Düsseldorf: Jazz City Bilk – geniales Festival begeistert die Gäste

Den Namen „Jazz City Bilk“ hat sich der Stadtteil am Wochenende extrem verdient. Bestes Wetter, tolle Musik und vieles davon „umsonst & draußen“ begeisterte die Gäste. Am Freitagabend (8.5.) konnte die Kneipen-Rally bei freien Eintritt in gleich zwölf Locations erlebt werden. Jonpriml spielte im Zielhoff, QBan Soul im Sol y Sombra, Reggae meets Jazz in der Byliny Bar, bULBES in der BarMusame, das Upper Gate Quintet im Pegasos, das Duo Christine Corvisier & Philipp Brämswig im Covent Garden, Wissers 5th Dimension im 12 Apostel, das Avanjit Singha Trio in der Bar Modigliani, The Ash, Charly Murphy & Friends im Viertelladen, das Monique Rocha Trio im Futuro Si, Hidden Agenda im Antoniushof, Bufiman in der Schleuse 2 im Bilker Bunker und Jimmy Radant im KIT Cafe. Wer ein Ticket kaufte, konnte in der Jazz-Schmiede Dammnation erleben. „Wir gehen raus aus den bekannten Sälen und holen die Menschen quasi vor ihrer eigenen Tür ab“, erklärte Marcel Clemens, Mitorganisator von Jazz City Bilk. „Uns geht es vor allem um die Musik und um den Bezug zum Stadtteil. Wir wollen zeigen, dass das Gute oft näher liegt und weniger kostet als man denkt“, fügte er hinzu.

Bandleader und am Vibraphon Matthias Strucken mit Schlagzeuger Gianni Legrottaglie, Marc Brenken am Klavier und Bassist Jochen Schaal, Foto: Michael Martsch

Der Trödelmarkt am Aachener Platz feiert seinen 40. Geburtstag, Foto: Michael Martsch

Erst über den Trödelmarkt bummeln und dann die Musik genießen, Foto: Michael Martsch
Das Programm setzte sich am Samstag (9.5.) fulminant fort. Die Besucher*innen des Trödelmarktes am Aachener Platz kamen in den Genuss vom „Milt Jackson Project“ des Vibraphonisten Matthias Strucken. Gemeinsam mit Pianist Marc Brenken, Bassist Matthias Nowak und Schlagzeuger Gianni Legrottaglie begeistere Strucken die Gäste.

Hunderte genossen das Openair-Feeling “umsonst & draußen” mit toller Musik, Foto: Michael Martsch

Felis House Band, Foto: Michael Martsch
Einer der Höhepunkte von Jazz City Bilk war auch in diesem Jahr der Kirchplatz. Dort stand eine große Bühne und von Mittag bis in den späten Abend war der Platz voller Menschen, die sich über die verschiedenen Bands freuten. Den Opener machte Phil’s Flying Axes, um dann die Bühne Felis House Band zu überlassen. Hans Hoff mit Blue Again bekam viel Applaus und extra aus Edingburgh angereist waren die Killerhorns, die echte Funky Jazz Stimmung verbreiteten und das tanzwillige Publikum in Schwung brachten. Zwischen den vielen Eigenkompositionen glänzten sie mit bekannten Hits aus den 80ern, wie Sledgehammer von Peter Gabriel.

Die Killer Horns, Foto: Michael Martsch

Bei Sledgehammer von Peter Gabriel gab es auch Gesang, Foto: Michael Martsch
Den genialen Abschluss des Abends gestalteten Los Pipos, deren Musiker*innen aus Peru, Kuba, Mexiko, Deutschland, Chile und den Niederlanden kommen. Sie eroberten die Herzen des Publikums im Sturm. Zum Start gab es für alle einen schnellen Tanzkurs: One Two ChaChaCha three, four, ChaChaCha zählte die Sängerin vor.

Der Top Act am Abend, Foto: Michael Martsch
Die untergehende Sonne tauchte den Kirchplatz in stimmungsvolles Licht und alles brodelte regelrecht vor Leidenschaft, Bewegung und Lebensfreude. Die Band überraschte mit sehr abwechslungsreicher Dynamik und als sie die Bühne verließen und mit Gesang, Trompete und Percussion hintereinander in einer Reihe durchs Publikum tanzten, ließen sich die Düsseldorfer*innen nicht lange bitten und schlossen sich spontan mit einer Polonaise an.

Eine Polonaise? In Düsseldorf kein Thema, Foto: Michael Martsch
Aber nicht nur auf dem Kirchplatz wurde es musikalisch, auch vor den Düsseldorf-Arcaden, am Fürstenplatz und auf dem Friedensplätzchen war Jazziges angesagt, als sich die Creole Night Birds als Walking Act auf musikalische Wanderschaft begaben und der Steptanz-Nachwuchs aus der Nachbarschaft zeigte, was er kann.

Summer-Feeling im Mai auf dem Kirchplatz, Foto: Michael Martsch
Neben den kostenfreien Angeboten bot Jazz City Bilk zahlreiche Veranstaltungen mit Kooperationspartnern, für die man Tickets brauchte. Erneut war das Ballett der Oper am Rhein dabei und machte das Publikum im Balletthaus zum Teil einer von Live-Jazz untermalten Installation. Eine Hildegard-Knef-Performance gab es im Bürgerhaus Bilk mit anschließendem passenden Film im Metropol-Kino. Bei der Miles-Davis-Lesung in der Lutherkirche verband der als Stimme von Robert de Niro bekannte Christian Brückner mit einem Quintett Jazz und Literatur.
Düsseldorfs Kulturdezernentin Miriam Koch hat in diesem Jahr die Schirmherrschaft für „Jazz City Bilk“ übernommen und lobte: „So entsteht ein lebendiger Klangraum, der Bilk auf ganz neue Weise erlebbar macht.“
Und wir meinen: gerne im nächsten Jahr wieder!