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PolitikStadtteile
Home›Politik›Düsseldorf: Verhaltener Start der Bürgerbeteiligung zum Open Air Park

Düsseldorf: Verhaltener Start der Bürgerbeteiligung zum Open Air Park

Von Ute Neubauer
16. März 2019
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Eine perfekte Lage hat die Fläche, die zum Open Air Park werden soll, nach Meinung der D.LIVE

Nachdem der Open Air Park auf den Parkplätzen der Messe im vergangenen Jahr an zu goßer Eile und ökologischen Bedenken scheiterte, gibt es nun einen zweiten Anlauf. Beim Termin in der Arena am Freitagnachmittag (15.3.) machten D-Live Chef Michael Brill und Oberbürgermeister Thomas Geisel kein Geheimnis aus ihrer Begeisterung für die Idee, Konzerte mit bis zu 80.000 Besuchern aufden Messeparkplätzen auszurichten. Da die Pläne nun ein geordnetes Verfahren durchlaufen sollen, waren die Bürger eingeladen, ihre Fragen zu stellen und Anmerkungen zu formulieren. Die Resonanz war bescheiden. Eine Handvoll Düsseldorfer schaute sich die Fläche vor Ort an. Etwa 50 kamen zur Bürgerinformatio, für sie standen reichlich Gesprächspartner zur Verfügung.

D_Openair_Brill_15032019

Begeistert zeigt Michael Brill auf, mit welcher Fläche geplant wird

Ein Parkplatz als Diamant

Der Parkplatz der Messe sei ein „ungeschliffener Diamant“, so beschrieb Michael Brill die Fläche, auf der künftig an lauen Sommerabenden rund 80.000 Besucher Urban Open Air Veranstaltungen besuchen könnten. Vier bis sechs Konzerte sind angestrebt, aber nur zu Zeiten, an denen keine Messen oder andere Großveranstaltungen laufen.

D_Openair_Skizze_15032019

Durch die Planungen könnte D.LIVE den Veranstaltern Auflagen erteilen – ob dadurch die Bäume stehen bleiben können bleibt abzuwarten

Die Anbindung an Straßen und ÖPNV sei ideal, die Umbauten sehr gering und der Imagegewinn für die Stadt wäre enorm, hieß es. Denn der Open Air Park wäre quasi ein Alleinstellungsmerkmal für Düsseldorf in Deutschland. Die Gäste würden auch von weit her mit Flugzeug oder Bahn anreisen, um sich die Events in Düsseldorf zu gönnen. Hotelübernachtung – Camping soll es nicht geben – und reichlich Konsum in der Düsseldorfer Gastronomie und dem Einzelhandel inklusive.

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Thomas Geisel sieht die neue Konzertfläche als Chance

Ein Erfolgsmodell, davon ist auch Oberbürgermeister Thomas Geisel überzeugt. Nach der Absage des Rates zu den Plänen legt er nun großen Wert darauf, keine Ausnahmegenehmigung für ein einzelnes Konzert zu erreichen, sondern die Genehmigung im Rahmen eines geordneten Bauleitplanverfahrens zu erhalten.

D_Openair_OK_15032019

Die Leiterin des Stadtplanungsamtes Ruth Orzessek-Kruppa und Moderator Jens Stachowitz

Stimmen der Bürger werden erfasst

Wie die Änderung des Bebauungsplans ablaufen wird, stellte Ruth Orzessek-Kruppa, Leiterin des Stadtplanungsamtes, vor. Dabei betonte sie „wir hören heute genau zu“ und signalisierte, man wurde sich außerdem bemühen, die künftigen Nutzer mit in die Planungen einzubeziehen. Damit meinte sie Kinder und Jugendliche, deren Ideen auch gehört werden sollen.

Kritiker und Befürworter

Bevor Moderator Jens Stachowitz die Besucher zu Gesprächen an die Themeninseln Planstand, Lärmschutz, Sicherheit, Schutz der Tier- und Pflanzenwelt sowie Verkehr bat, stellte er in einer Gesprächsrunde fünf Meinungen zum Park vor. Siegfried Küsel vom Heimat- und Bürgerverein hatte damals bei der Errichtung der Parkplätze schon verhandelt, dass die Fläche nur umgewidmet werden könnte, wenn 900 Bäume gepflanzt würden. Dass durch den Open Air Park nun 120 Bäume weichen sollen, will er nicht akzeptieren. Außerdem kritisiert er den Fluglärm, der sicherlich auch ein Problem für die Konzerte darstellen würde. Als er auf seine Bedenken von einem Verantwortlichen die Antwort erhielt, dann würde man eben die Lautsprecher etwas mehr aufdrehen, schüttelte er nur noch den Kopf. Denn schon heute würde man jeden Torjubel in der Arena genau hören.

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Andrea Vogelgesang, Isabell Hausmann, Stefan Golißa, Siegfried Küsel, Jens Stachowitz und Jörg Schnorrenberger (v.l.)

Andrea Vogelgesang von der Baumschutzgruppe liegen die Bäume und die Tierwelt am Herzen. Die Schüler, die freitags für das Klima demonstrierten, würden deutlich machen, dass man sorgsam mit der Umwelt umgehen müsse. Sie appellierte an die Planer, die Flächen so zu gestalten, dass der Baumbestand erhalten werden kann.

Jörg Schnorrenberger ist Anwohner und er fühlt sich bereits jetzt durch die Besucherscharen zu Messezeiten oder bei Sportveranstaltungen in der Arena belästigt. Die Wohngebiete würden ständig zugeparkt. Daran könne die Messe und D.LIVE schon jetzt etwas ändern, indem sie das Parken kostenfrei anbieten – schlug er vor.

Isabell Hausmann von der DEHOGA sieht den Open Air Park als Chance und Wirtschaftsfaktor für Düsseldorf. Bezirksbürgermeister für den Norden Stefan Golißa sieht in der jetzt gewählten geordneten Vorgehensweise den richtigen Weg, da die Bürger beteiligt werden.

Internetpräsenz zur Planungsphase

D.LIVE hat eine Projekt-Webseite zur geplanten Open-Air-Fläche online geschaltet, die unter www.d-live-openairpark.de erreichbar ist. Dort sind aktuelle Informationen eingestellt und über das Kontaktformular können Bürger Anregungen, Wünsche und Kritik äußern. Viele wichtige und häufige Fragen zu dem Projekt und dem Planverfahren werden dort beantwortet. Die Vorträge, Feedback-Karten, Plakate und Kernaussagen der Bürgerinformationen werden dort zeitnah eingestellt.

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