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Düsseldorf Unterbilk: Verrückte Idee oder ein Schritt in die richtige Richtung – ein Stück Bilker Allee wird zum Quartiersplatz

Von Ute Neubauer
29. August 2020
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Für Autos war das Stück Bilker Allee gesperrt, aber mit einem winzigen Umweg konnten die hinter der Kirche abbiegen

Im Stadtplan ist der „Platz des guten Lebens“ nicht zu finden – noch nicht. Geht es nach den Anwohnern der Bilker Allee, könnte im Schatten der Kirche St. Martin ein solcher Platz entstehen. Wie das aussehen könnte, probierten die Menschen im Quartier am Samstag (29.8.) und Sonntag aus. Das Stück Bilker Allee wurde für den Verkehr gesperrt, Rollrasen verlegt und Aktionen vorbereitet. Viele Unterbilker genossen den Versuch. Staus gab es nicht, höchstens beim Nachwuchs, der Schlange stand um sich an den vielen Aktionen zu beteiligen.

D_Bilk_Enten_29082020

Entenangeln mitten auf der Fahrbahn – der Nachwuchs hatte Spaß

Kein Platz für Autos

Der Anfang der Bilker Allee liegt im Bereich der ungeraden Hausnummer am Abzweig zur Lorettostraße. Auf der einen Seite sind Parkplätze, gegenüber ein Taxistand. Wer das Stück Straße nur vom Durchfahren kennt, staunte am Samstag nicht schlecht. Denn mit Barken war der Bereich abgetrennt und für den Verkehr gesperrt. In der Absperrung war am Samstagmorgen ein bunten Kleinod mit Rollrasen, Blumen, Liegestühlen und Aktionen entstanden.

D_Bilk_mitte_29082020

Durch den Rollrasen und die vielen Blumen entstand eine gemütliche Fläche, die viele Anwohner anlockte

Platz für gutes Leben

Der Rollrasen bildet die Buchstaben des „Platz für gutes Leben“ nach und alle Beteiligten haben die Rasenflächen bunt gestaltet. Ein Planschbecken lädt zum Entenangeln ein, Kinder sprühen mit Kreide ihre Namen oder malen Motive, Liegestühlen laden zum Verweilen ein. Aufenthaltsqualität pur, die viele Bewohner des Viertels anzog und Begeisterung auslöste.

Zahlreiche Vorschläge

Die Unterbilker haben sich zumindest für ein Wochenende ein Stück Lebensqualität erobert und dem Verkehr abgetrotzt. Viele Stimmen waren sich am Samstag einig: Das könnte immer so bleiben. Auf einem großen Tisch war ein Plan der Straße ausgebreitet und mit bunten Stiften trugen die Besucher*innen ein, was sie sich für die Zukunft auf diesem Straßenabschnitt wünschen. Ein junges Paar überlegt nicht lange und malt sofort Kisten mit Pflanzen, denn Urban Gardening gäbe es im Viertel noch nicht und das wäre doch toll zu haben. Andere skizzieren eine Kletterwand und es entsteht die Idee, ob man nicht eine Wand der Kirche St. Martin dafür nutzen könne. Kirchenvorstand Günther Fuchs steht gerade am Nachbarstand und mit der Idee konfrontiert, wandert sein Blick gleich prüfend über die Kirchenfassade, welche Stelle geeignet sein könnte. Vielleicht geht da was.

D_Bilk_Plan_29082020

Auf dem großen Plan konnte jeder seine Ideen und Wünsche vermerken

Ideensammlung

Bis zum Sonntagnachmittag sollen noch viele Ideen ausgetauscht und gesammelt werden, wie der Platz langfristig gestaltet werden könnte. Ziel der Nachbarschaft ist es, das stark von Gentrifizierung bestimmte Leben im Viertel gemeinschaftlicher für viele Bevölkerungsschichten zu gestalten. Welche Chancen in anderer Nutzung des Straßenraums liegen, zeigt die coronabedingte Umwidmung zahlreicher Parkplätze zu Außenterrassen. Für Autofahrer ergebe sich an der Bilker Allee nur ein sehr kurzer Umweg auf der anderen Seite der Kirche herum.

D_Bilk_Kisten_29082020

Der Förderverein der Konkordiaschule hatte die ursprünglich für eine Projektwoche gedachten Pflanzkisten mitgebracht Schulprojekt

Viele Beteiligte

Neben den Anwohnern beteiligten sich zahlreiche Organisation: die Bilker Heimatfreunde, ClimAid, Don Melone, das Evangelisches Krankenhaus, die Evangelische Friedenskirchengemeinde, die Initiative Friedensplätzchen, die Graf-Recke-Stiftung, die Konkordia Schule, die Grünen, die CDU, die SPD, die Linken, Loontiens Garten- und Landschaftsbau, die Kita und die Pfarrgemeinde St. Martin, Sipgate, Düsseldorfer Streetartkünstler und die Werbegemeinschaft Lorettoviertel.

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