Uniklinik Düsseldorf nimmt Hantavirus-Kontaktperson nach Kreuzfahrt auf

Diesmal ist es keine Übung zwischen den Einsatzkräften der Feuerwehr Düsseldorf und dem Team des Universitätsklinikums Düsseldorf (UKD): Eine Hantavirus-Kontaktperson von einem vor den Kapverden liegenden Kreuzfahrtschiff, auf dem es bereits Todesfälle gab, wird vorsorglich im UKD untersucht.
Am Mittwoch (6.5.) wird die Person nach der Landung auf dem Flughafen Amsterdam von spezialisierten Einsatzkräften nach Düsseldorf gebracht. Ein Fahrzeugverband der Feuerwehr besteht aus einem Führungsfahrzeug, zwei Rettungswagen, welche speziell für infektiöse Patienten ausgestattet sind, einem Logistikfahrzeug sowie einem Hilfeleistungslöschfahrzeug sind nach Amsterdam aufgebrochen. Die Person soll im Bereich des Abends nach Düsseldorf gebracht werden.
Das UKD betont, dass es sich nicht um einen bestätigten Infektionsfall handelt, sondern um eine bisher asymptomatische Kontaktperson, bei der vorsorglich auf der Infektionsstation eine klinische Ersteinschätzung sowie infektiologische Untersuchungen erfolgen sollen. Die Infektionsstation des UKD verfügt über besondere Expertise und hält eine Sonderisolierstation für die Versorgung von Erkrankungen durch hochansteckende Erreger wie z. B. das Ebolavirus vor. Durch die interdisziplinäre Vernetzung unterschiedlicher Fachbereiche können auch seltene infektiologische Lagen sicher und koordiniert versorgt werden.
„Es handelt sich um eine Kontaktperson ohne bestätigten Nachweis einer Hantavirus-Infektion. Die Aufnahme erfolgt rein vorsorglich zur medizinischen Abklärung. Solche Situationen gehören zum infektiologischen Versorgungsauftrag eines universitätsmedizinischen Zentrums wie des UKD“, erklärt Prof. Torsten Feldt, Bereichsleiter Tropenmedizin der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie am Universitätsklinikum Düsseldorf. Die medizinische und infektiologische Ersteinschätzung der Kontaktperson erfolgt beispielsweise mit weiterführenden virologische Laboruntersuchungen. Anschließend soll die Person zeitnah an ihren Heimatort in Deutschland verlegt werden.
Hantaviren kommen weltweit vor und werden überwiegend durch Nagetiere übertragen. Menschen infizieren sich meistens über den Kontakt mit virushaltigen Ausscheidungen infizierter Nager, beispielsweise durch aufgewirbelten Staub. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist unüblich, allerdings für den in Südamerika vorkommenden Virustyp, der als Ursache der Erkrankungen vermutet wird, beschrieben. Der genaue Virustyp wird aktuell noch untersucht. Gesundheitsbehörden wie das European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC) und die Weltgesundheitsorganisation WHO bewerten das Risiko für die allgemeine Bevölkerung in Europa derzeit ausdrücklich als „sehr gering“.