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Home›Düsseldorf›Blaulicht›Düsseldorf Unterbilk: Brisanter Chemieeinsatz beendet – Feuerwehr transportiert 250 Kilo-Fass zu einem Entsorgungsbetrieb nach Düsseldorf Reisholz

Düsseldorf Unterbilk: Brisanter Chemieeinsatz beendet – Feuerwehr transportiert 250 Kilo-Fass zu einem Entsorgungsbetrieb nach Düsseldorf Reisholz

Von Dirk Neubauer
10. Juni 2019
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Mit diesem Lastwagen wurde das heiße Chemiefass aus der Martinstraße zu einem Entsorgungsbetrieb nach Düsseldorf Reisholz abtransportiert. Fahrer und Beifahrer trugen trotz Hitze während der gesamten Fahrt Schutzanzüge und Atemmasken.

Ein neunstündiger ABC-Einsatz der Düsseldorfer Feuerwehr an der Martinstraße in Düsseldorf Unterbilk ist vorerst beendet. In einer Halle hatte sich ein Fass mit 250 Kilogramm der Chemikalie Nathriumdithionit selbst entzündet. Der anfangs in Flammen stehende Behälter wurde zu einem Entsorgungsbetrieb der IDR nach Düsseldorf Reisholz transportiert. Selbst dort stellte die Feuerwehr eine Wache neben das Gebräu. Nathriumdithionit kann sich selbst entzünden, darf nicht mit Wasser oder feuchter Luft in Berührung kommen und produziert unter Umständen ätzende Dämpfe. Die Düsseldorfer Feuerwehr versichert: Luftmessungen ergaben keine Gefahr für die Anwohner, die dennoch aufgefordert wurden, Fenster und Türen zu schließen.

Städtische Problemanlage

Die Chemikalie Nathriumdithionit (Na2O2S4) wird in Düsseldorf Bilk zur Reinigung des Grundwassers eingesetzt. Die Anlage mit blauen Behältern befindet sich in einer Leichtbauhalle direkt neben einer Eisenbahnlinie. Es handelt sich laut Broschüren der Stadt Düsseldorf aus dem Jahr 2016 um eine städtische Anlage, die den Chromgehalt im Grundwasser senken soll. Mit dem Bau der Wehrhahnlinie, so die Stadt in ihrer Broschüre, sei die Anlage an der Martinstraße wieder in Betrieb genommen worden – auch weil der U-Bahn-Tunnel wie eine Sperre quer in den für das Grundwasser durchlässigen Schichten liegt.

D_Martinstrasse_silberanzuege_20190610

Bevor die eingesetzten Feuerwehrleute ihre Chemieanzüge abtreifen und Luft holen durften, wurden diese sorgfältig gereinigt. 

In den nächsten Tagen wird die Düsseldorfer Umweltdezernentin Helga Stulgies erklären müssen, warum gleich neben einem offenbar neuen katholischen Kindergarten im städtischen Auftrag hochgefährliche Chemikalien zum Einsatz kommen. Und warum nicht wenigsten Bewohner der umliegenden Häuser mit klaren Worten gewarnt wurden.

Betriebsunfall bereits im Mai 2010

Denn die Anlage in der Martinstraße hatte im Mai 2010 schon einmal einen schweren Betriebsunfall, der sich wie eine Kopie des ABC-Alarms vom Pfingstmontag liest. Damals passte laut Zeitungsmeldungen ein Arbeiter nicht auf. Wasser gelangte zu der Chemikalie in den Behälter und setzte eine Kettenreaktion in Gang. Ein stundenlanger Einsatz war damals wie heute die Folge.

Flammen mit Pulver erstickt

Entsprechend vorsichtig ging die Düsseldorfer Feuerwehr ans Werk. Gegen 2.10 Uhr in der Nacht hatte ein Anwohner Rauch bemerkt und die "112" gewählt. Raschen wurden Experten der Henkel Werksfeuerwehr und des Düsseldorfer Umweltamtes hinzugezogen. Die Flammen wurden mithilfe eines Metallpartikel enthaltenden Pulvers gelöscht. Wasser oder Schaum hätten zu einer Explosion der Anlage führen können.

D_Martinstrasse_reihe_20190610

Die Feuerwehr war an der Martinstraße in Düsseldorf Unterbilk aufs Schlimmste vorbereitet.

Mit dem Ersticken der Flammen war aber nur der sichtbare Teil des Problems beseitigt. Während draußen alle Vorkehrungen für einen Wassernebel und das Löschen der Anlagenhalle getroffen wurden, erarbeiteten Chemieexperten der Feuerwehr einen Plan zur Sicherung und dem Abtransport des heißen Fasses. Es wurde in eine Folie gewickelt und unter Polizeischutz in einem Spezialfahrzeug der Feuerwehr nach Düsseldorf Reisholz gebracht. Alle Arbeiten an der Anlage und am Chemiefass liefen unter Chemieschutzanzügen. Sobald die Retter ihren Einsatz in der Gefahrenzone beendet hatten, mussten die Anzüge zunächst sorgfältig von außen gereinigt werden, bevor ihr Träger auch nur die Handschuhe abstreifen und den Helm abnehmen durfte, um Luft zu schnappen.

Auswirkungen viele Blocks weit

Allein das Einpacken der Schläuche und all der Schutzausrüstung an der Martinstraße dauerte eine lange Zeit. Während des neunstündigen Einsatzes hatte die Feuerwehr die Anwohner per Twitter, Facebook und der Nina-App gewarnt. Viele Blocks weit waren rund um die Einsatzstelle Feuerwehrwagen unter Blaulicht zu sehen, deren Besatzungen Luftmessungen vornahmen.

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