Düsseldorf Eller: Die Hötter Jonges haben einen neuen Ritter-Gumbert-Ordensträger

Seit 1978 verleihen die Karnevalisten der Hötter Jonges den Ritter Gumbert-Orden und ehren damit besondere Verdienste im sozialen Bereich und/oder im Brauchtum im Stadtbezirk 8 (Eller, Lierenfeld, Vennhausen, Unterbach). Die ehemaligen Ordensritter beraten jährlich darüber, wer in ihren Kreis aufgenommen werden soll. Anschließend überprüft der Vorstand, ob die Person die Ritter-Bedingungen auch erfüllt.
„Der KG-Vorstand war bei der Findungssitzung der ehemaligen Gumbert-Ordensträger dabei. Und als wir die Begeisterung der Ordensträger gespürt haben, als Bernd Flessenkempers Name fiel, war klar, das ist er“, berichtete die Vorsitzende der Hötter-Jonges Kathrin Appelhans. „Es wurden zwar ein paar weitere Namen in den Ring geworfen, aber bei keinem anderen war die allgemeine Zustimmung und die Begeisterung so groß.“
Am Samstagabend (17.10.) war dann der große Moment gekommen. Zahlreiche Ehrengäste und Ritter-Gumbert-Ordens-Träger hatten sich im festlich geschmückten Gemeindesaal der Schlosskirche Eller versammelt. Die „Golden Boys“ sorgten für die musikalische Begleitung, die Düsseldorfer Tanzsportgarde und die Travestiedarsteller von „Les Papillon“ gestalteten das Programm.

Die Düsseldorfer Tanzsportgruppe begeisterte mit ihren Auftritten
Elmo Keller war Ordensträger im vergangenen Jahr und konnte sich noch gut an den aufregenden Moment erinnern. Seine Aufgabe war es die Laudatio auf Bernd Flessenkemper zu halten, bevor der feierliche Ritterschlag erfolgte. Durch die vielen Verdienste Flessenkempers war das nicht in Kurzform zu gestalten.
Als zu Beginn der 1980er Jahre Pläne aufkamen, einen riesigen Containerbahnhof auf dem Eller und Vennhausen zu machen, wurde Flessenkemper aktiv. Er gründete die Bürgerinitiative „Rettet unser Naturschutzgebiet Unterbacher See/Eller Forst“ und hatte schnell 400 Unterstützer*innen. Acht jahre dauerte der Protest, bis die Bahn die Pläne aufgab. Aber auch durch seinen langjährigen Einsatz für die Arbeiterwohlfahrt Düsseldorf (AWO) hat er sich verdient gemacht. Von 1997 bis 2012 war er 14 Jahre als ehrenamtlicher Vorsitzender an der Spitze des Düsseldorfer AWO-Kreisverbandes tätig und prägte dessen Entwicklung maßgeblich mit. Außerdem engagierte er sich über viele Jahre im Aufsichtsrat des AWO-Berufsbildungszentrums und setzte sich damit insbesondere für die berufliche Förderung und Unterstützung junger Menschen ein. Bis heute ist Flessenkemper Vorsitzender der AWO-Sozialstiftung für die Förderung sozialer Belange in Düsseldorf.

Uli Schmitz führt den Ritterschlag aus, Foto: Hötter Jonges, Maximilian Pohst
Normalerweise geht Bernd Flessenkemper vor niemanden in die Knie. Das hat er im Laufe seines Lebens oft genug bewiesen, beispielsweise als SPD-Ratsherr in Düsseldorf oder als Landtagsabgeordneter. Doch vor Uli Schmitz, dem Präsidenten der Hötter Jonges, kniete Flessenkemper gerne nieder. Ein Schwertschlag mit der flachen Klingenseite auf beide Schultern gehört zum Ritual der Verleihung des Ritter-Gumbert-Ordens.
„Es hat mich sehr gefreut, als die Frage an mich herangetragen wurde, ob ich Ritter Gumbert 2026 sein möchte. Ich habe eine Nacht darüber geschlafen und zugesagt. Auch weil ich die allermeisten bisherigen Ritter ja schon lange kenne“, erklärte Flessenkemper. „Ich fühle mich geehrt, diese Auszeichnung zu erhalten. Es ist eine Anerkennung für meine ehrenamtlich geleistete Arbeit. Dass ich erleben darf, dass mein Engagement von anderen anerkannt, ja so gewürdigt wird, tut gut.“