Düsseldorf: Ab 1. März werden neue Betriebsräte gewählt

Zuletzt fanden im Jahr 2022 Betriebsratswahlen statt und damals lag die Wahlbeteiligung bei 72 Prozent. Die Gewerkschaften haben sich zum Ziel gesetzt erneut viele Mitarbeitende zur Wahl zu motivieren und starten Informationskampagnen. Denn bereits ab fünf Beschäftigten in einem Betrieb kann ein Betriebsrat gewählt werden. Dabei sind alle Arbeitnehmer*innen ohne Leitungsfunktion, die das 16. Lebensjahr vollendet haben, wahlberechtigt. Auch Leiharbeitnehmer*innen dürfen wählen, wenn sie mindestens drei Monate überlassen wurden. Sie zählen bei der Größe des Betriebsrates mit. Kandidieren darf, darf wer mindestens sechs Monate im Betrieb ist.
Das Motto der Betriebsratswahlen lautet: “Wähl dich stark. Betriebsräte kämpfen für sichere Jobs.‘‘ Die Wahlen finden im Zeitraum zwischen dem 1. März und 31. Mai 2026 statt.
„Gerade in unsicheren Zeiten helfen Betriebsräte schwierige Veränderungen zu Gunsten der Arbeitnehmer*innen zu begleiten. Die Wahl von Betriebsrät*innen ist ein wesentlicher Bestandteil der Demokratie. Mitbestimmung im Betrieb kann für gute, faire und soziale Lösungen sorgen”, erklärt Sigrid Wolf, DGB-Stadtverbandsvorsitzende in Düsseldorf.
„Betriebsräte sind zeitgemäß und sollten eine Selbstverständlichkeit sein. Wir wünschen uns in vielen Betrieben in Düsseldorf, insbesondere im Gastgewerbe und in Bäckereien, ein hohes Engagement der Beschäftigten. Denn nur so können wir wirkungsvoll die Interessen der Beschäftigten vertreten“, so Zayde Torun, Geschäftsführerin der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), Region Düsseldorf-Wuppertal.
Dinah Trompeter, Geschäftsführerin IG Metall Düsseldorf-Neuss, betont: „Betriebsräte sind das Rückgrat guter Arbeit. Sie sorgen dafür, dass Beschäftigte eine starke Stimme haben – bei Veränderungen, bei Investitionen und ganz konkret im Arbeitsalltag. Ob es um faire Arbeitszeiten, Gesundheitsschutz, Eingruppierungen oder Neueinstellungen geht: Betriebsräte gestalten mit und sichern damit nicht nur Arbeitsplätze, sondern auch die Zukunft eines Standorts. In Zeiten rasanter Transformation ist ihre Rolle wichtiger denn je. Deshalb gilt: Mitbestimmen heißt stärken – und Wählen lohnt sich immer‘‘.
Nach Untersuchungen der Universität Trier profitieren auch Arbeitgeber*innen von Betriebsräten. Demnach ist in Betrieben mit Betriebsrat die Produktivität, je nach Branche und Betriebsgröße, zwischen 9 und 30 Prozent höher. Außerdem seien Betriebsräte ein wichtiger Faktor, wenn ein Unternehmen in Schieflage gerät. Denn ohne Anhörung des Betriebsrates sind Kündigungen unwirksam – und bei Sozialplänen ist seine Zustimmung erforderlich. Die Gewerkschaften helfen bei der Etablierung von Betriebsräten, aber Betriebsräte sind nicht notwendigerweise auch gewerkschaftlich organisiert, da sie gesetzliche und keine gewerkschaftlichen Organe sind. Das hat Konsequenzen: ,,Wer die Bildung eines Betriebsrats oder dessen Arbeit behindert, dem droht gemäß § 119 Betriebsverfassungsgesetz im Extremfall sogar ein Jahr Haft‘‘, stellt Özay Tarim, Gewerkschaftssekretär von ver.di Bezirk Düssel-Rhein-Wupper, klar.
Der DGB hat eine neue Infoplattform zum Thema „Sichere Betriebsratswahlen 2026“ ins Leben gerufen: https://demokratiestaerken.dgb.de. Dort findet man Hilfe und Orientierung, wenn Mitbestimmung und Betriebsratswahlen angegriffen oder Kolleg*innen unter Druck gesetzt werden (z. B. Einschüchterung, Drohungen, rassistische Vorfälle, Desinformation).
Weitere Informationen gibt es auch hier.