Düsseldorf: Der Verein grenzenlos gewinnt den Zukunftspreis 2026

Für seinen Einsatz gegen soziale Isolation und für gesellschaftliche Teilhabe wurde der Verein grenzenlos am Freitag (6.11.) mit dem Düsseldorfer Zukunftspreis 2026 ausgezeichnet. Über die drei Finalisten entschied keine Jury, sondern die Bürger*innen bei der öffentlichen Online-Abstimmung. Damit setzte sich der Verein gegen Flüchtlinge willkommen in Düsseldorf e. V. und “Sport statt Straße” der DJK AGON 08 durch. Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller überreichte die Auszeichnung im Bürgerhaus Bilk.
Der Zukunftspreis 2026 stand unter dem Motto “Ausgezeichnet Nachhaltig” und widmete sich dem Schwerpunkt “Armutsfolgen mindern – Dabei sein ermöglichen”. Die Geschäftsstelle Nachhaltigkeit richtete den Preis gemeinsam mit dem Amt für Soziales und Jugend aus.
Insgesamt 60 Bewerbungen gingen bei der Landeshauptstadt Düsseldorf ein. Eine Jury, bestehend aus Mitgliedern der Kleinen Kommission für nachhaltige Entwicklung sowie fünf externen Fachexpert*innen, wählte die drei Finalprojekte aus. Im Oktober waren dann die Bürger*innen eingeladen für ihr favorisiertes Projekt zu stimmen. Dabei wurden mehr als 800 Stimmen abgegeben.
Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller: “grenzenlos e. V. zeigt, dass gesellschaftliche Teilhabe oft mit ganz konkreten Dingen beginnt: einem gemeinsamen Essen, einem offenen Gespräch und einem Ort, an dem sich Menschen willkommen fühlen. Der Verein schafft seit vielen Jahren Begegnungen und Gemeinschaft und wirkt damit den sozialen Folgen von Armut entgegen. Dieses Engagement ist ein wertvoller Beitrag zu einem solidarischen Düsseldorf.”

Pater Wolfgang Sieffert hielt die Laudatio auf den Sieger, den Verein grenzenlos, Foto: Stadt Düsseldorf, Ingo Lammert.
Der Verein engagiert sich seit vielen Jahren dafür, Menschen, die von Armut betroffen sind, gesellschaftliche Teilhabe und Begegnung zu ermöglichen. Im Mittelpunkt der Vereinsarbeit steht das Restaurant “grenzenlos” in Düsseldorf-Unterbilk. Dort erhalten Menschen mit kleinem Geldbeutel ein günstiges Essen und finden zugleich einen Ort für Begegnung und Austausch. Der Verein versteht Armut nicht allein als Mangel an finanziellen Mitteln, sondern sieht darin auch ein Risiko für soziale Isolation und den Verlust gesellschaftlicher Kontakte.
Ergänzt wird das Angebot durch verschiedene Aktivitäten. Dazu zählen unter anderem das “Café Klatsch”, kulturelle Veranstaltungen, “FreitagsKunst” sowie das regelmäßig stattfindende “SonntagsKochen”. Dabei arbeitet grenzenlos e. V. eng mit anderen Initiativen und Organisationen aus Düsseldorf zusammen. Beim SonntagsKochen kommen beispielsweise Ehrenamtliche und Zugewanderte zusammen, um gemeinsam Angebote für die Gäste zu gestalten.
Mit dem ersten Platz ist ein Preisgeld in Höhe von 4.000 Euro verbunden. Darüber hinaus profitieren die ausgezeichneten Projekte von zusätzlicher öffentlicher Aufmerksamkeit. So können sie beispielsweise das eigens für die Abstimmung erstellte Video nutzen, um ihr Engagement auch über den Wettbewerb hinaus sichtbar zu machen.

Viele Gäste nahmen an der Verleihung des Zukunftspreises 2026 im Bürgersaal Bilk teil. Foto: Stadt Düsseldorf, Ingo Lammert.
“Der Zukunftspreis zeigt auch in diesem Jahr, wie viel Innovationskraft, Kreativität und Mut in unserer Stadt stecken”, sagt Stadtdirektor und Sozialdezernent Burkhard Hintzsche. “Alle drei Finalprojekte stehen beispielhaft dafür, wie Menschen mit neuen Ideen Verantwortung übernehmen und zukunftsfähige Antworten auf die Herausforderungen unserer Zeit entwickeln.”
Umweltdezernent Jochen Kral ergänzt: “Wir hoffen, dass der Schwung des Zukunftspreises über das Finale hinaus wirkt und Engagement in und für unsere Stadtgesellschaft weiter befördert. Denn genau darin liegt für uns ein besonderer Wert des Zukunftspreises: Gute Ideen sichtbar zu machen und damit weitere Menschen zum Mitmachen und Nachmachen zu ermutigen.”
Auch die beiden weiteren Finalprojekte überzeugten mit ihrem engagierten und wirkungsvollen Einsatz. Sie zeigen auf unterschiedliche Weise, wie vielfältig gesellschaftliche Teilhabe in Düsseldorf ermöglicht werden kann. Beide Projekte werden ebenfalls ausgezeichnet und erhalten ein Preisgeld für ihr Engagement.
Der zweite Platz und ein Preisgeld von 2.000 Euro gehen an Flüchtlinge willkommen in Düsseldorf e. V. Der Verein unterstützt geflüchtete Menschen mit Beratung sowie Sprach-, Begegnungs- und Teilhabeangeboten auf ihrem Weg zu einem selbstbestimmten Leben in Düsseldorf. Besonders ist dabei das vielfältige ehrenamtliche Engagement von Menschen mit eigener Fluchterfahrung: Viele, die selbst einmal Unterstützung gesucht und erhalten haben, engagieren sich heute im Verein und geben ihre Erfahrungen, Kenntnisse und persönlichen Kontakte an andere Geflüchtete weiter.
Den dritten Platz, verbunden mit einem Preisgeld von 1.000 Euro, belegt das Projekt “Sport statt Straße” der DJK AGON 08. Es ermöglicht Kindern unabhängig von ihrer finanziellen Situation die kostenlose Teilnahme an einer Fußballschule. Damit schafft es einen niedrigschwelligen Zugang zu Sport und Gemeinschaft. Das Angebot richtet sich insbesondere an sozial benachteiligte Düsseldorfer Kinder und findet jährlich in den Sommerferien statt. Im Mittelpunkt stehen Bewegung, Spaß, Teamgeist und Fairplay.
Der Zukunftspreis Düsseldorf wurde 2025 erstmals vergeben und löste den langjährigen Düsseldorfer Umweltpreis ab. Jedes Jahr steht ein anderes Handlungsfeld der Nachhaltigkeit im Mittelpunkt. 2026 lag der Schwerpunkt darauf, wie die Folgen von Armut gemindert und gesellschaftliche Teilhabe gestärkt werden können. 2027 widmet sich der Zukunftspreis dem Thema Müllvermeidung und Recycling.
Alle Informationen zum Zukunftspreis gibt es unter: www.duesseldorf.de/nachhaltigkeit/zukunftspreis
