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Home›Düsseldorf›Aktuelles›Düsseldorf: Iraker demonstrieren für ein Bleiberecht

Düsseldorf: Iraker demonstrieren für ein Bleiberecht

Von Dirk Neubauer
21. Januar 2018
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Die protestierenden Iraker zeigten in Theaterszenen, wie Milizen und Banden in ihrem Heimatland vorgehen.

Dunkel gekleidete Männer kommen und reißen den Vater heraus aus seiner Familie. Er wird verschleppt, verprügelt, inhaftiert und schließlich getötet. Mutter und Kinder bekommen nur noch die mit Ketchup als Blutersatz befleckte Kleidung zurück. Mit derart krassen Schauspielszenen machten rund 50 Iraker am Samstag (20.1.) gegenüber von Amts- und Landgericht darauf aufmerksam, dass ihr Heimatland mitnichten für sie sicher ist. Ihr Appell: Sie wollen als anerkannte Flüchtlinge in Deutschland bleiben. Und fordern ein Bleiberecht.

Laut den Zahlen des Bundesinnenministeriums bekamen in der ersten Hälfte 2017 zwei von drei Geflüchteten aus dem Irak einen Status, der zumindest ein Bleiben garantiert. Doch Organisationen wie Pro Asyl machen eine Verschärfung der Anerkennungspraxis aus. Mit dem Argument, dass manche Gegenden und Städte im Irak wieder sicher seien, werden deutlich mehr Asylgesuche von Irakern abgelehnt und sogar Anerkennungen aus den Vorjahren widerrufen. Dabei gibt es große Unterschiede von Bundesland zu Bundesland. Zugleich hat die Türkei bisher geltende Visabestimmungen verschärft.

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Wollen in Deutschland bleiben: Dafür protestierten die aus dem Irak geflohene Kinder, Frauen und Männer am Oberbilker Markt in Düsseldorf.

Gegen die härtere Linie in Deutschland protestierten die 50 Frauen, Männer und Kinder am Samstag an der Werdener Straße. Sie kritisierten, dass es bereits mehr als 40.000 Ablehnungen von asylsuchenden Irakern gegeben habe. Dabei herrschten im Irak immer noch chaotische Zustände. Zehntausende säßen ohne Gerichtsverfahren in den Gefängnissen. Milizen entführten und töteten täglich Menschen aufgrund ihrer Herkunft oder Religion. Kriminelle Banden bedrohten und erpressten die Bevölkerung.

Keine Abschiebung in ein unsicheres Land!

„Wir sind dort nicht sicher“, sagte einer Protestierenden. Sie hatten sich zum Teil in traditionelle Gewänder gehüllt, um ihre Herkunft als Kurden, christliche Jesiden, Palästinenser deutlich zu machen. Und hielten ihre Forderungen auf großen Papp-Schildern in die Kamera: Keine Ablehnung von Asylanträgen irakischer Flüchtlinge! Keine Abschiebung in den Irak! Unter den Schildern befand sich auch ein Dank an Deutschland, für die Aufnahme nach der zum Teil lebensbedrohlichen Flucht.

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