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Home›Top News›Düsseldorf: Testbetrieb für fahrerlose Shuttles im öffentlichen Straßenverkehr startet im Mai

Düsseldorf: Testbetrieb für fahrerlose Shuttles im öffentlichen Straßenverkehr startet im Mai

Von Ute Neubauer
26. März 2026
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(v.l.) Malte Seifert (Messe Düsseldorf, Director XPONENTIAL Europe), Wolfram N. Diener (Messe Düsseldorf, Vorsitzender der Geschäftsführung), Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller, Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder, Win Neidlinger (Geschäftsführer/CEO MIRA), Annette Grabbe (Vorständin Rheinbahn), Bernd Jablonowski (Messe Düsseldorf, Executive Director Trade Fairs) beim Fototermin vor dem MIRA-Fahrzeug, Foto: Rheinbahn

Der Testbetrieb für ein teleoperiertes (fahrerloses) Shuttle soll vom Flughafen-Bahnhof und EUREF-Campus zum Flughafen-Terminal und zurück im Mai 2026 starten und verläuft vollständig im öffentlichen Straßenverkehr. Rheinmetall, MIRA und Rheinbahn arbeiten bei dem Pilotbetrieb zusammen und informierten im Rahmen der Fachmesse XPONENTIAL Europe über das neue Projekt.

Die Fernsteuerung von Fahrzeugen wird bei dem Pilotprojekt als zentrale Technologie für den flexiblen und wirtschaftlichen Einsatz bedarfsgerechter Shuttlefahrzeuge im urbanen Raum erprobt. Die Fahrzeuge werden aus einem Leitstand präzise gesteuert und kontinuierlich überwacht – ohne Fahrer im Fahrzeug. Während der Testphase begleitet ein Mensch als „Safety Driver“ den Betrieb und sorgt für zusätzliche Sicherheit. Ziel ist es, die Technologie unter realen Verkehrsbedingungen weiterzuentwickeln und systematisch zu überprüfen. Dabei sollen die Betriebssicherheit und Systemstabilität sowie die Integration in bestehende Verkehrs- und Leitstrukturen analysiert werden. Außerdem wird überprüft wie die Akzeptanz bei Fahrgästen ist und wie sich die Wirtschaftlichkeit und Skalierbarkeit darstellt. Die gewonnenen Erkenntnisse bilden die Grundlage für einen möglichen späteren Einsatz im öffentlichen Verkehr sowie für weitere Anwendungsfelder – etwa in der Logistik oder Landwirtschaft.

Der Pilotbetrieb ist Teil des Forschungsprojekts PoQuaSIA, das im Rahmen der europäischen 8ra-Initiative durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) gefördert wird. Ziel der Initiative ist der Aufbau einer widerstandsfähigen und skalierbaren digitalen Infrastruktur für sicherheitskritische Anwendungen. Rheinmetall und MIRA GmbH entwickeln gemeinsam ein integriertes Gesamtsystem aus hochsicherer Cloud-Infrastruktur, IoT-Plattform und echtzeitfähigem Flotten- und Routenmanagement. Die sichere Cloud-Infrastruktur bildet das technologische Rückgrat der Teleoperation. Sie verbindet Fahrzeuge, Operatoren und Betriebsprozesse in Echtzeit, ermöglicht geringe Latenzen, hohe Verfügbarkeit sowie die skalierbare Anbindung mehrerer Fahrzeuge. Damit schafft sie eine zentrale Voraussetzung für den wirtschaftlichen Betrieb teleoperierter und perspektivisch autonomer Flotten im ÖPNV.

Annette Grabbe (Vorständin Rheinbahn) und Win Neidlinger (Geschäftsführer/CEO MIRA) vor dem MIRA-Fahrerstand, Foto: Rheinbahn

Annette Grabbe, Vorständin der Rheinbahn, erklärt: „Der ÖPNV steht vor strukturellen Herausforderungen bei Personal und Finanzierung. Wenn wir Verlässlichkeit sichern wollen, müssen wir technologische Optionen konsequent prüfen. Deshalb gehen wir neue Wege und testen Technologien dort, wo sie wirken müssen: im Alltag. Der Testbetrieb von teleoperierten Shuttlefahrzeugen im öffentlichen Straßenraum ist ein wichtiger Schritt. Wir entscheiden auf Basis belastbarer Daten, ob und wie Teleoperation dauerhaft Teil unserer Betriebsstruktur wird. Für uns steht nicht die Technologie selbst im Mittelpunkt, sondern ihr konkreter Mehrwert für einen leistungsfähigen, resilienten und bezahlbaren Nahverkehr. Entscheidend ist, dass wir mit neuen Technologien unseren Betrieb stabiler machen und unseren Fahrgästen einen echten Mehrwert im Alltag bieten.“

Rheinmetall und die MIRA GmbH sehen in dem Projekt einen wichtigen Meilenstein. Win Neidlinger, Geschäftsführer MIRA GmbH: „Mit unserer Teleoperationslösung liefern wir einen wichtigen Beitrag zur Gestaltung eines zukunftsfähigen und starken ÖPNV. Durch die effiziente Teleoperation von On-Demand-Shuttles leisten wir einen realen Beitrag zur Bewältigung des Personalmangels und schaffen somit die Grundlage, Mobilitätsangebote zuverlässig zu sichern und gezielt weiter auszubauen. Der Testbetrieb ist hierzu ein wichtiger Schritt, um Teleoperation aus dem Pilotstadium in konkrete Anwendungsfälle im öffentlichen Verkehr zu überführen.“

Dr. Stephan Keller, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Düsseldorf betont: „Innovationen wie diese entstehen nicht am Reißbrett, sondern im Zusammenspiel starker Partner. Mit Rheinbahn und MIRA wird hier konkret erprobt, wie neue Technologien im Alltag funktionieren können. Für uns als Stadt ist wichtig, dafür die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen und solche Projekte möglich zu machen. Denn genau so entsteht ein moderner, leistungsfähiger Nahverkehr, der auch in Zukunft zuverlässig für die Menschen da ist – und zugleich stärken wir Düsseldorf als Innovationsstandort für die Mobilität von morgen.“

StichworteMiraRheinbahnRheinmetall
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