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Home›Düsseldorf›Richtfest der Rosenmontagswagen: Zwischen Toleranz und purer Sünde

Richtfest der Rosenmontagswagen: Zwischen Toleranz und purer Sünde

Von Dirk Neubauer
13. Februar 2015
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Karneval ist pure Toleranz: Ob Atheist, Moselem, Jude oder Christ - in der Polonäse spielt keine Rolle, was man ist

Der Karneval als große Polonäse, als Bindeglied zwischen Atheisten, Juden, Moslems und Christen: „Karneval ist für alle da“ heißt die Überschrift auf dem Wagen des CC, auf dem Wagenbaumeister Jacques Tilly und Kabarettist Jürgen Becker mitfahren werden. In der Wagenbauhalle Auf‘m Steinberg trafen sich heute rund 300 Vereinsvertreter zum Richtfest der Wagen.

D_Jaques_Tilly_20150213

Wagenbaumeister Jacques Tilly

Aller Wagen? Nein, natürlich nicht. Die elf rollenden Stellungnahmen zum Zustand der Welt, ausgeknobelt von Meister Jacques Tilly, parkten streng bewacht an einem unbekannten Ort. Sie sollen erst am Montag ans Tageslicht kommen. Macht es denn eigentlich immer noch Spaß, mit Drahtgestell und leimdurchtränkter Zeitung Spaß zu machen? Nach dieser Frage von report-D muss Tilly nicht lange überlegen: „Klingt nach 30 Jahren ein wenig verrückt – aber ja: Es macht Spaß.“
Annette Rath, Mitglied in Tillys Künstlerteam und gelernte Bildhauerin, hilft im dritten Jahr, den jecken Fantasien Gestalt zu verleihen. Dafür bekam sie den Verdienstorden von Oberbürgermeister Thomas Geisel und schenkte ihm eine Extraportion Glück: „Ach wunderbar, endlich mal bützen auf Augenhöhe“, jubelte Geisel. Annette Rath ist 1,53 Meter groß.

Und dann ließen sie es Orden regnen

Ob Zugleiter Hermann Schmitz, weitere Wagenbaukünstler, Mitglieder der Zugleitung – die Herren Geisel und Hinkel (CC-Präsident) und  natürlich das Prinzenpaar ließen großzügig Orden regnen. Dabei standen zwei im Mittelpunkt der allgemeinen Aufmerksamkeit: Der närrische Schutzmann Theo Nöthlings übergab die Aufgabe, beim Düsseldorfer Zoch vorneweg zu gehen und ohne Bammel, aber mit großer Bimmel die Karnevalisten-Karawane anzukündigen an seinen Nachfolger Manfred Woyke (58).

D_Naerrischer_Schutzmann_20150213

Der Närrische Schutzmann Theo Nöthlings (rechts) übergab nach 16 Jahren an Manfred Woyke

Der ist auch im richtigen Leben Polizist und wurde gleich von der KG Knaasköpp adoptiert, die traditionell den närrischen Schutzmann stellt. Erfahren hat er vom neuen Dienstauftrag übrigen während des Urlaubs: „CC-Präsident Josef Hinkel rief mich in Griechenland an.“ Nach kurzer Beratung mit der Ehefrau sagte Woyke zu. Theo Nöthlings wurde nach 16 Jahren mit stehenden Ovationen verabschiedet und durchlebte dabei ein Wechselbad der Gefühle. Er gibt das Amt aus gesundheitlichen Gründen ab.

Wenn der Wolf die Verbraucherschutz-Geißlein frisst

Gestärkt durch Erbsensuppe und Altbier machten sich die Gäste dann auf zu einem ersten Rundgang durch die Halle. Und selbst der verspricht für den kommenden Rosenmontag eine Menge: Das Freihandelsabkommen TTIP frisst als Wolf all die Schafe des Verbraucherschutzes – der Wagen der Knaasköpp. Die Politik zieht an den Bürokraten, die zieht an den Bürgern, vor allem an den geldgefüllten Taschen. Bei der KG Regenbogen zischelt die pure Sünde in Form einer Schlage über den Wagen und führt den Bergischen Löwen in Versuchung. Tills Freunde sind nicht traumhaft, sondern traurig jeck, weil Pfingstorkan Ela den gesamten Hofgarten entwurzelt hat.

D_Zugleiter_Hermann_Schmitz_20150213

Zugleiter Hermann Schmitz gut gelaunt im Gespräch mit CC-Präsiedent Josef Hinkel

 

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