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Home›Düsseldorf›Aktuelles›Düsseldorfs rebellische Katholiken: Maria 2.0

Düsseldorfs rebellische Katholiken: Maria 2.0

Von Ute Neubauer
12. Mai 2019
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Frauen kämpfen für Gleichberechtigung und gegen die Macht der Männer in der katholischen Kirche mit dem Krichenstreik zu Maria 2.0. Hier drei der Garather Organisatorinnen Ulrike Sassin, Anke Nübold und Angelika Erkelenz (v.l.)

Das Lied „Jetzt ist die Zeit, jetzt ist die Stunde. Heute wird getan oder auch vertan, worauf es ankommt, wenn er kommt“ ist in vielen Wortgottesdiensten zu Maria 2.0 am Wochenende in Düsseldorf gesungen worden. Es könnte die Hymne derer werden, für die die katholische Kirche sich dringend ändern muss, damit endlich Gleichberechtigung für Frauen Einzug hält.

Der Protest formiert sich

Rund 184.000 Katholiken gibt es in Düsseldorf. Sie verteilen sich auf 32 Pfarrgemeinden. In wenigen Gemeinden ist Maria 2.0 ein Thema, das auch gegen den Widerstand einiger Kirchenleute vorangetrieben wird. So trafen sich bei verschiedenen Wortgottesdiensten am Samstag (11.5.) und Sonntag (12.5.) mehrere Hundert Frauen und Männer, die an die Zukunft der katholischen Kirche glauben und deshalb Veränderung wollen.

D_Maria_Garath_Brot_12052019

Symbolisch wurde bei vielen Maria 2.0-Aktionen das Brot gebrochen und geteilt

St. Hubertus in Itter

In Itter hatten sich am Samstagabend vor der Kirche St. Hubertus über 50 Frauen und einige Männer versammelt. Das Wetter assistierte bei der Gestaltung, denn Regentropfen symbolisierten die Missstände in der katholischen Kirche, aber die durchbrechende Sonne zeigte die Hoffnung. Die Besucher trugen weiße Schals und weiße Kleidung, die für einen Neuanfang stehen sollten. In Texten wird die fehlende Wertschätzung und Gleichberechtigung für Frauen beschrieben.

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Regen und Sonne, in Itter gab es zum Wortgottesdienst beides

Das Evangelium wird in kleinen Gruppen diskutiert und alles scheint auf den ersten Blick wie ein normaler Wortgottesdienst mit Gloria, Vater-Unser und Friedensgruß. Doch die Frauen von St. Hubertus wissen genau, dass ihr Tun nicht bei allen in der Gemeinde Anklang findet. Da wirkt es fasst wie Absicht, dass das Angelusläuten um 19 Uhr sehr lang erscheint und die Teilnehmer des Kirchenstreiks vor der Tür dagegen ansingen müssen. Nicht in allen Pfarrgemeinden des Düsseldorfer Rheinbogens gab es Veranstaltungen zu Maria 2.0. Doch auch die Frauen von St. Joseph in Holthausen setzten am Sonntag ein Zeichen, betraten die Kirche nicht und feierten stattdessen gemeinsam vor der Tür.

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Der Platz vor der Kirche St. Hubertus war deutlich voller als die zeitgleiche Messe in der Kirche

St. Margareta in Gerresheim

Auch die Frauen von St. Margareta haben am Samstag an der Basilika in Gerresheim versammelt. Hier waren es rund 160 Frauen und Männer, die aus verschiedenen Pfarreien des Gemeindeverbands stammen und bewusst mit ihrem Besuch der Veranstaltung die Aktionen zu Maria 2.0 unterstützten. Ein friedliches, aber deutliches Zeichen sollte gesetzt werden, dass die Vertröstungen und die Abwehr mancher Kirchenvertreter nicht länger geduldet werden kann.

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"Wir sind dann mal weg", hieß das Motto der Gerresheimer Frauen, Foto: Annette Schüller

St. Matthäus in Garath

Rund 200 Gläubige kamen am Sonntagvormittag nach Garath vor die Kirche St. Matthäus. Darunter viele aus den Nachbargemeinden, in denen es keine Aktionen gab. Viele Männer zeigten sich solidarisch und stimmten in den Applaus ein, den die Organisatorinnen immer wieder erhielten, wenn sie vortrugen, warum es an der Zeit ist endlich etwas zu ändern. Wie an vielen Orten wurden Postkarten ausgelegt, die von den Besuchern unterschrieben werden konnten. Ziel der Frauen ist es, einen Termin bei Rainer Maria Woelki, dem Erzbischof von Köln, zu erhalten, um ihm die Postkarten zu übergeben und die Intention von Maria 2.0 vorzutragen.

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Rund 200 Besucher feierten den Wortgottesdienst vor St. Matthäus

Gehör verschaffen

Doch die Chance vorgelassen zu werden, schätzen die Frauen als eher gering ein. Aber sie sehen Maria 2.0 als „Graswurzelbewegung“. Von unten kommend werden sich immer mehr Frauen vernetzen und gegen die Strukturen auflehnen. Dass es ein langer Weg werden wird, da sind sich alle Aktivistinnen sicher. Der erste Schritt sei die Woche des Kirchenstreiks, betonen sie. Und sind zuversichtlich, dass die Aktion weiter geht und wachsen wird.

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Als Zeichen, wie die Frauen aus der Kirche getrieben werden, führten in Garath zahlreiche Schuhpaare auf einem weißen Weg aus der Kirche heraus

Weitere Termine

Wer noch Flagge zeigen möchte, kann dies hier tun:

> In St. Katharina, Katharinenstraße 20, lädt die Kolpingfamilie Vennhausen am Dienstag (14.5.) um 20 Uhr zu einem Film- und Diskussionsabend zu Maria 2.0 ein.

> Das Stadtdekanats der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) hat die Maiandacht am Donnerstag, 16. Mai um 17 Uhr, an der Mariensäule, Maxplatz 1, in der Carlstadt unter das Thema „Maria 2.0“ gestellt.

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