KAB Düsseldorf verleiht zum dritten Mal den Nikolaus-Groß-Preis

Die katholische Arbeitnehmerbewegung (KAB) in Düsseldorf hat eine lange Tradition, die eng mit Nikolaus Groß verbunden ist. Groß war ein deutscher christlicher Gewerkschafter und führend in der Katholischen Arbeiterbewegung. Als Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus wurde er am 23. Januar 1945 von den Nazis ermordet. Mit dem Nikolaus-Groß-Gedenktag erinnert die KAB zu seinem Todestag an seine Verdienste und wie wichtig es ist, für Menschenrechte einzustehen.
Zu seinen Ehren verleiht die KAB in diesem Jahr zum dritten Mal den Nikolaus-Groß-Preis. 2024 erhielt ihn Karin-Brigitte Göbel, im vergangenen Jahr Andreas Rimkus und am Sonntag (25.1.) wurde Hubert Ostendorf damit überrascht.

Die Feier fand im Pfarrsaal von St. Michael an der Posener Straße statt, Foto: Mario Amico
Nach einem Gottesdienst in der Kirche St. Michael, den der stellvertretende Stadtdechant Joachim Decker hielt und der musikalisch vom Chor Gaudete aus Wersten begleitet wurde, gab es einen Empfang im Pfarrsaal. Zu diesem Zeitpunkt dachte Hubert Ostendorf aber noch, dass er als Redner für den Festvortrag eingeladen wurde.
Diözesanpräses der KAB im Erzbistum Köln, Michael Inden, schien eine Rede in Erinnerung an Nikolaus Groß zu halten, die dann nach und nach zur Laudatio für Hubert Ostendorf wurde. Er schlug die Brücke über das Thema Demokratie, die von Menschen lebt, die Haltung zeigen, zu Armut, Ausgrenzung und Obdachlosigkeit. „Armut ist kein Schicksal, so lässt sich seine Haltung zusammenfassen, sie ist das Ergebnis von Entscheidungen – und damit veränderbar,“ führte Inden aus und mittlerweile war jedem klar, das Hubert Ostendorf gemeint war. „Der Nikolaus-Groß-Preis ehrt Menschen, die Verantwortung übernehmen, ohne auf Applaus zu warten. Heute ehren wir einen Menschen, der genau das getan hat – jahrzehntelang, konsequent, mit offenem Visier. Und deshalb ist es folgerichtig, dass ein Preis, der den Namen Nikolaus Groß trägt, an jemanden geht, der dessen Haltung in unsere Zeit übersetzt hat: Hubert Ostendorf von fiftyfifty.

Thomas Groß und Preisträger Hubert Ostendorf, Foto: Lama Skaf
Hubert Ostendorf bedankte sich für die Auszeichnung, betonte aber gleich, dass der Preis nicht ihm, sondern dem ganzen Team zustünde. Die Gäste erfuhren aber auch, wie die praktische Arbeit von fiftyfifty aussieht. Streetworker Oliver Ongaro und Guiseppe berichteten über den langen, aber erfolgreichen Weg, den der ehemals Drogen- und Alkoholabhängige von der Straße zurück in die Gesellschaft geschafft hat – Dank der Unterstützung von fifty fifty.

Für Hubert Ostendorf gab es eine Urkunde und den Preis
Überreicht wurde der Preis von Thomas Groß, dem Enkel von Nikolaus Groß. Auch der Preisträger von 2025, Andreas Rimkus, sowie Bezirksbürgermeisterin Dagmar von Dahlen, die Vorsitzende des Katholikenrates Nathalie Schneider und zahlreiche Freunde und Wegbegleiter des KAB nahmen an der Feierstunde teil.