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KulturMalerei
Home›Kultur›Düsseldorf: Nolde Gemälde werden an Erben zurückgegeben

Düsseldorf: Nolde Gemälde werden an Erben zurückgegeben

Von Ute Neubauer
8. Juli 2019
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Das Bild aus dem Jahr 1919 zeigt auf der einen Seite eine Landschaft aus dem Jahr 1905 – Piazza S. Domenico II, Taormina

Der Kunstpalast muss auf ein zweiseitiges Gemälde von Emil Nolde verzichten. Die Erben von Curt Schueler hatten ein Restitutionsersuchen für die Werke "Piazza S. Dominico II, Taormina" und "Schauspielerin" gestellt. Darüber hatte der Düsseldorfer Rat am 4. Juli entschieden und beschlossen, den Erben die Werke zu übergeben.

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Auf der einen Seite befindet sich das Porträt einer jungen Frau mit dem Titel "Schauspielerin".

Kaj und Ronny Schueler sind Enkel des jüdischen Holzhändlers Curt Schueler, der von 1877-1962 lebte. Der Großvater hatte das Gemälde nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wegen der bereits spürbaren Verfolgungen zu einem nicht angemessenen Preis verkaufen müssen. An wen Schueler das Werk verkauft hatte, konnte ebenso wenig geklärt werden, wie die Frage, wann und wie das zweiseitige Gemälde in den Besitz des promovierten Juristen, Bauunternehmer und Immobilienhändler Conrad Doebbeke gelangt war. Von diesem wurde das Gemälde 1953 für die städtische Sammlung erworben.

Die von Doebbeke erworbenen Kunstwerke hatte der Kunstpalast bereits im Jahr 2015 auf eine „Lost Art Liste“ setzen lassen, da er im Verdacht steht, während der NS-Zeit verstärkt Kunstobjekte aus jüdischem Besitz gekauft zu haben.

Curt und seine Ehefrau Hilda Schueler erhielten 1942 den Deportationsbefehl. Mit Hilfe des Malers Franz Heckendorf gelang ihnen jedoch die Flucht über die Schweiz nach Schweden, zu ihrem bereits früher emigrierten Sohn Stefan. Zwar hatten Curt Schueler und seine Erben für den verfolgungsbedingten Verkauf des Gemäldes eine Zahlung auf der Grundlage des Bundesentschädigungsgesetzes erhalten, aber trotzdem gab die Stadt Düsseldorfer dem Restitutionsgesuch nach.

Damit bekennt sich die Stadt Düsseldorf zu den Washingtoner Prinzipien von 1998. Der Düsseldorfer Kulturdezernent Hans-Georg Lohe betont: "Düsseldorf hat durch personelle Verstärkung der Provenienzforschung in den vergangenen Monaten in ganz besonderer Weise gezeigt, dass Provenienzforschung hier sehr ernst genommen wird. Mit dem Nolde-Gemälde gibt die Stadt nun innerhalb von wenigen Wochen bereits ein weiteres Gemälde aus der städtischen Sammlung an die Nachfahren der rechtmäßigen Eigentümer zurück."

Fotos: Stadt Düsseldorf

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