„Ab durch Raum und Zeit“ – Kindermuseumsnacht in Düsseldorf

Der Streik im ÖPNV hatte den Organisator*innen der KinderMuseumsNacht (KiMuNa) am Freitag (27.2.) Sorgen bereitet, doch diese erwiesen sich als unbegründet. „Bei uns ist es genauso voll wie im Vorjahr“, stellte beispielsweise Karin Woyke, Leiterin Bildung und Vermittlung des Filmmuseums, fest. Und so war die KiMuNa für die 15 teilnehmenden Kulturinstitute mal wieder die wuseligste, quirligste und lebhafteste Veranstaltung des Jahres.
Alle Museen hatten sich ein eigenes Programm einfallen lassen. Das KIT – Kunst im Tunnel bot alle 20 Minuten eine kindgerechte Führung durch die aktuelle Ausstellung von Marion Bornewasser an. Die beinhaltete auch kleine Rätsel und Aufgaben.

Viele Museum nutzten die Kindermuseumsnacht, um die Besucher*innen der Zukunft zu interessieren
Das Hetjens- und das Filmmuseum sowie die Mahn- und Gedenkstätte hatten extra für die KiMuNa viele neue Aktionen in ihren Räumen ausgearbeitet. Wer wollte kreierte im Hetjens eigene Taschen und Buttons oder ließ sich mit Pikachu, einer Meerjungfrau und einem weißen Einhorn fotografieren. Im Filmmuseum wurde es im großen Filmsaal laut und bewegungsintensiv. „In der Black Box, also unserem großen Kino-Saal zeigen wir kurze Sequenzen aus Tierfilmen. Die Kinder sind aufgefordert die Geräusche und Bewegungen der Tiere zu imitieren“, erklärte Woyke. „Logisch, dass es in der Black Boxwild, lustig und laut ist.“

Nicht nur die Leiterin Hetjens-Museums, Daniela Antonin ließ sich gerne mit den einhorn fotografieren
Doch während der KiMuNa ging es nicht nur um jede Menge Spaß für Kinder, sondern auch um kulturelle Vermittlung. So wurde im Filmmuseum „Karli das Kaleidoskop“ gesucht. „Ein Kaleidoskop gibt es seit 200 Jahren und wir versuchen historische Themen kindgerecht zu verpacken, so dass die Kinder auch etwas lernen“, so Woyke. „Im besten Falle wecken wir bei den Kindern und deren Eltern das Interesse an Museen, so das sie wiederkommen.“

Auch im Filmmuseum gab es viel zu entdecken
Auf das größte Interesse stießen bei allen KiMuNa-Teilnehmenden die angebotenen Taschenlampenführungen. Viele Kinder brachten die eigenen Taschenlampen von zu Hause mit. Das Interesse war so groß, dass sich vor einigen der Kulturinstitute lange Schlangen bildeten.

Dirk Schewe von der Kunsthalle
Das kreativste Angebot bot wohl die Kunsthalle. „Wir befinden uns gerade im Ausstellungsumbau. Diese Chance haben wir genutzt, und geben den Kindern den ganzen Raum. Die Kids können sich bei uns kreativ austoben“, erläuterte Kunsthallen-Sprecher Dirk Schewe. „Wir bieten mit jeweils 20 Metern die längste Leinwand Düsseldorfs, auf der die Kinder alles malen und zeichnen können,was sie wollen. Mal schauen auf wie viele Meter Kinder-Kunst wir am Ende kommen.“

Sofia Magdits gestaltete in der Kusnthalle mit den gebastelten Arbeiten der Kinder eine Installation
Einer schwierigen Aufgabe bei der KiMuNa stellte sich die Mahn-und Gedenkstätte. Die große Frage dabei war: Wie kann man die Gräueltaten der Nazis in der Zeit von 1933 bis 1945 kindgerecht vermitteln? „Kindgerechte Vermittlung ist eine Frage des Fokus. Wir hangeln uns an unserer aktuellen Ausstellung ‘Queeres Leben in der NS-Diktatur’ entlang, stellen dabei aber Begriffe wie Mut, Zusammenhalt und Vielfalt in den Mittelpunkt“, erklärte Anna Schlieck, pädagogische Leiterin der Mahn-und Gedenkstätte. „Wir stellen queere Personen aus der Epoche vor und schlagen den Bogen bis heute.“

In der Mahn- und Gedenkstätte ging es um Vielfalt, Zusammenhalt und ganz viel Mut in der Ausstellung über queeres Leben in der Nazi-Zeit
Das gelang ganz besonders anschaulich, weil die „Freifrau von der Kö“ ein Teil des Gedenkstätten-Angebots bei der KiMuNa war. So gelang es zu zeigen, dass auch ein Ort, der sich mit der dunkelsten Seite der menschlichen Geschichte befasst, ein Ort für Kinder ist. „Es entstehen so spannende und interessante Gespräche mit Kindern. Die Fragen der Kinder sind direkt, gerade heraus und ohne Umschweife“, so Schlieck. „Wir lassen die Eltern nicht alleine, wenn ihre Kinder plötzlich fragen, was Juden sind, warum die Nazis etwas gegen Juden und Schwule gehabt haben? Wir wissen, mit solchen Situationen umzugehen.“
Die KiMuNa gibt es seit 2020 und die teilnehmenden Kulturinstitute haben mittlerweile Erfahrung, wie sie die Kinder begeistern können. „Das ganze Team des Filmmuseums hat sich zwei Wochen lang neben ihrer normalen Arbeit mit den Vorbereitungen der KiMuNa befasst“, erläuterte Woyke. „Aber zu sehen, wie die Kinder mit großen Augen durch die Räume und Säle gehen, ist ein unglaublich schönes Gefühl.“

Hat die Kindermuseumsnacht schon Stammgäste? – das wurde hier abgefragt
Beider KiMuNa 2026 unter dem Motto „Ab durch Raum und Zeit“ öffneten das Filmmuseum, das Goethe-Museum, das Heinrich-Heine-Institut, das Hetjens –Deutsches Keramikmuseum, das KIT – Kunst im Tunnel, die Kunsthalle , der Kunstpalast, die Mahn- und Gedenkstätte, das RED – Restaurierungszentrum Düsseldorf, das Schumann-Haus, das Schifffahrt Museum, das Stadtarchiv, das Stadtmuseum, das Theatermuseum und die Zentralbibliothek im KAP 1 ihre Türen zwischen 17 und 22 Uhr. Für den Transport zwischen den Museen gab es einen kostenlosen Shuttle mit den roten Doppeldeckerbussen.