Düsseldorf: Omas gegen Rechts erinnerten an die Bücherverbrennung am 11. April 1933

Bereits am 11. April 1933 kam es in Düsseldorf zu einer großen Bücherverbrennung. Die Aktion wurde von der Hitlerjugend und anderen Jugendorganisationen organisiert und fand auf dem Platz vor dem Düsseldorfer Planetarium, der heutigen Tonhalle, statt. Damit zeigte sich Düsseldorf bereits einen knappen Monat vor den reichsweiten Bücherverbrennungen als Vorreiter der systematischen kulturpolitischen “Säuberungen” der Nationalsozialisten. An diesen Jahrestag erinnerten am Samstag (11.4.) die Omas gegen Rechts, denn ihnen war es wichtig an den Jahrestag zu erinnern, auch wenn seitens der Stadt nur an „runden“ Gedenktagen dazu Veranstaltungen organisiert werden.
Von 11 bis 13 Uhr hatten sie auf dem Schadowplatz ihren Lautsprecher aufgebaut, um an die Schrecken des frühen Nazi-Terrors zu erinnern und ein deutliches Zeichen gegen das Vergessen und für die Meinungsfreiheit zu setzen.

Es war den Omas wichtig zu erinnern – zu ihrem Kreis zählen auch nicht nur Frauen
Dazu gehörten Lesungen aus den Werken von Erich Kästner, Mascha Kaléko, Kurt Tucholsky, Anna Seghers und anderen verbrannten Autor*innen. Ziel war es daran zu erinnern, dass die Zerstörung von Gedanken immer der Zerstörung von Menschen vorausgeht – wie es Heinrich Heine bereits 1820 warnte: „Dort, wo man Bücher verbrennt, verbrennt man am Ende auch Menschen.“
„Wir gedenken nicht nur der historischen Opfer, sondern mahnen auch vor heutigen Tendenzen von Zensur, Ausgrenzung und Hass. Der Angriff auf freie Kunst, unabhängige Presse und kritisches Denken beginnt oft schleichend – dagegen müssen wir aufstehen“, betonen die engagierten Senior*innen, zu denen durchaus auch einige Herren zählen. Gemeinsam wollten die Teilnehmenden zeigen: Demokratie braucht Erinnerung, Haltung und Zivilcourage: „Nie wieder ist jetzt“.
Das kam längst nicht bei allen Menschen gut an. So gab es unter der Ankündigung der Veranstaltung auf Facebook einen regelrechten Shitstorm von Menschen rechter Gesinnung, die die “Omas” wüst beschimpften und verunglimpften. Und auch am Samstag gab es Gegenwind. Ein Herr, der sich als CDU-Mitglied bezeichnete, echauffierte sich. Er fühle sich allein durch die Begrifflichkeit „Omas gegen Rechts“ angegriffen. Es müsse „Omas gegen Extremismus“ heißen, denn Linke seien ebenso schlimm. Auf die Frage, ob er sich denn gegen rechte Bestrebungen engagiere, beispielsweise mit der Teilnahme an der PRÜF-Demo, die ab 14 Uhr vor dem Landtag stattfand, erwiderte er nichts. Die Omas gegen Rechts packten um 13 Uhr ihren Stand zusammen und zogen weiter zur Landtagswiese, denn seit dem Start der PRÜF-Demos sind sie dort dabei.