Tausende Demonstrierende feiern den vermeintlichen Fortschritt im Iran

Als die Iran-Demo für Sonntag (1.3.) angemeldet wurde, ahnte noch niemand, dass am Samstag der lang erwartete Militärschlag von den USA und Israel stattfinden würde. Umso größer war die Freude bei den rund 10.000 Menschen, die sich am Sonntagnachmittag auf der Friedrich-Ebert-Straße versammelten und durch die Stadt zum Burgplatz zogen.

„Bibi“, der Spitzname für Benjamin Netanjahu, wurde auf Plakaten gedankt und auch als Banner getragen
Die Freude war den Menschen anzusehen und nicht zu überhören. Immer wieder wurden Sprechchöre angestimmt und „Freiheit“ skandiert. Die Demonstrierenden waren aus ganz NRW nach Düsseldorf gekommen. Ursprünglich hatten die Organisatoren 3000 Teilnehmer*innen angemeldet – nun wurden es 10.000.

Die Menschen feierten

Neben der iranischen wurden auch deutsche, israelische und amerikanische Fahnen geschwenkt
In Gruppen aufgeteilt und immer wieder durch Fahrzeuge mit Lautsprecheranlagen getrennt, dauerte es lange, bis alle endlich losgezogen waren. Doch die Wartezeit wurde mit Gesang und Tanz überbrückt. Ein Teilnehmer schwenkte eine Sektflasche, andere verteilten Blumen und Süßigkeiten. Sie feierten den Tod des 86-jährigen Ali Khamenei, der im Iran über drei Jahrzehnte ein strenges Regime führte. Auch zahlreiche Mitglieder seines Führungstabs sollen bei den Angriffen ums Leben gekommen sein.

Ajatollah Ali Khamenei wurde als Mörder dargestellt …

… sich über ihn lustig gemacht …

… und an den Galgen gewünscht
Ihre Hoffnung auf einen Regimewechsel richteten viele der Teilnehmer*innen auf Reza Pahlavi, dessen Bild mit der Aufschrift „King Reza Pahlavi“ sie dabei hatten. Er ist der älteste Sohn des ehemaligen iranischen Schahs und war designierter Kronprinz, als 1979 die islamische Revolution die Herrschaft beendete.

Damals errang Ayatollah Khomeini die Führung, Ali Khamenei war sein enger Vertrauter und übernahm 1989 die Position des Oberstern Führers. Reza Pahlavi lebt mit seiner Familie in den USA im Exil und forderte in der Vergangenheit die Iraner*innen immer wieder zum Widerstand auf und die Sicherheitskräfte, sich gegen das Regime zu stellen. Er begrüßte den Militärschlag. Ob er in der Lage ist den Iran in eine Demokratie zu führen ist umstritten.
Aktuell ist unklar, wie sich die Lage im Iran entwickeln wird, da die Angriffe von den USA und Israel fortgesetzt werden, der Iran aber Gegenschläge durchführt, von denen auch Golfstaaten betroffen sind. Daher ist der Luftraum dort gesperrt und zahlreiche Touristen sind gestrandet.
Der Demonstrationszug in Düsseldorf führte zu Verkehrsbeeinträchtigungen, die Polizei beschrieb den Verlauf aber als friedlich und gut organisiert. So waren neben den Ordnern auch Menschen am Rande der Demo im Einsatz, die den Abfall einsammelten.