Düsseldorf: Theodor-Heuss-Brücke ab sofort für Lastenräder gesperrt! EILMELDUNG

Ohne jede Vorwarnung hat die Stadtverwaltung Düsseldorf Fakten geschaffen und die Theodor-Heuß-Brücke für Lastenräder gesperrt. „Wir sind sprachlos“, sagt Daniela Günther, Vorsitzende des ADFC Düsseldorf. „Wir trauten heute Morgen unseren Augen kaum, als wir die ersten Meldungen aus dem Düsseldorfer Norden erhielten.“ An den Zufahrten stehen bereits brandneue Verbotsschilder, die keinen Zweifel an der neuen Härte der Verkehrsverwaltung lassen. Während der motorisierte Individualverkehr weiterhin über den Rhein rollt, wird das umweltfreundlichste Transportmittel der Stadt einfach ausgebremst, kritisiert der Düsseldorfer Fahrradclub.
Schwingungen durch Lastenräder
Der ADFC hält die Begründung „Gefährliche Schwingungen verursacht durch zwei- und dreirädrige Lastenräder“ für absurd. „Wir wissen aus gut informierten Kreisen im Rathaus, dass die Stadt die „asymmetrische Gewichtsverteilung“ von Lastenrädern für die Risse im Beton verantwortlich macht. Es wird gemunkelt, dass spezielle „Erschütterungs-Sensoren“ an den Brückenpfeilern angeblich Alarm geschlagen hätten, sobald eine Kiste Bio-Zucchini über die Dehnungsfugen transportiert wurde”, so der Fahrradclub.
Wie zu Kaiserzeiten
„Statt innovativ den Güterverkehr umweltfreundlich zu machen, ordnet die Stadt wie zu Kaiserzeiten einfach ein Verbot an“, ärgert sich Daniela Günther. „Hier wird das Transportmittel Lastenrad ohne jede Prüfung zum Sündenbock für die massiven Schäden an der Brückenstatik erklärt. Dabei liegen die wahren Ursachen doch glasklar bei der jahrelang mangelnden Wartung und dem überbordenden LKW-Verkehr!“ Der ADFC fragt: Wenn ein maximal 250 Kilogramm schweres Lastenrad die Brücke zum Einsturz bringen soll, aber bis vor zwei Monaten 40-Tonner im Sekundentakt darüber rollen dürften – wer hat hier eigentlich die Statik berechnet?
Weiträumige Umleitungen emnpfohlen
Was bedeutet das für den Lastenradverkehr? Wer heute vom linksrheinischen Niederkassel oder Oberkassel in die City will, muss weiträumig ausweichen. Die Stadt empfiehlt offiziell den Umweg über Köln, Duisburg oder sogar Holland. Ein Transport des Lastenrads per Fähre wird nicht empfohlen, da Lastenräder als „Gefahrengut-Transport“ eingestuft werden.
„Verkehrswende scheitert an einer Brücke“
„Wir lassen uns das nicht gefallen!“, empört sich Daniela Günther. „Wir prüfen bereits rechtliche Schritte gegen diesen Schildbürgerstreich. Wir fordern: Freie Fahrt für freie Lastenräder! Es kann nicht sein, dass die Verkehrswende an einer Brücke scheitert, die scheinbar nur noch für schwere SUVs stabil genug ist.“