Chat zum Lifestream des Düsseldorfer Marathons geflutet. Es gab ausschließlich Botschaften in kyrillischer Schrift. Die Moderator*innen des Livestreams feierten begeistert einen neuen „russischen Laufrekord“. Zuvor hatte Nedelin laut Internet-Notizen unter anderem in Moskau vergeblich versucht, den Landesrekord zu verbessern. Bei der Moderation, die Nedelin als Überraschungssieger feierte, fiel kein einziges Wort über den Krieg in der Ukraine, wo das Bombardement der russischen Streitkräfte im Osten des Landes mehr als 20 Stunden gedauert haben soll.

Das Zuschauer-Schild kann motivieren – muss es aber nicht. Foto: Karina Hermsen
Drei Kenianerinnen bei den Frauen auf dem Siegertreppchen
Das waren in Düsseldorf die schnellsten Frauen beim Marathon: Tecla Jelimo Kibet aus Kenia siegte mit einer Laufzeit von 2‘25‘‘15. Dahinter kamen zwei weitere Kenianerinnen ins Ziel: Rebecca Kangogo Chesir brauchte 2‘11‘‘35. Auf Platz drei landete Rebecah Jeruto Cherop mit 2‘27‘‘46.

Die drei Läufer vorn sind Pace-Maker – dahinter laufen nach etwa einer halben Stunde nach dem Start des Marathons die drei aussichtsreichsten Frauen aus Kenia. Foto: Karina Hermsen
Beim Halbmarathon gab es einen Düsseldorfer Doppelsieg. Hendrik Pfeiffer von den Düsseldorf Athletics lief in 1‘04‘‘04 ins Ziel. Seine Ehefrau Esther Pfeiffer, ebenfalls Düsseldorf Athletics, war am Ende mit einer Zeit von 1‘08‘‘38 die schnellste Frau beim Halbmarathon.
Rund 23.000 Läufer*innen waren in Düsseldorf am Start, so die Vorabinformation der Veranstalter, die damit einen neuen Anmelderekord verzeichnete. Bereits um 8 Uhr gingen mehrere Tausend Läufer*innen zum Halbmarathon auf die Strecke. Um 9.55 Uhr begann mit etwa zehn Minuten Verspätung der Marathon. Mit dabei war auch die deutsche Olympia-Teilnehmerin Debborah Schöneborn, die am Ende bei den Frauen mit einer Zeit von 2‘36‘‘45 auf dem sechsten Platz landete.

Je länger man läuft, desto willkommener sind die Rufe vom Straßenrand. Foto: Karina Hermsen
Staffeln und Musik entlang der Strecke
Die Staffeln starteten ab 10.15 Uhr und bilden den Abschluss des Marathon-Events in Düsseldorf. Entlang der Strecke sorgten laut Veranstalter insgesamt 39 DJ-Stationen für Stimmung und Musik.
Kinder- und Jugendläufe schon am Samstag
Anders als im vergangenen Jahr fanden die Kinder- und Jugendläufe bereits am Samstag statt.
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alle Fotos: Karina Hermsen











