Düsseldorf: 10.000 Demonstrierende fordern „Apothekensterben stoppen – Koalitionsvertrag umsetzen“

Die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) hat am Montag (23.3.) bundesweit zu Protesten aufgerufen. Neben Kundgebungen in Berlin, Hannover und München versammelten sich am Mittag auch rund 10.000 Demonstrierende auf dem Burgplatz in Düsseldorf. Apotheker*innen und ihre Mitarbeitenden aus Düsseldorf und Umgebung machten die Forderung „Apothekensterben stoppen – Koalitionsvertrag umsetzen“ deutlich.

Allein in Düsseldorf waren 10.000 Menschen zum Protest gekommen
Kritisiert wird, dass die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für Apotheken seit Jahren unzureichend sind. Die Folge sind Schließungen und damit die schlechtere Versorgung der Bevölkerung mit Medikamenten. Die Bundesregierung und Bundesgesundheitsministerin Warken haben eine Reform angekündigt, aber umgesetzt ist immer noch nichts. Das Apothekenversorgungs-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) wird aktuell im Deutschen Bundestag diskutiert.
Thomas Preis, Präsident der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA), und Dr. Armin Hoffmann, Präsident der Bundesapothekerkammer (BAK), begrüßen die parlamentarische Befassung, machen aber zugleich deutlich, wie dramatisch die Lage inzwischen ist: „Nach 13 Jahren Honorarstillstand setzt sich das Apothekensterben ungebremst fort, mittlerweile schließt in Deutschland etwa alle 20 Stunden eine Apotheke dauerhaft. Die Wege für unsere Patientinnen und Patienten zur nächsten Apotheke werden damit immer weiter und komplizierter. Es ist daher nur folgerichtig, dass die Regierungsfraktionen in ihrem Koalitionsvertrag eine wirtschaftliche Stärkung der Apotheken festgelegt haben. Jetzt muss aber auch schnell ohne jede Verzögerung und ohne Wenn und Aber die Umsetzung erfolgen. Sonst wird das fatale Folgen für die Versorgung der Menschen haben.“

Fehlende Wertschätzung kritisieren die Demonstrierenden, da das Gesetz immer noch nicht beschlossen ist
Viele Apotheken arbeiten seit Jahren auf wirtschaftlich nicht mehr tragfähiger Grundlage, heißt es bei den Protesten. Das gesetzlich festgelegte Honorar für verschreibungspflichtige Arzneimittel, die rund 85 Prozent des Umsatzes ausmachen, sei nur einmal vor 13 Jahren um rund 3 Prozent angepasst worden. Im gleichen Zeitraum seien die Kosten für Personal, Energie, Miete, Digitalisierung und regulatorische Anforderungen aber um rund 65 Prozent gestiegen. Deshalb rutschten immer mehr Apotheken in die roten Zahlen und müssten schließen.
Seit 2013 haben bundesweit rund 20 Prozent der Apotheken geschlossen und auch in Düsseldorf kommt es immer wieder zu Schließungen. „Mit unserem Protest stärken wir der Bundesregierung den Rücken, damit die angekündigte Apothekenstärkung jetzt schnell umgesetzt wird“, erklärt Andrea Malcher von der Düsseldorfer Apothekerschaft. „Es geht nicht um die Interessen einzelner Betriebe, sondern um die Zukunft einer sicheren, persönlichen und flächendeckenden Arzneimittelversorgung für alle Bürgerinnen und Bürger in unserer Region.“
Viele Apotheken hatten am Montag ganz geschlossen. Die Versorgung wurde über Notdienste geregelt.