Düsseldorf Golzheim: Ein Stadtviertel im Wandel

Golzheim ist ein Quartier im Wandel. Das Gebiet rund um den Kennedydamm wurde in den 1960er Jahren nach dem Prinzip der dezentralen Konzentration als Entlastungszentrum zur Innenstadt für Arbeitsplätze und Firmenrepräsentanzen entwickelt. Noch heute zeichnet sich das Areal mit einzelnen Solitärbauten aus, die Firmen und Dienstleistungsunternehmen beherbergen. Damals wurde noch autogerecht konzipiert. „Nach mehr als 50 Jahren gibt es neue städtebauliche Konzepte und veränderte Mobilitätsanforderungen“, erläuterte der Leiter des Stadtplanungsamtes Kai Fischer am Mittwoch (4.2.) bei der Auftaktveranstaltung des Workshopverfahrens “Schwannstraße 12”. „Golzheim ist ein Stadtviertel im Wandel.“

Betrachtet wurde der Standort Schwannstraße 12
Das manifestiert sich durch einige neue Bauvorhaben, zu denen auch die Adresse Schwannstraße 12 gehören wird. Allerdings wird es dort frühestens 2032 los gehen, denn bis dahin läuft noch der Mietvertrag des Landes, das dort eine Flüchtlingsunterkunft für bis zu 650 Personen betreibt.
Dabei ging das Bestandsgebäude, die ehemalige Zentrale der Salzgitter AG, bereits im Jahr 2020 in den Besitz der Hamburger Qantum Immobilien AG über. Die Hamburger hatten schon so gut wie alles durchgeplant, was an der Schwannstraße neues entstehen soll, doch die ursprünglichen Pläne liegen auf Eis. „Wegen der Baukrise der letzten Jahre haben wir unser ursprüngliches Konzept komplett überdacht“, erklärt Quantum-Projektentwicklerin Julia Stege. „Wir stellen uns jetzt andere Fragen, wie beispielsweise: Was kann der Standort dem Stadtteil bringen? Genau deshalb wollen wir uns anhören, was die Menschen vor Ort denken.“

Die Ergebnisse der Analyse und der Online-Beteiligung wurden vorgestellt
Deshalb initiierten die Projektentwickler in enger Abstimmung mit den Düsseldorfer Stadtplanern ein öffentliches Beteiligungsverfahren. Nach einer Online-Runde kam es am Mittwochabend zum ersten persönlichen Zusammentreffen der Interessierten im Hilton Hotel. „Wir gehen ohne Vorgaben in den Beteiligungsprozess“, verdeutlichte Stege. „Wir wollen den Gedanken, der Phantasie, den Anregungen und Vorstellungen der Öffentlichkeit keinen Riegel vorschieben.“
Das bedeutet, dass die Hamburger sich schon aus wirtschaftlichen Gründen Gedanken zur Nutzung des Neubaus gemacht haben, diese aber noch nicht verraten. Ziel des mehrstufigen kooperativen Workshopverfahrens ist es, eine schlüssige städtebauliche Nutzungs- und Architektur-Planung zu identifizieren, die sich in die Nachbarschaft einfügt. Das tragfähige Nutzungsprogramm soll sowohl städtebauliche als auch wirtschaftliche Anforderungen in Einklang bringen und zusätzlich noch den Entwicklungsraum rund um den Kennedydamm sinnvoll ergänzen.

Auch Bezirksbürgermeisterin Annette Klinke nahm an den Workshops teil
Dafür holten sich Quantum und das Architekturbüro CF Möller aus dem dänischen Aarhus Anregungen, Ideen, Wünsche von den Bürger*innen. Die legten verständlicherweise kein komplettes Nutzungskonzept für die künftige Schwannstraße 12 vor, hatten aber doch ganz individuelle Vorstellungen. Eine deutlich bessere Anbindung an die Stadtviertel auf der anderen Seite des Kennedy-Damms, wo der Campus Golzheim entstehen soll, wurde angemahnt. Außerdem wurde bezahlbarer Wohnraum gewünscht und der Einzelhandel- und die Nahversorgung solle gestärkt werden. Möglichst solle auf die Verschattung umliegender Gebäude verzichtet werden und den Verkehrslärm auf dem Kennedy-Damm eindämmen. Die maximale Bauhöhe dürfe 100 Meter nicht übersteigen. Bei einem hohen Gebäude müsse weniger Grundfläche versiegelt bleiben und im unteren Teil des Neubaus gäbe es Platz für die Öffentlichkeit, also für Nahversorger, Gastronomie und eine Markthalle. Es wurde auch um den Erhalt der Parkplätze gekämpft und eine Tiefgarage vorgeschlagen. „Man kann nicht alle Vorschläge berücksichtigen, aber es wird alles in die Planungen mit einbezogen“, versprach Fischer.
Am 11. Juni 2026 wird es eine Zwischenpräsentation der weiteren Quantum-Arbeiten geben. Vielleicht wird dann auch das Nutzungskonzept des Neubaus fertig sein. Aktuelle Informationen gibt hier auf der Webseite.