Düsseldorf: Gewerkschaften wehren sich am 1. Mai gegen das Bild vom faulen Bürger

Traditionell starten die Mitglieder der Gewerkschaften am 1. Mai, dem Tag der Arbeit, in Düsseldorf mit einem Demonstrationszug vom Gewerkschaftshaus an der Friedrich-Ebert-Straße zum Johannes Rau Platz. Begleitet von der Polizei zogen rund 1000 Teilnehmende am Freitag (1.5.) ab 11 Uhr durch die Innenstadt.

Die DGB-Jugend hatte das Motto “People over Profit” – für ihre aktionen während der Demo und auf der Bühne gab es viel Beifall
Die Vorsitzende des DGB-Stadtverbands, Sigrid Wolf, Bürgermeister Josef Hinkel und der Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei NRW, Patrick Schlüter, trugen gemeinsam mit Gewerkschaftskolleg*innen das Mottobanner „Erst unsere Jobsm dann eure Profite“. Am Corneliusplatz stoppte die Gewerkschaftsjugend, die mit einer großen Gruppe dabei waren, kurz die Demo und präsentierte mit zahlreichen kreativen Plakaten und Konfetti ihr Motto „People over Profit“. Dann ging es vorbei am Carlsplatz zum Rheinufer und am Johannes Rau Platz wurden die Demonstrierenden von vielen empfangen, die bereits die Stände der Gewerkschafte, Parteien, Organisationen und Gruppierungen besuchten.

Auf dem Johannes Rau Platz und rund ums KIT gab es viele Stände der Gewerkschaften, von Partein und vielen Organisationen
55 Stände gab es. Darunter solche mit kulinarischen Angebot und eine Hüpfburg für die Kinder, aber auch von den verschiedenen Gewerkschaften, dem ADFC, dem Flüchtlingsrat, Amnesty International, den Grünen, den Linken, der SPD, von BSW, dem Mieterverein, der AWO, den Omas gegen Rechts, der Komma und vielen mehr. Neben der Bühne war der Mottowagen von Jacques Tilly platziert, bei dem Putin versucht den Hoppeditz, der für Satire steht, mit einem Messer zu ermorden, während sich der Narr mit einer rot-weissen Pritsche wehrt.

(v.l.) Josef Hinkel, Sigrid Wolf, Patrick Schlüter, Dirk Jehle und Gabriella Lorusso auf der Bühne
Bei ihrer Rede machte Sigrid Wolf deutlich, dass man sich gegen die aktuelle Meinungsmache wehren werde, die Bürger*innen seien alle faul und würden immer nur fordern. Die Gewerkschaften beobachten besorgt, wie sich die Koalition im Bund von solchen Einstellungen treiben lässt und viele Errungenschaften in Frage stellt. So wird die Abschaffung des 8-Stunden-Tags ebenso diskutiert, wie die Rentenkürzung. Das werden die Gewerkschaften verhindern und dafür auf die Straße gehen. Es sollte nicht dem Sozialstaat an den Kragen gehen, sondern endlich das Steuersystem zu Lasten der Reichen geändert werden. Denn starke Schultern sollten mehr tragen als schwache. Dabei müsse die Politik langsam vom Reden ins Handeln kommen.
Die angeblich „faule Jugend“ thematisierte auch die DGB-Jugend. Sie kritisieren die Spaltungsversuche und sprachen sich dafür aus, ihre Zukunft nicht zu gefährden. Ihr Motto „People over Provit“ hatten die Jugendlich auf einheitliche Trikots gedruckt, mit denen sie sich auch auf der Bühne präsentierten.

Die Band ILEX sorgte mit flotter Musik für Unterhaltung
Für das musikalische Programm sorgte die Band ILEX, die mit ihren Liedern zur guten Stimmung beitrugen. Das tolle Wetter lockte viele Besucher*innen zum Familienfest, bei dem bis in den Nachmittag fröhlich gefeiert wurde.











