Düsseldorf Benrath: Sanierung des Rathauses fast abgeschlossen

Während drinnen am Montagmittag (22.6.) die Festreden auf das frisch sanierte Benrather Rathaus gehalten wurden, waren die Arbeiter draußen damit beschäftigt die Container abzubauen, die mehrere Jahre als Übergangslösung dienten. Die Arbeiten an dem 1906 errichteten Gebäude zogen sich länger hin als gedacht. Bereits im Jahr 2019 fanden erste Maßnahmen statt. Es folgte die Asbestsanierung 2023 und wie immer bei „älteren“ Gebäuden kommen unliebsame Überraschungen wie Feuchtigkeitsschäden hinzu. Seit 1984 steht das Benrather Rathaus unter Denkmalschutz, was die Sanierung zusätzlich anspruchsvoll machte.

(v.l.) die BV freut sich, dass die Renovierung endlich abgeschlossen ist (v.l.) Julia Buraczynska, Dr. Christoph Laugs, Melanie Schwanke, Dr. Stephan Keller, Dr. Michael Wolter, Ines Hümmerich, Josef Kürten, Ursula Verhofen, Dr. andrea Wimschneider, Thomas Nicolin und der ehemalige Bezirksbürgemeister Dr. Karl-Heinz Graf, Foto: Michael Martsch
So betonte Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller bei der Eröffnung: “Denkmalgerechte Sanierungen sind weit mehr als reine Bauprojekte – sie verbinden Geschichte, Identität und Zukunftsfähigkeit. Das Benrather Rathaus prägt den Stadtteil und zählt zu seinen markanten Bauwerken. Mein Dank gilt allen, die dieses eindrucksvolle Ergebnis möglich gemacht haben.”

Die Architekten führten durch das Rathaus, Foto: Michael Martsch

Der Gang des Bürgerbüros sieht fast aus wie früher – aber die Fotokabine ist weg, weil nicht mehr nötig, Foto: Stadt Düsseldorf, Claus Langer
Schon von außen kann man erkennen, dass die Natursteinfassade des Rathauses vollständig instandgesetzt wurde. Beschädigte Steine und Vierungen wurden ersetzt, Fugen erneuert und die Fassade gereinigt. Die stark beanspruchte Sockelzone erhielt eine dauerhafte Abdichtung und zusätzlichen Schutz vor Feuchtigkeit. Im Inneren wurden Decken, Wände und Böden erneuert, Leitungs- und Versorgungssysteme modernisiert und bestehende Feuchtigkeitsschäden beseitigt. Auch der Brandschutz wurde auf den aktuellen Stand gebracht.

Viele interessierten sich für die neuen Räume, Foto: Michael Martsch
Stadtkämmerin Dorothée Schneider betont: “Die Sanierung denkmalgeschützter Gebäude ist grundsätzlich mit einem hohen planerischen und baulichen Aufwand verbunden. Dieser Aufwand hat sich jedoch gelohnt. Die Betriebsabläufe, die Barrierefreiheit sowie die Nutzung der vorhandenen Flächen konnten deutlich verbessert werden. Der ursprüngliche Glanz und die architektonische Eleganz des Gebäudes sind nun wieder deutlich erkennbar.”

Der ehemalige Bezirksbürgermeister Dr. Karl-Heinz Graf hatte lange gehofft, er könne seine Amtszeit im renovierten Rathaus beenden – hat nicht geklappt. Neben ihm der Bezirksverwaltungsstellenleiter Nils Dolle, Foto: Michael Martsch
Ein Schwerpunkt lag auf der energetischen Verbesserung des Gebäudes. Dafür wurden beispielsweise die noch aus der Erbauungszeit stammenden Fenster in enger Abstimmung mit der Denkmalpflege aufwendig saniert. Neue Dichtungsfugen und vorgesetzte Glasscheiben verbessern den Wärmeschutz, ohne das historische Erscheinungsbild zu beeinträchtigen. Der Dachgeschossboden wurde gedämmt und die Beleuchtung auf energieeffiziente LED-Technik umgestellt. Außerdem wurde das Gebäude an das Fernwärmenetz angeschlossen. Die Gesamtkosten für die Sanierung lagen bei rund 15 Millionen Euro.

Das Amt für Soziales und Jugend hat auch einen Raum für Kinder, Foto: Michael Martsch
Das Benrather Rathaus beherbergt die Bezirksvertretung 9, das Bürgerbüro, den Bezirkssozialdienst des Jugendamtes, ein Trauzimmer sowie das Heimatarchiv. An allen drei Eingängen wurden taktile Leitlinien angelegt und einen barrierefreien Zugang gibt es an der östlichen Gebäudeseite. Der dort vorhandene Aufzug ermöglicht jetzt den Zugang vom Souterrain bis ins erste Obergeschoss. Im Obergeschoss steht ein barrierefreies WC zur Verfügung. Der Sitzungssaal der Bezirksvertretung 9 verfügt ebenfalls über eine Induktionsschleife für Menschen mit Hörbehinderung.

Es gibt immer noch zahlreiche Treppen, aber auch einen Aufzug bis in die erste Etage, Foto: Michael Martsch
Das Trauzimmer im Erdgeschoss ist zwar schon mit Tischen und Stühlen ausgestattet, soll aber noch schöner hergerichtet werden. Damit kann man sich noch ein wenig Zeit lassen, denn Trauungen sind erst für den Zeitpunkt geplant, zu dem auch die Außenanlagen auf Grundlage historischer Pläne aus dem Heimatarchiv wiederhergestellt sind .

Noch schmucklos, aber das soll noch kommen: das Trauzimmer, Foto: Michael Martsch