Düsseldorf: Rheinufertunnel noch bis 26. April gesperrt – Arbeiten kommen gut voran

Die einzig gute Nachricht: die Arbeiten im Rheinufertunnel kommen gut voran, wie die Verantwortlichen betonen. Denn seit 30. März ist der Tunnel komplett gesperrt, da dringende Arbeiten durchgeführt werden müssen. Normalerweise passieren rund 45.000 Fahrzeuge täglich diese wichtige Verkehrsachse, aktuell sind es in den Osterferien etwas weniger. Aber auch jetzt kommt es im Berufsverkehr zu langen Staus und ab Montag (13.4.) dürften die sich noch steigern, da dann die Schule wieder startet. Punktuell haben die Verkehrsmanager aufgrund eines stockenden Verkehrsflusses in den Ferien bereits Optimierungen an Signalschaltungen bei Ampeln vorgenommen. Die Staus werden auch weiterhin engmaschig beobachtet, um Problemstellen zu identifizieren und Anpassungen vorzunehmen. Die Sperrungen geht bis zum 26. April – gearbeitet wird bis zum 25. April, aber wegen des Marathons ist die Strecke auch am Sonntag (26.4.) gesperrt.

Allein dieses Teil mit dem Motor des neuen Axialventilator wiegt 2,8 Tonnen und wird vorsichtig durch den schmalen Schacht nach unten gebracht
Aber alles jammern hilft nicht, denn die Arbeiten im Tunnel sind alternativlos. Seit der Eröffnung des Rheinufertunnels 1993 wurden zwar Wartungen und Instandsetzungen regelmäßig durchgeführt, doch neue Vorschriften verlangen nun einen Austausch der Axialventilatoren, die im Brandfall den Tunnel entlüften. Beim Bau des Tunnels war noch eine Brandlast von 250 Grad ausreichend, mittlerweile sind 400 Grad für den sicheren Betrieb vorgeschrieben. Nachdem die beiden fünf Meter hohen Ventilatoren mit der damit zusammenhängenden Technik in den vergangenen Tagen auseinandergenommen und aus den Tunnel entfernt wurden, können seit Mittwoch (8.4.) ersten Einzelteile der neuen Axialventilatoren mithilfe eines Krans durch nur zweieinhalb mal zwei Meter große Luke in den Tunnel eingebracht werden. Dort werden sie in einem schmalen Schacht montiert.

Die Einzelteile werden im Schacht zusammengesetzt
Zahlreiche Gewerke arbeiten parallel
“Eine besondere Herausforderung bei einer Baustelle dieser Größe ist es, alle vor Ort tätigen Fachfirmen zu koordinieren. Auch auf die gebotene Vorsicht und Rücksichtnahme bei den Arbeiten müssen wir achten”, erklärt Klaus Marliani, Sachgebietsleiter im Amt für Brücken-, Tunnel- und Stadtbahnbau.
Denn zeitversetzt sind elf Gewerke an den Arbeiten im Tunnel beteiligt:
- Metallbau- und Elektroinstallation zur Erneuerung der Axialventilatoren,
- Kabelverlegung,
- Austausch der Niederspannungshauptverteilung,
- Austausch der Transformatoren,
- Einbindung der Axialventilatoren in die Steuerungs- und Automatisierungstechnik,
- Elektroarbeiten an der Beleuchtung,
- Bauwerksprüfungen im Tunnel,
- Asphaltarbeiten,
- Verkehrstechnik,
- Entwässerungstechnik sowie
- Wartungsarbeiten an der Tunnelbetriebstechnik.
Gearbeitet wird in Schichten. In den ersten Tagen seit der Tunnelsperrung waren zeitweise bis zu 27 Fachkräfte gleichzeitig im Betriebsgebäude und im Tunnel im Einsatz. Dabei kamen unter anderem Kräne, Asphaltfräsen, Kehrmaschinen, Hebebühnen, Hubsteiger, Lkw und diverse andere Klein- und Großgeräte zum Einsatz.
Erneuerung der Fahrbahn im Tunnel

Rund 33.000 Quadratmeter Fahrbahn werden erneuert, Foto: Stadt Düsseldorf, Meike Schrömbgens
Die Arbeiten zum Abfräsen des abgenutzten Asphalts im Tunnel sind abgeschlossen und der neue Gussasphalt kann auf rund 33.000 Quadratmetern aufgebracht werden. Dabei handelt es sich um eine speziell für Tunnel geeignete Mischung. Erneuert wird die Unterfahrung der Gladbacher Straße, der Rheinufertunnel auch kleinere Flächen auf der Strecke dazwischen und vor dem Rheinufertunnel. Diese Arbeiten finden nachts statt.
Austausch der Beleuchtung
Rund 900 neue Leuchten unterschiedlicher Leistung werden im Tunnelbauwerk ausgetauscht. Obwohl die vorgeschriebene Beleuchtungsstärke aus Sicherheitsgründen erhöht wurde, ergibt sich nach dem Austausch eine Einsparung von rund 200.000 Kilowattstunden pro Jahr, was – je nach Entwicklung der Strompreise – etwa 50.000 bis 80.000 Euro pro Jahr spart.
Außerdem nehmen Fachleute Bauwerksprüfungen und Arbeiten an der Tunnelbetriebstechnik vor.
Die erwarteten Gesamtkosten für den Austausch der Axialventialatoren betragen rund 4,5 Millionen Euro.