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Home›Düsseldorf›Blaulicht›Düsseldorf Oberbilk: 40 Festnahmen bei Großrazzia der Polizei hinter dem Hauptbahnhof | mit KOMMENTAR

Düsseldorf Oberbilk: 40 Festnahmen bei Großrazzia der Polizei hinter dem Hauptbahnhof | mit KOMMENTAR

Von Dirk Neubauer
17. Januar 2016
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Ein Zelt als mobile Wache: Wer sich bei der Großrazzia am Samstagabend hinterm Düsseldorfer Hauptbahnhof nicht ausweisen konnte, musste hierhin zur Überprüfung der Fingerabdrücke

40 Männer sind bei der Großrazzia auf der Rückseite des Düsseldorfer Hauptbahnhofs in Oberbilk am Samstag vorläufig festgenommen worden. Bei 38 von ihnen besteht nach Polizeiangaben der Verdacht, dass sie sich illegal in Düsseldorf aufhielten. Ein Mann sei bereits zur Abschiebung ausgeschrieben gewesen. Gegen einen weiteren besteht ein Verdacht auf Hehlerei. Hinzu kamen laut Polizeibericht sieben Strafanzeigen wegen Drogenbesitzes und eine Anzeige wegen Diebstahls, Betrugs und eines mutmaßlichen Verstoßes gegen das Waffengesetz.

Insgesamt seien die Personalien von 294 Personen festgestellt worden. Sechs von ihnen warfen laut Polizeiangaben, reflexartig Mobiltelefone weg, als die Razzia um 17.30 Uhr begann. Sie waren als gestohlen gemeldet. Rund 300 Beamte hatten am Samstag 18 Cafés, Spielcasinos und Shisha-Bars. Die Aktion begann um 17.30 Uhr und dauerte bis 23.45 Uhr.

Sechs Stunden lang Personalien-Check

Während dieser sechs Stunden waren Fahrbahnen und Bürgersteige im Bereich von Mintrop-, Scheuren-, Luisen-, Eller-, Linien- und Lessingstraße teilweise abgesperrt. In dieser Zeit stockte auch der Verkehr in Oberbilk. Unter anderem setzte die Polizei ein Zelt als mobile Wache ein, in der Fingerabdrücke digital abgeglichen werden konnten.

"Taten aufklären, bevor sie geschehen"

„Neben unseren intensiven Anstrengungen, speziell an den Brennpunkten in der Stadt Straftaten zu verhindern und Täter auf frischer Tat zu fassen, hat uns das Projekt Casablanca darüber hinaus viele Einblicke verschafft in die Strukturen der Verdächtigen, über ihre Gewohnheiten, Aufenthaltsorte und Unterkünfte. So haben wir die Möglichkeit mit regelmäßigen Kontrollaktionen, aber auch mit großen Razzien Orte aufzuklären, an denen solche Taten verabredet und vorbereitet werden, noch bevor sie geschehen“, sagte Einsatzleiter Frank Kubicki. „Anlass für die Razzia waren nicht die Vorkommnisse der Silvesternacht, vielmehr ist es die Fortführung unserer seit langer Zeit andauernden Bekämpfungsstrategie. Gleichwohl rechnen wir mit Erkenntnissen, die die Ermittlungen vorantreiben könnten“, stellt der Kriminaldirektor klar.

KOMMENTAR

Polizeilich gesucht: Reputation

Die Polizei fahndete am Samstagabend in den Straßen hinter dem Hauptbahnhof auch nach der Glaubwürdigkeit des NRW-Innenministers Ralf Jäger, SPD. Die ist ihm in den vergangenen zwei Wochen abhandengekommen. Die Opposition aus CDU und FDP im nordrhein-westfälischen Landtag hat einen Untersuchungsausschuss zu den Silvester-Straftaten in Köln und Düsseldorf verabredet. Die Bürger fühlen sich unsicher und fragen nicht mehr nach der Polizei, sondern nach dem „kleinen Waffenschein“ und Pfefferspray.
Da war die Razzia ein „Schutzmann reloaded“, ein Stück solides Polizei-Handwerk auf der Basis von Auswertungen, die im Juni 2014 begannen. Der gewünschte PR-Effekt wurde weit über die Grenzen Düsseldorfs hinaus erreicht. Allerdings braucht es mehr als nur diese eine Inszenierung. Mehr, um Antänzer, Taschendiebstahl und Handy-Klau aus der Altstadt zu verbannen. Und noch viel mehr, um Ralf Jäger aus der Schusslinie der Kritiker zu bringen.

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