Düsseldorf Garath: Über 10.000 Menschen setzten ein deutliches Zeichen gegen die AfD und Björn Höcke

Der Besuch von Björn Höcke beim Kreisverband der Düsseldorfer AfD am Montagabend (23.2.) im Kulturhaus Süd hat Tausende von Menschen dazu gebracht, ein deutliches Zeichen zu setzen. Selbst Regen konnte die vielen Bürger*innen nicht daran hindern, eindrucksvoll zu zeigen „wir sind mehr“.

Bei Ankunft und Abfahrt war der Bahnsteig am S-Bahnhof überfüllt

Große Polizeipräsenz sollte verhindern, dass sich Demonstrierende dem Kulturhaus Süd nähern konnten
Während die rund 300 AfD-Anhänger*innen vor dem Kulturhaus Süd im Regen auf die Ankunft von Björn Höcke warteten, zog der von Düsseldorf stellt sich quer (DSSQ) Demonstrationszug von der West-Seite des Garather S-Bahnhofs über die Koblenzer Straße zur Frankfurter Straße. Dabei war die Anreise für alle durchaus schwierig gewesen. Die Polizei hatte bereits im Vorfeld umfangreiche Straßensperrungen angekündigt und so waren vielen mit der S-Bahn gekommen. Das führte zu absolut überfüllten Bahnen und auch die Unterführung am S-Bahnhof erwies sich als Nadelöhr. Da die Polizei den Bereich zeitweise komplett abriegelte, um Demonstrierende zu separieren, kam es zu Gedränge und Enge – zumal auch Tränengas eingesetzt wurde.

Die Polizei hatten einen Wasserwerfer einsatzbereit

Blockade an der S-Bahn durch die Polizei

Die Unterführung wurde komplett abgeriegelt
Der Protest gliederte sich in verschiedene Veranstaltungen, die mehrere Organisation zu Aktionen aufgerufen hatten. Dabei war allen Organisator*innen wichtig, allen Teilnehmer*innen eine passende Umgebung zu bieten. In der Dietrich-Bonhoeffer-Kirche hatten die Kirchengemeinden und der Düsseldorfer Rat der Religionen eine Veranstaltung organisiert, die vom Chor Joyful Voices musikalisch unterstützt wurde. Anschließend folgte ein gemeinsamer Gang zum Kulturhaus-Süd, der allerdings durch die Absperrungen der Polizei behindert wurde.

Menschenstau vor der S-Bahn-Unterführung, da die Polizei den Durchgang blockiert
Sicherlich den größten Zulauf mit rund 7000 Teilnehmer*innen hatte der Demonstrationszug von DSSQ und anderen Organisationen. Sie hatten bis zuletzt vor dem Verwaltungsgericht dafür gekämpt ihre Abschlusskundgebung auf dem Parkplatz gleich am Kulturhaus Süd abhalten zu dürfen. Das wurde ihnen verboten, so dass sich die vielen Demonstrierenden auf der Frankfurter Straße sammelten, was zu erheblichen Verkehrsbeeinträchtigungen im ganzen Düsseldorfer Süden führte.

Der Demozug endete auf der Frankfurter Straße in einer großen Kundgebung
Mit Musik und Redebeiträgen wurde im Hauptzentrum auf dem Heinrich-von-Brentano-Platz und dem Nikolaus-Groß-Platz demonstriert. Der Tilly-Motivwagen „Wir sind mehr“ unterstützte den Protest und wurde zum Symbol des Protestes.

Der Tilly-Wagen beim Protest von Garath tolerant und weltoffen

Musik auf dem Nikolas-Groß-Platz
Die Garather Bürger*innen und viele Menschen aus Düsseldorf und Umgebung setzten alles daran, den Stadtteil am Montagabend zur Hochburg des Gegenprotest zu machen. Höcke darf gerichtlich bestätigt als Faschist bezeichnet werden und wurde rechtskräftig wegen der Nutzung verbotener Losungen der NSDAP verurteilt. Dass ausgerechnet er nach Garath kam, hat viele Gruppierung aktiviert.

AfD-Anhänger werden zum Kulturhaus Süd begleitet

Die AfD-Anhänger*innen mussten im Regen auf den Einlass warten
Während seine Anhänger zum Teil noch draußen im Regen auf Einlass ins Kulturhaus Süd warteten, wurde Björn Höcke durch einen Hintereingang in den Veranstaltungsraum gebracht. Die Veranstaltung begann verspätet und einige Anhänger beschwerten sich über die schlechte Organisation – sie verließen Garath, ohne Höcke zu Gesicht bekommen zu haben.

Björn Höcke bei seiner Ankunft am Kulturhaus Süd, Foto Infozentrale

Enttäuschte AfD-Anhänger werden von der Polizei zur Heimreise begleitet
Die Polizei bescheinigte den Veranstaltungen einen weitgehend friedlichen Verlauf. Sie fertigten bislang neun Strafanzeigen unter anderem wegen des Verdachts der Körperverletzung und der Beleidigung. Im Einsatz wurden vier Polizeibeamt*innen leicht verletzt. Eine Person musste vorübergehend in Gewahrsam genommen werden.