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Home›Düsseldorf›Aktuelles›Stinkefinger für die Rechtsextremen: Dritter Demo-Montag in Düsseldorf

Stinkefinger für die Rechtsextremen: Dritter Demo-Montag in Düsseldorf

Von Dirk Neubauer
26. Januar 2015
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Abschiedsgruß für rechtsradikale Marschierer von "Düsseldorf stellt sich quer".

Knapp hundert zeitweise stumme Rechtsextreme marschierten am Montagabend durch Düsseldorf. Zum ersten Mal gab es keinen Meter Demonstrationsweg, auf dem ihnen kein „Hau ab!“ entgegenschallte. „Düsseldorf stellt sich quer“ hatte nach Angaben von Sprecher Thomas Bose 1500, laut der Polizei 1000 Gegendemonstranten mobilisiert. Zum dritten Mal hintereinander war das Bahnhofsviertel samt aller Bus- und Bahnlinien für Stunden lahmgelegt.

Der Ausnahmezustand mobilisiert zunehmend die Anwohner und Geschäftsleute. Sie wehrten sich mit Topfklappern und Sprechchören gegen den rechtsextremen Marsch. Aus einer türkischen Bäckerei flog ein Ei in Richtung der Rechtsradikalen. Sofort stoppte Demo-Anmelderin Melanie Dittmer ihr Gefolge und verlangte, dass eine Strafanzeige aufgenommen wurde. Ein des Eierwerfens dringend Verdächtiger wurde nach Polizeiangaben identifiziert.

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Zeigte ein Bild vom rechten, zum Gruß gestreckten Arm vor der Demo in die Kameras: Melanie Dittmer.

Vor der Demo hatte die Anmelderin Dittmer ein Bild gezeigt, in dem man den verbotenen Nazi-Gruß erkennen kann. Auch während des Zuges glaubten Beamte, Hitler-Grüße gesehen zu haben. Zum Teil vermummten sich die Hooligans in der rechtsextremen Truppe. Mit der Einsatzleitung vor Ort gab es darüber vor Ort Diskussionen. Anders als bei den beiden Montagen zuvor dokumentierte die Polizei das Verhalten der Islamfeindlichen. Ab dem Wendepunkte nahe dem Graf-Adolf-Platz fuhr ein Kamerawagen vor der rechtsextremen Demo her.
Bei den sieben Gegendemonstrationen zählte Thomas Bose, Sprecher von Düsseldorf stellt sich quer, rund 1500 Menschen, die trotz des miesen Wetters gekommen waren. „Wir haben bunt, kreativ und sehr erfolgreich demonstriert“, sagte Bose zu report-D. So hatte am Stresemannplatz eine Radlergruppe spontan die Räder für eine Rast abgelegt. Keine komplette Blockade, weil die Rechten über die Gegenfahrbahn ausweichen konnten. Aber ein weiteres Zeichen. Zur Stärkung im stundenlagen ausharren innerhalb des Polizeirings gab es Kaffee in Pappbechern aus der benachbarten Shisha-Bar.

Gegendemos begleiteten den rechtsextremen Marsch

Auf der Kö spannte der CSD, der Christopher Street Day seinen Regenbogen gegen die Rechtsextremen. Selbst einige Fahnen der alten Tante SPD waren in den Reihen der Gegendemonstranten zu sehen. Die Gewerkschaft ver.di unterstützte den Protest von „Düsseldorf stellt sich quer“ ohnehin.
Gegen neun Uhr endete der rechtsradikale Spuk. „Wir kommen wieder“, grölten sie und stiegen unter Polizeischutz in ihre Züge. Melanie Dittmer, die Beisitzerin im Vorstand von Pro NRW ist, hat bis zum Jahresende Demonstrationen angemeldet. Pro NRW wird vom nordrhein-westfälischen Verfassungsschutz seit 2011 als verfassungsfeindlich eingestuft. Die selbst in der Kritik stehende ostdeutsche Pegida hat sich von den Umtrieben in Düsseldorf schriftlich distanziert.

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