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Home›Düsseldorf›Düsseldorfer Uni: Wissenschaftlerinnen kritisieren Berliner Diesel-Untersuchungsausschuss

Düsseldorfer Uni: Wissenschaftlerinnen kritisieren Berliner Diesel-Untersuchungsausschuss

Von Dirk Neubauer
30. Juni 2017
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Mit einem umfangreich durch Studien belegten Widerspruch haben sich drei Wissenschaftlerinnen gegen den Versuch des Bundestages gestellt, den Diesel reinzuwaschen. In ihrer Entgegnung auf den am Freitag (30.6.) im Berliner Bundestag diskutierten Abschlussbericht des 5. Bundestags-Untersuchungsausschusses zum Thema „Dieselabgase“ kommen die Medizinerinnen zu dem Schluss: „Die gesundheitliche Belastung durch Dieselabgase ist belegt.“

Unter der Federführung von Professor Barbara Hoffmann aus dem Düsseldorfer Institut für Arbeitsmedizin, Sozialmedizin und Umweltmedizin trugen Dr. Alexandra Schneider vom Helmholtz Zentrum München und Professor Claudia Hornberg von der Universität Bielefeld zusammen, was epidemiologische Studien belegt haben und berücksichtigten die Einschätzungen der Weltgesundheitsorganisation, der europäischen Umweltagentur und der U.S. amerikanischen Umweltbehörde.

Stickstoffdioxid schädigt die Gesundheit

Die Kernaussagen: Der Einfluss von Stickstoffdioxid auf die menschliche Gesundheit, auch unabhängig von Feinstaub, ist durch zahlreiche epidemiologische Studien wissenschaftlich belegt. Epidemiologische Befunde belegen negative gesundheitliche Wirkungen von Stickstoffdioxid bereits bei Konzentrationen von 20 µg/m3 im Jahresmittel oder darunter. Stickoxide haben auch als Vorläufer von Feinstaub und Ozon gesundheitliche Relevanz.

Reinwaschung auf 700 Seiten

Demgegenüber verkündet der Untersuchungsausschuss in der Fassung von CDU und SPD: Ein Zusammenhang zwischen Todesfällen und  der Belastung mit Stickoxiden könne nicht nachgewiesen werden. Der rund 700 Seiten umfassende Bericht (18/12900) enthält zwei Sondervoten der Linken und der Grünen. Die beiden Oppositionsfraktionen hatten den Ausschuss initiiert. Innerhalb von sechs Monaten wurden 57 Zeugen vernommen und 13 Sachverständige gehört. Das Gremium tagte 30 Mal, davon 15 Mal öffentlich. "Der Ausschuss hat keine relevanten neuen Erkenntnisse zu Tage gefördert", stellt der von der Mehrheit von CDU/CSU und SPD getragene Abschlussbericht fest. Linke und Grüne sprechen in ihren Sondervoten von einem Versagen der Regierung und nachgeordneter Behörden.

Diesel-Abgase mindern!

Den Wissenschaftlerinnen zufolge ignoriert der Bericht eine ganze Reihe wichtiger, weltweiter Studien. Sie appellieren: Ausgehend von dem beschriebenen wissenschaftlichen Erkenntnisstand weisen wir auf die große Bedeutung einer Reduktion von NOx-Emissionen aus Dieselfahrzeugen in Deutschland und Europa hin. Hiervon ist eine positive Wirkung auf die gesundheitsrelevante Exposition mit Luftschadstoffen wie Feinstaub, Ozon und Stickstoffdioxid zu erwarten. Wir leiten aus diesem Wissen eine besondere Verantwortung der Politik und der Automobilindustrie bei der Minderung dieser verkehrsbedingten Emissionen zum Schutz der Gesamtbevölkerung ab.“

Die Stellungnahme der Wissenschaftlerinnen im O-Ton

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