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Home›Düsseldorf›Aktuelles›Düsseldorf: Woche der Wiederbelebung – jeder kann helfen

Düsseldorf: Woche der Wiederbelebung – jeder kann helfen

Von Ute Neubauer
16. November 2017
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Einen bewusstlosen Menschen wieder zu beleben übten am Donnerstag Andreas Meyer-Falcke und Thomas Geisel im Foyer des Rathauses, Foto: Stadt Düsseldorf, Michael Gstettenbauer

Donnerstag (16.11.) im Foyer des Düsseldorfer Rathauses: Oberbürgermeister Thomas Geisel und Gesundheitsdezernent Andreas Meyer-Falcke knien am Boden und haben jeweils einen bewusstlosen Menschen vor sich. Rhythmisch versuchen sie mit einer Herzdruckmassage zu helfen. Unterstützt werden sie von den Einsatzkräften der Düsseldorfer Feuerwehr – denn es ist nur eine Übung und der Mensch eine Puppe, die an diesem Tag noch mehrfach zum Leben erweckt wird.

Prüfen – Rufen – Drücken

"Prüfen – Rufen – Drücken" heißen die Maßnahmen der Wiederbelebung, die jeder können sollte. Denn jeder kann in die Situation kommen, dass jemand einen Herzstillstand erleidet und sofortiger Hilfe bedarf. Vom 13. bis zum 17. November gibt es deshalb die Woche der Wiederbelebung unter dem Motto „Ein Leben retten“.

Die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin rät zu folgendem Handeln: Als erstes muss geprüft werden, ob die hilfsbedürftige Person bei Bewusstsein ist. Dazu spricht man sie an und schüttelt sie. Wenn keine Reaktion erfolgt, schaut man ob noch Atmung vorhanden ist. Ist dies nicht der Fall, sofort die 112 anrufen oder jemanden dazu auffordern. Dann sofort mit der Herzdruckmassage beginnen.

Dazu den Brustkorb frei von Kleidung machen und beide Handballen übereinander auf die Mitte der Brust legen, die Finger dabei verschränken. Die Arme durchstrecken und sich senkrecht über dem Brustkorb des Bewusstlosen positionieren. Dann fest und schnell mit der Druckmassage beginnen und 100 bis 120 Mal pro Minute drücken. Als Hilfestellung für den richtigen Rhythmus kann an die Takte der Songs „Stayin` Alive“ von den BeeGees oder „Rock Your Body“ von Justin Timberlake gedacht werden. Die Massage so lange fortführen, bis Hilfe eintrifft.

Beatmung kann sein, aber Herzdruckmassage muss sein

Geschulte Helfer können nach je 30 Mal drücken zwei Mal Mund-zu-Mund-Beatmungen durchführen. Die Mund-zu-Mund-Beatmung ist aber nicht die entscheidende Maßnahme bei Menschen mit plötzlichem Herzstillstand, dabei ist die Herzdruckmassage lebensrettend. Pro Minute, die bis zum Beginn der Reanimation verstreicht, verringert sich die Überlebenswahrscheinlichkeit um etwa zehn Prozent. Bei etwa der Hälfte der Menschen beginnt das Herz nach einer Druckmassage wieder an zu schlagen.

Bei der Massage kann es auch passieren, dass durch den Druck Rippen des bewusstlosen Menschen brechen, aber auch dann sollte nicht mit der Herzdruckmassage aufgehört werden. Die Massage sorgt für die Zirkulation des Blutes und das ist entscheidend, um das Gehirn weiter zu versorgen. Die Lebensrettung steht im Vordergrund und so ist die Hilfe entscheidend, selbst wenn sie ungeübt oder fehlerhaft durchgeführt wird.

Blut- und Knochenmarkspende

Die Stadt Düsseldorf startet die Aktionswoche gemeinsam mit der Universitätsklinik Düsseldorf (UKD). Dabei wird neben der Reanimation bei Herzstillstand auch für die Blut- und Knochenmarkspende geworben.

Um neue, dringend benötigte Spender zu gewinnen, informiert die Blutspendezentrale der Universitätsklinik Düsseldorf über die Möglichkeit einer lebensrettenden Blutspende. Zwei Drittel der Menschen in Deutschland brauchen ein Mal im Leben eine Blutspende oder Produkte, die aus einer Blutspende gewonnen werden. In Deutschland erfüllen rund 33 Prozent der Bevölkerung die Kriterien und damit die Voraussetzung zur Blutspende. Von diesen 33 Prozent kommen aber nur drei Prozent der Menschen zum Blutspenden.

Die Knochenmarkspenderzentrale der Universitätsklinik Düsseldorf klärt über eine lebensrettende Knochenmarkspende auf. Eine Stammzellentypisierung mittels schmerzfreiem Wangenabstrich wird kostenlos angeboten und damit die Aufbahme in die Kochenmarksspenderdatei.. Viele bösartige Bluterkrankungen (Leukämien) können durch die Übertragung gesunder Blutstammzellen eines "genetischen Zwillings" geheilt werden. Um die Überlebenschancen der Patienten zu erhöhen, ist es erforderlich, eine möglichst große Anzahl freiwilliger Blutstammzellspender zu gewinnen.

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