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Home›Düsseldorf›Düsseldorf: In 12 Tagen entscheiden die Bürger*innen über die Olympia-Bewerbung der Region Rhein-Ruhr

Düsseldorf: In 12 Tagen entscheiden die Bürger*innen über die Olympia-Bewerbung der Region Rhein-Ruhr

Von Ute Neubauer
7. April 2026
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Beispiel für die Abstimmungsunterlagen für den Bürgerentscheid

Mittlerweile dürften alle wahlberechtigten Düsseldorfer*innen die Briefwahlunterlagen zum Bürgerentscheid über die Bewerbung um die Olympischen und Paralympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044 erhalten haben. Sicherlich haben viele diese auch bereits zurückgeschickt, denn es wird ausschließlich per Briefwahl abgestimmt, Wahllokale werden am 19. April nicht geöffnet sein. Rund 472.000 Düsseldorfer*innen sind gebeten auf den Stimmzetteln auf die Frage: “Sind Sie dafür, dass sich die Landeshauptstadt Düsseldorf an der gemeinsamen Bewerbung der Region Rhein/Ruhr um die Olympischen und Paralympischen Spiele im Jahr 2036, 2040 oder 2044 beteiligt?” mit “Ja” oder “Nein” zu antworten. Der hellrote Abstimmungsbrief soll dann kostenfrei mit der Post oder durch persönliche Abgabe bis spätestens zum 19. April 2026, 16 Uhr beim Amt für Statistik und Wahlen eintreffen.

Was bedeutet der Bürgerentscheid eigentlich

Zahlreiche Politiker*innen und Persönlichkeiten aus Düsseldorf werben derzeit für ein „Ja“ zur Olympia-Bewerbung.
Neben Düsseldorf sind es 16 weitere Städte in der Region Rhein-Ruhr, in den rund vier Millionen Bürger*innen bis zum 19. April ihre Stimme abgeben sollen. Denn Aachen, Bochum, Dortmund, Duisburg, Düsseldorf, Essen, Gelsenkirchen, Herten, Köln, Krefeld, Leverkusen, Mönchengladbach, Monheim am Rhein, Oberhausen, Pulheim, Recklinghausen und Wuppertal wären Austragungsorte, sollte die Bewerbung erfolgreich sein. Dafür müssten in Städten wie Düsseldorf (mehr als 100.000 Einwohner*innen) zehn Prozent der Abstimmungsberechtigten mit „Ja“ stimmen. Sollten sich die Bürger*innen in einer der 17 Kommunen gegen die Bewerbung aussprechen, würden dort nichts stattfinden und alternative Austragungsplätze gesucht werden. Aber auch wenn überall zugestimmt wird, bedeutet das nicht, dass es wirklich Olympische Spiele in der Region geben wird. Denn auch die Städte München, Hamburg und Berlin haben sich beworben. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) entscheidet final am 26. September, mit welcher deutschen Stadt man sich bewerben wird. Die Entscheidung des Internationalen Olympische Komitees (IOC) fällt dann in 2027.

Was spricht für und gegen die Bewerbung

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) schätzt die Kosten der Olympischen Spiele für die Region Rhein-Ruhr auf 4,8 Milliarden Euro – wobei sich bisher in der Regel die Kostenschätzungen als zu niedrig erwiesen haben. Da die erwarteten Einnahmen durch IOC-Beiträge, Sponsoring, Ticketverkäufe sowie Medien- und Vermarktungsrechte auf über 5 Milliarden Euro geschätzt werden, wird das finanzielle Risiko von den Befürwortern als gering erachtet.

Die Linke Ratsfraktion Düsseldorf lehnt die Bewerbung der Region Rhein-Ruhr um Olympische Spiele ab, da sie die Kosten als unverhältnismäßig hoch ansieht. Düsseldorf hätte Kosten beispielsweise für Sicherheit und Infrastruktur selber zu tragen und diese seien erheblich. Außerdem hätten Millionen Gäste nicht nur positive Auswirkungen. Die Partei befürchtet eine Überlastung von Bahnstrecken und Straßen sowie höhere Mieten, Massenüberwachung und hohe Sicherheitsauflagen. Die finanziellen Risiken trügen allein die veranstaltenden Städte.

Die Stadt Düsseldorf und die Parteien CDU, Grüne, SPD/Volt und FDP sprechen sich für eine Ausrichtung Olympischer und Paralympischer Spiele aus. Damit seien bedeutende volkswirtschaftliche Effekte, wie internationale Standortstärkung, neue Arbeitsplätze sowie wirtschaftliche Impulse für Tourismus, Handel und Dienstleistungen, verbunden. Als Vergleich wird angeführt, dass bei den Spielen in Paris beispielsweise rund 181.000 Arbeitsplätze in Bau, Organisation und Tourismus entstanden seien. Die Durchführungskosten seien durch Einnahmen gedeckt und öffentliche Mittel seien grundsätzlich nur für staatliche Aufgaben wie Sicherheit oder medizinische Versorgung vorgesehen. Die Höhe von Investitionskosten für Modernisierung von Sportstätten, Ausbau der Verkehrs- und Mobilitätsinfrastruktur, Digitalisierung sowie Barrierefreiheit können noch nicht genau beziffert werden. Allerdings sollen ausschließlich bestehende oder temporär ertüchtigte Sportstätten genutzt werden und die Infrastruktur sei bereits weitgehend vorhanden. Düsseldorf habe bereits bei den Invictus Games, der Fußball-EM und Megakonzerte bewiesen, dass man internationale Großveranstaltungen könne.

StichworteBürgerentschiedOlympia Bewerbung
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