Karneval in Düsseldorf: Der doppelte Hoppeditz eröffnet die Session

Auch wenn man in Düsseldorf am Dienstag (11.11.) nicht zu tief ins Altbierglas geschaut hatte, sah man auf dem Marktplatz doppelt. Denn nicht nur ein Hoppeditz las aus dem Senftopf die Leviten, gleich zwei taten es. Denn Tom Bauer, Hoppeditz seit stolzen 18 Jahren, verabschiedete sich aus diesem Amt. Doch sein Nachfolger Jan Philip Hilger hatte sich bereits in der Jubiläumssession als Hoppeditz versucht und übernimmt nun. Bei ihm muss es an den Genen liegen, wo doch Vater Jürgen Hilger von 1991 bis 2000 als närrische Traditionsfigur den Düsseldorfer Karneval repräsentierte.

Aber bis der Deckel des Senftopf um 11:11 Uhr wackelte, war ordentlich Bewegung am Rheinufer und in der Altstadt. Denn rund 1000 Karnevalisten der verschiedenen Gesellschaften hatten sich getroffen und zogen gemeinsam auf dem Marktplatz ein. Allerdings nur mit musikalischer Unterstützung der Prinzengarde der Stadt Düsseldorf. Die Prinzengarde Blau-Weiss war ohne Musiker unterwegs. Aber von der Bühne vor dem Rathaus gab es dann ganz viel Musik. Dort präsentierte die Wimmer Band das Mottolied “Mer bliewe bunt – ejal wat kütt!” und CC-Präsident Lothar Hörning begrüßte die versammelten Jecken gemeinsam mit Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller vom Balkon des Rathauses.

Viele waren gespannt auf den Auftritt von Tom Bauer, war doch vorher bereits bekannt geworden, dass er abdankt. Die von Jürgen Hilger geschriebene Rede war bissig, hatte aber auch viel Schmunzler dabei. So stellte der Hoppeditz die berechtigte Frage, ob es noch zeitgemäß sei, aus einem Senftopf zu krabbeln, wo die Senfproduzenten doch Düsseldorf den Rücken gekehrt hätten. Doch die Alternativen mit Altbierfass, Killepitschflasche oder Rheinmetall-Panzer seien auch keine Lösungen: „drum blieb’ ich im Senfpott und grüße euch – Helau“, beschloss Bauer die Diskussionen.
Ein großer Teil der Rede war der Politik gewidmet und da durfte das Geburtstagsständchen für Kanzler Merz zu seinem 70. nicht fehlen. Auch Keller und alle politischen Parteien bekamen ihr Fett weg, inklusive Opernstandort und Erhalt der Gaslaternen. Als Tom Bauer dann seinen Abschied verkündete und die Menschen auf dem Platz fragte, ob sich unter ihnen ein Nachfolger finden würde, meldete sich tatsächlich eine Gestalt im Clownkostüm mit grüner Melone. Eingeladen gleich in den Senftop zu kommen, stellte sich der Clown als Jan Philip Hilger heraus, der gleich eine Kostprobe seines Könnens gab und über die Fortuna ablästerte. Sein Gesang auf Hubbelrath war kaum zu verstehen – er sollte lieber beim Sprechen bleiben.
Für Tom Bauer gab es eine Narrenkappe bestickt mit Hoppeditz a. D. und die Karnevalisten applaudierten lange für beide. Keller ging bei seiner Gegenrede kurz auf die zwei Hoppeditze ein: „Doch zwei von euch? Da sag ich: Hää? Und das auch noch am Singles-Day!“. Er ermunterte die Hoppeditze weiter ihren Senf dazu zu geben, egal welche Unternehmen diesen in der Stadt noch produzierten.

Die Hoppeditze wurden von der Hoppediz-Wache ins Rathaus geleitet, wo sie begeistert von vielen Gästen empfangen wurden.

Auf den Bühne gab es Programm bis in den späten Abend mit Live-Musik von Brings, Alt Schuss, Rhythmusportgruppe, Swinging Funfares, Wimmer Band, Heinz Hülshoff, Rainer Lieverscheidt und vielen anderen.

Für das designierte Prinzenpaar Marcus und Nicole war es ein Tag ohne Verpflichtungen. Das ändert sich am Freitag (14.11.), denn mit ihrer Kürung sind sie offiziell im Amt und es erwarten sie zahlreiche Auftritte.

Auch in der Altstadt feierten die Jecken an allen Ecken – wie hier am Schlüssel, wo gleich fünf Gesellschaften gemeinsam Biwak hielten
Am Samstag (15.11.) feiern die jungen Jecken um 11.11 Uhr das Kinder-Hoppeditz-Erwachen auf dem Stiftsplatz. Niklas Wesche von der Rheinischen Garde Blau-Weiss wird zum fünften Mal seinen großen Auftritt als Kinder/Jugend-Hoppeditz haben.
In der katholischen Kirche St. Peter wird am Sonntag (16.11.) um 16 Uhr der traditionelle CC-Gottesdienstes gefeiert, zu dem alle herzlich eingeladen sind.
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