Düsseldorf: Einigung bei den Tarifverhandlungen im Nahverkehr – keine weiteren Streiks

Wie die Gewerkschaft ver.di am Donnerstagabend (26.3.) mitteilte, sind die Tarifverhandlungen erfolgreich beendet worden. Sie sprechen von einem Meilenstein im Nahverkehr NRW, da das Ziel der kürzeren Arbeitszeiten erreicht wurde.
Mit dem kommunale Arbeitgeberverband Nordrhein-Westfalen einigte sich die Gewerkschaft auf einen Tarifabschluss für die rund 30.000 Beschäftigten in etwa 30 Nahverkehrsbetrieben in Nordrhein-Westfalen. Vorbehaltlich der Zustimmung der Mitglieder zur Tarifeinigung sind weitere Streikmaßnahmen abgewendet.
ver.di setzte alle fünf Kernforderungen erfolgreich durch. „Das starke Signal der Kolleginnen und Kollegen in den vergangenen Wochen hat Wirkung gezeigt. Wir konnten zentrale Forderungen in konkrete Ergebnisse überführen. Ein guter Tarifabschluss verlangt beiden Seiten etwas ab – entscheidend ist, dass wir spürbare Entlastungen für die Beschäftigten im Nahverkehr erreicht haben“, erklärte ver.di-Verhandlungsführer Heinz Rech am Donnerstagabend in Bochum.
Die Einigung umfasst:
- Eine Reduzierung der Wochenarbeitszeit in zwei Schritten auf 38,5 Stunden ab dem 01.07.2027 und auf 38 Stunden ab dem 01.07.2028,
- die Erhöhung der Ruhezeit von 10 auf 11 Stunden ab dem 01.09.2026,
- Sonntagszuschlag: ab 01.01.2027 auf 30 Prozent,
- die Erhöhung der Gewerkschaftstage von 8 auf 9 Tage,
- Ausweitung des Geltungsbereiches auf kurzfristig Beschäftigte,
- bei einer Laufzeit von vier Jahren bis Ende 2029.
Mit der Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit von 39 auf 38 Stunden in zwei Schritten bei gleichem Lohn setzt ver.di in Nordrhein-Westfalen ein klares Zeichen und hat eine echte Entlastung für die Beschäftigten durchgesetzt.
„Die Arbeitszeitreduzierung in Nordrhein-Westfalen ist ein echter Meilenstein für den öffentlichen Nahverkehr in unserem Land. Es ist uns gelungen, die drängende Forderung nach einer geringeren Stundenzahl durchzusetzen. Dafür mussten wir auch Verzögerungen in Kauf nehmen. Unterm Strich haben wir – trotz kräftezehrender Verhandlungen – einen starken Abschluss erreicht, mit dem wir den ÖPNV in NRW einen großen Schritt nach vorne bringen und die Attraktivität der Branche deutlich steigern“, so Rech weiter.