Landeshauptstadt startet Düsseldorfer Allianz gegen Antisemitismus

Düsseldorf würde gerne stehen für Internationalität, Vielfalt und Weltoffenheit. Denn jüdisches Leben prägt seit Jahrhunderten die Geschichte und das kulturelle Leben Düsseldorfs. Tatsächlich muss ein Mensch, der eine Kippa trägt – oder die aus Sicht von Antisemiten falschen Symbole auf seinem Pullover – seit Jahren damit rechnen, angespuckt, verbal oder körperlich angegriffen zu werden.
26 Institutionen und Firmen machen mit
Weil all jene, die gleich neben dran stehen, selten helfen und die ersatzweise alarmierte Polizei meist zu spät kommt, versucht es die Landeshauptstadt nun so: Sie hat die Düsseldorfer Allianz gegen Antisemitismus (DAA) ins Leben gerufen. Das Bündnis startet mit etwa 26 Mitgliedern und soll kontinuierlich vergrößert werden, wie es in einer Mitteilung der Stadt heißt.
Oberbürgermeister hofft auf ein „starkes Bündnis“
Oberbürgermeister Stephan Keller lässt sich so zitieren: „Im Kampf gegen Antisemitismus reichen Worte allein längst nicht mehr aus. Ein entschlossenes Handeln ist gefordert – von uns allen. Daher hat die Landeshauptstadt die ‚Düsseldorfer Allianz gegen Antisemitismus‘ initiiert. Mit ihr werden bereits bestehende Instanzen der Stadtgesellschaft zu einem starken Bündnis versammelt.“ Das Netzwerk werde künftig mit „konkreten Maßnahmen und nachhaltigen Projekten“ gemeinsam gegen Antisemitismus und für die Förderung jüdischen Lebens eintreten.
Zu den Erstunterzeichnern zählen unter anderem die Messe Düsseldorf, die Rheinbahn, der Rat der Religionen, das Düsseldorfer Schauspielhaus, die Stadtsparkasse Düsseldorf, der Flughafen Düsseldorf, Henkel, AWO, Caritas, Diakonie und der Stadtsportbund. Wolfgang Rolshoven: „Selbstverständlich gehört auch die Jüdische Gemeinde Düsseldorf als ein fester und wichtiger Bestandteil zur Düsseldorfer Allianz gegen Antisemitismus. Sie ist jedoch bewusst keine klassische Kooperationspartnerin. Die Verantwortung für die Bekämpfung von Antisemitismus liegt bei uns, der nichtjüdischen Stadtgesellschaft. Es kann nicht die Aufgabe der Jüdischen Gemeinde sein, sich selbst gegen diesen Hass zu schützen und die Gesellschaft aufzuklären. Dies ist unsere Aufgabe.“
Konkrete Projekte müssen nun definiert werden.