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PolitikStadtteile
Home›Politik›OB-Dialog in Düsseldorf-Flingern-Nord: Wenn ein Stadtteil „hipp“ wird

OB-Dialog in Düsseldorf-Flingern-Nord: Wenn ein Stadtteil „hipp“ wird

Von Ute Neubauer
18. Mai 2016
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Für vieles hatte der OB Verständnis, aber er nahm auch seine Verwaltung in Schutz

Laute Bahnen, Wandel zum „hippen“ Wohnviertel und Kinder, die nur unter Lebensgefahr die Straßen queren können – viele Themen wurden von den knapp hundert Besuchern beim OB-Dialog in Düsseldorf-Flingern-Nord am Mittwoch (18.5.) angesprochen.

Der OB-Dialog fing mit kleinen Hürden an, denn der Schulkomplex an der Lindenstraße in Flingern ist verwinkelt. An so mancher Tür der Grundschule wurde gerüttelt, bis sich schließlich den Weg zur Aula der Hauptschule fand. Dort hatten die Bewohner des Viertels die Gelegenheit, ihre Fragen an den Oberbürgermeister persönlich zu stellen – auch wenn die Bezirksvertretung bei Anregungen zu verkehrsberuhigten Zonen und neuen Bürgersteigen vielleicht der schnellere Weg gewesen wäre.

ÖPNV als Lärmquelle

Für große Unruhe im Viertel sorgt die Straßenbahn. Anwohner beklagen die zunehmende Lärmbelästigung und erklären deutlich, dies habe mit den neuen Bahnen noch zugenommen. Die Niederflurbahnen wären deutlich lauter, eine Anwohnerin hat bei geöffnetem Fenster einen Wert von 75 Dezibel gemessen. Zum Thema Lärm hat sich bereits eine Bürgerinitiative auf der Uhlandstraße gebildet, die zum Ziel hat die Strecke der U71 zu verlegen. Der Ob ist im Aufsichtsrat der Rheinbahn und hat zugesagt, das Thema mit den Fachleuten zu besprechen.

Grundschüler trauen sich nicht über die Straße

Ein großes Problem übergab die Grundschülerin Flora im Auftrag ihrer Klassenkameraden an den Oberbürgermeister. Sie müssen zum Besuch ihrer Grundschule an der Lindenstraße die Dorotheenstraße überqueren und das sei sehr gefährlich. Die Kinder könnten sich einen Tunnel oder eine Brücke vorstellen, wie sie in Zeichnungen dargestellt haben. Thomas Geisel sagt zu, die Taktung der Ampel und den Einsatz von Schülerlotsen oder Verkehrshelfer mit der Verwaltung zu besprechen.

Teures Wohnviertel

Viele Teilnehmer der Veranstaltung beklagten, das Flingern immer mehr zur gefragten Wohnadresse wird und die Mieten stetig steigen. Häuser werden in Eigentumswohnungen gewandelt und für den Normalbürger unbezahlbar. Lofts sind stark im kommen und auch die Neubauprojekte im Viertel haben ihre Genehmigungen weit vor dem vom Rat beschlossenen Handlungskonzept „Zukunft Wohnen.Düsseldorf“ erhalten. Für neue Bauprojekte fordert die Stadt eine Quote für die soziale Wohnraumförderung (20 Prozent geförderter Wohnungsbau, 20 Prozent preisgedämpfter Wohnungsbau). Geisel sieht als einziges Mittel gegen die Preisspekulationen bei Mieten den verstärkten Bau von neuen Wohnungen, um der Entwicklung im Stil des Prenzlauer Bergs in Berlin entgegenzuwirken.

Parkplatznot

Mehr Kontrolle seitens der Stadt wünschte sich eine Bürgerin bei der Vergabe und Belegung der Plätze in den Quartiersgaragen. Es sei fast unmöglich an Plätze zu kommen und sie hegt den Verdacht, dass die Plätze für teures Geld „untervermietet“ werden, da der Mangel an Parkraum gravierend ist. Der fehlende Parkraum führe auch immer dazu, dass die Autos die Radwege zuparken würden, beschwerte sich ein Anwohner. Er hatte mehrfach versucht beim Ordnungsamt Hilfe anzufordern und telefonisch darum gebeten, Kontrolleure vorbei zu schicken. Dies sei ihm aus Kapazitätsgründen versagt worden. Sein Appell an die Politik: Nicht nur Fahrradwege bauen und sich dafür feiern lassen. Nachher auch dafür sorgen, dass diese benutzt werden können“.

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