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Home›Düsseldorf›Düsseldorf: Mehr als 4000 Radler der ADFC-Sternfahrt zeigen der Politik die Rote Karte

Düsseldorf: Mehr als 4000 Radler der ADFC-Sternfahrt zeigen der Politik die Rote Karte

Von Dirk Neubauer
6. Mai 2018
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Rote Karte für die Verkehrspolitik der NRW-Landesregierung und des Düsseldorfer Rathauses: Mehr als 4000 Teilnehmer der ADFC-Sternfahrt 2018 fordern Vorfahrt fürs Rad und einen deutlich schnelleren Ausbau des Radwegenetzes.

„Keine Gnade für die Wade!“ Das war am Sonntag der ehrlichste Spruch an einem Fahrradlenker. Mehr als 4000 Pedalisten aus allen Teilen Nordrhein-Westfalens hatten sich die Landeshauptstadt zum Ziel genommen. Die ADFC-Sternfahrt 2018 einte Normalo-Radler, Enthusiasten, Fahrrad-Freaks und Aktivisten. Vor der nordrhein-westfälischen Staatskanzlei machten sie zwei Dinge deutlich: „Wir sind viele.“ Und: „Wir haben schon heute die Lösung für das Problem der Diesel-dicken Luft.“ Die Verkehrspolitik bekam von den ADFC-Teilnehmern demonstrativ die rote Karte gezeigt.

D_ADFC_Tunnel_20180506

Premiere in Düsseldorf: Der Rheinufertunnel gehörte ganz den Radfahrern.

„Stadt-Rad-Luft“ lautete das Motto der ADFC Sternfahrt. Auf der 18 Kilometer langen Ehrenrunde unter gleißender Sonne durch Düsseldorf hatten einige Teilnehmer ordentlich zu strampeln. Denn im Gegensatz zu den hiesigen Rad-Befürwortern hatten sie teilweise schon 50, 70, manche sogar mehr als 100 Kilometer zurückgelegt, als sie am Versammlungsort auf dem Johannes-Rau-Platz ausrollten.

D_ADFC_Gruene_20180506

Die Grünen verteilten die “Blaue Plakette” in fahrradgerechnter Größe.

Dort gab‘s Wasser, Apfelschorle, Alt. Hart für die Gruppe hinter der Kölner Flagge. Derweil verteilten die Grünen die „Blaue Plakette“ in einer Größe, die perfekt zum Fahrrad-Schutzblech passt. Während alle über dieses Zeichen als Button bei Diesel-Fahrverboten sinnieren, wollten die Grünen deutlich machen: Das Rad ist längst so sauber wie kein anderes Verkehrsmittel. Und praktisch ist es in einer Stadt wie Düsseldorf obendrein.

D_ADFC_Kniebruecke_20180506

Kniebrücke und Oberkasseler Brücke gehörten ganz den Radlern, die den stressfreien Platz zu genießenwussten.

Gegen das Abwinken der Motoren-Fraktion („Funktioniert nicht“) kletterte Dirk Schmidt auf die Bühne. Der Schreinermeister von der Birkenstraße in Düsseldorf Flingern erledigt längst alle Kundenfahren und –aufträge mit dem Lastenfahrrad, das im Mittelpunkt des Sternfahrt-Programms stand. Die Düsseldorfer Kreishandwerkerschaft leiht Meistern Lastenräder aus, damit sie deren Tauglichkeit und Vorteil im Düsseldorfer Verkehrs-Alltag ausprobieren können.

D_ADFC_Schmist_20180506

Schreiner Dirk Schmidt (Mitte) und Biobauer Heirnich Hannen (rechts) nutzen bereits heute Lastenräder in Düsseldorf. Links: Miderator Andreas Vollmert.

Zweites Beispiel: Biobauer Heinrich Hannen vom Lammertzhof in Kaarst: „Ich habe zwei Lastenfahrräder fest in Düsseldorf stationiert, mit denen wir Kunden beliefern“, berichtete er. Und erwies sich als Realist: Vom Hof bis ins die Stadt wird das Bio-Gemüse mit einem Dieseltransporter gebracht. Und dann auf die Lastenräder umgeladen. „Noch verbrauchen wir –leider – rund 17.000 Liter Diesel pro Jahr“, sagte Hannen ehrlich. „Aber wir arbeiten daran, auch dies zu ersetzen.“
Wenig später ging es auf jene Stadtrundfahrt, wegen der die meisten gekommen waren. Erstmals durften die ADFC-Teilnehmer durch den Rheinufertunnel radeln, dessen Süd-Nors-Röhre eigens für sie gesperrt wurde. Über Kniebrücke und Oberkasseler Brücke ging die von zahlreichen Polizisten abgesicherte Fahrt.

D_ADFC_Kinder_20180506

Die ADFC-Sternchen machten sich mit ihren Eltern auf den Weg Richtung Burgplatz und zurück und besuchten anschließend die Anlegestelle des Polizeibootes im Hafen.

Anders als noch im Vorjahr hatte der Einsatzleiter die ADFC-Ordner darum gebeten, „zu korken“. Das bedeutet: Den Autoverkehr aus den Nebenstraßen so lange aufzuhalten, bis auch der letzte Rundfahrtteilnehmer die Kreuzung sicher passiert hat. Es seien einfach zu viele Teilnehmer, um die Rundfahrt ausschließlich durch Polizisten abzusichern, hieß es.
Der ADFC nahm’s als Kompliment und will weiter Lobby für die Radfahrer sein, auf Radschnellwege drängen und dafür sorgen, dass das Fahrrad in Düsseldorf und NRW auf die Überholspur kommt.

Fotos: Karina Hermsen und Dirk Neubauer

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