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Home›Düsseldorf›Düsseldorf: Räumung des Geländes am Grand Central

Düsseldorf: Räumung des Geländes am Grand Central

Von Ute Neubauer
27. November 2023
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Ein Mitarbeiter der Bauaufsicht forderte die Bewohner*innen auf, ihre Hütten zu verlassen. Anschließend wurden die Einsatzkräfte des Ordnungsamtes tätig

Bereits vor Wochen hatten Ordnungsdezernentin Britta Zur und die Dezernentin für Kultur und Integration, Miriam Koch, angekündigt, die Lagerstätten im Bereich des Baugeländes am Grand Central zu räumen. Da immer mehr Obdachlose vom Worringer Platz vertrieben wurden und die Stadt keine Ausweichfläche zur Verfügung stellte, hatten sich in der Baugrube zahlreiche Menschen niedergelassen, die in provisorischen Hütten wohnten. Im Sommer waren es rund 70 Personen. Nach dem Einzug der ersten Bewohner im neuen Wohnquartier am Grand Central erhöhte sich der Druck auf die Stadt, dort für Ordnung zu sorgen.

Die Streetworker halfen einem Bewohner seine Musikinstrumente und seinen Koffer zu transportieren

Im Fall der wilden Camps hinter dem Amtsgericht im Jahr 2020 war es in enger Abstimmung mit den Streetworkern über einige Wochen gelungen, die Menschen umzusiedeln. Diesen Weg des koordinierten Vorgehens hätten sich die Streetworker von fiftyfifty auch für die Lager am Grand Central gewünscht. Hier erfuhren sie allerdings erst am Mittwoch (22.11.) von der geplanten Räumung am 27.11. . Ihr Versuch zu den Menschen Kontakt aufzunehmen und sie von einer Umsiedlung zu überzeugen wurde dadurch erschwert, dass die Stadt im Vorfeld keine Unterkünfte genannt hatte. Die städtischen Notschlafstellen werden von den überwiegend suchtkranken Menschen abgelehnt und bieten auch keine Aufenthaltsmöglichkeit über Tag.

In Dunkelheit und bei strömenden Regen begann am Montagmorgen die Räumung

Von den Parkplätzen des Neubaus aus verfolgte Britta Zur, weitere OSD’ler, Bundespolizei und Beschäftigte von Ämtern und Sozialwerk die Räumung

Daher waren am Montagmorgen, als um 7:30 Uhr die Kräfte des Ordnungsamtes mit ihrem neuen Einsatzleitwagen vorfuhren, immer noch Bewohner*innen in ihren Hütten. Das Team von fiftyfifty und aXept! hatte vorher alle geweckt und vorgewarnt, aber nicht alle verließen freiwillig ihre Behausungen.

OSD’ler brachten diesen Mann zur Überprüfung, anschließend durfte er noch sein Hab und Gut zusammenpacken

Eine Frau wurde unmissverständlich zum Packen aufgefordert

Die, die freiwillig gingen, waren etwas ratlos, da niemand klar sagen konnte, wohin sie sich wegen einer Unterkunft wenden können. Die zuständigen Mitarbeitenden standen im Trockenen am Rand des Geländes, gleich neben den Polizei- und Ordnungsamt-Fahrzeugen – was offensichtlich abschreckend wirkte. Denn vor den Hilfs- und Unterbringungsangeboten stand eine polizeilich Überprüfung an. In der kommunalen Unterkunft für Obdachlose an der Eisenstraße war man darauf eingerichtet, die Betroffenen hygienisch und medizinisch zu versorgen. Von dort gab es die Möglichkeit in andere Unterkünfte vermittelt zu werden.

Nachdem vor Beginn der Räumung noch einige Menschen das Gelände selbständig verlassen hatten, wurden nur noch fünf Personen angetroffen.

Kurz vor der Räumung waren noch deutlich mehr Menschen in den Hütten, nicht alle wollten die Angebote der Stadt annehmen

Ordnungsdezernentin Britta Zur wollte vor Ort keine Stellung zu der Aktion geben. Am Mittag ließ sie mitteilen: “Mein Dank gilt den Einsatzkräften sowie allen Beteiligten für die vertrauensvolle und gelungene Zusammenarbeit im Vorfeld sowie den erfolgreichen Einsatz des heutigen Tages. Unsere Strategie, den Einsatz bereits im Vorfeld mit einer konsequenten Ansprache durch Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter zu begleiten, hat sich bewährt.”

Ein Bagger begann am Montagmorgen mit der Rodung

Bereits während der Räumung wurden Müllcontainer und ein Bagger in die Grube transportiert und die von den beiden Grundstückseigentümern beauftragten Aufräum- und Rodungsarbeiten starteten. Das Grundstück soll vor widerrechtlicher Nutzung gesichert werden.

StichworteGrand CentralObdachloseOrdnungsamt
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