Düsseldorf: Wenn die Nadeln in der Rheinbahn klappern …

Die Partybahn der Rheinbahn hat sicherlich schon die unterschiedlichsten Fahrgäste durch Düsseldorf kutschiert. Doch am Sonntag (1.3.) waren es 60 äußerst emsige Frauen, die während der zweieinhalbstündigen Fahrt nicht nur den Ausblick genossen, sondern auch diverse Zentimeter an Gestricktem und Gehäkeltem produzierten.

Die Bahn bot Platz für 60 Strickerinnen
Denn die WOLLEngel hatten einen Ausflug an einen besonderen Ort organisiert – diesmal die Fahrt mit der historischen Partybahn. Gestartet wurde um 12:30 Uhr ab Birkenstraße. Schnell waren alle Plätze in der Bahn belegt und die erste Etappe der Fahrt ging über den Rhein nach Neuss. Dort passierte die Bahn auch das Baustellengelände der künftigen Landesgartenschau, die im April eröffnet wird. Zurück ging es über Hauptbahnhof und Steinberg, bis die Fahrt wieder an der Birkenstraße endete.

Die Fahrt führte auch über den Rhein nach Neuss

Kaum war die Bahn gestartet klapperten die ersten Nadeln
Die WOLLEngel gibt es seit Mai 2019. Damals hatte Tanja Elle die Idee bedürftige Menschen durch warme, selbstgestrickte Dinge zu unterstützen. Schnell erweiterte sich der Kreis der Strickerinnen und gemeinsam mit Sabine Schmitz gründete Elle schließlich einen Verein. Dieser hat mittlerweile über 360 Mitglieder, die fleißig die Nadeln klappern lassen.

Tanja Elle und Sabine Schmitz begrüßten die “Fahrgäste”
Der Verein hat sich zum Ziel gesetzt, mit dem wolligen Hobby Gutes zu tun und Wärme zu schenken. Es entstehen Mützen, Schals, Loops, Socken, Decken, Pullover und vieles mehr. Waren die Anfänge noch in den Wohnungen der Gründerinnen zu stemmen, reicht mittlerweile der angemietete Lagerraum kaum aus. Es gibt regelmäßige Stricktreffen und seit 2022 auch immer wieder Ausflüge, bei denen an besonderen Orten gestrickt wird. Neben der Theaterkantine, dem Rheinturm, dem Schlossturm und einer Schifffahrt mit der KD waren die Strickerinnen auch schon zu Gast im Rathaus und genossen nun die Fahrt mit der Partybahn der Rheinbahn.

So mancher Zentimeter wurde gestrickt und gehäkelt
Der Verein ist ein Gewinn für alle Seiten, denn Bedürftige freuen sich über warme Sachen. Nicht zu unterschätzen ist aber auch die Gemeinschaft der Stricker*innen. In Zeiten, in denen Einsamkeit immer mehr zum Thema wird, sind die WOLLEngel gleich doppelt aktiv. Die Menschen finden durch das Stricken ein Netzwerk und Kontakt zu anderen, verbunden mit dem Gefühl, mit ihren Handarbeiten helfen zu können.

Das Banner informierte die Passanten über die rollende Strick-Bahn
Wer den WOLLEngeln helfen möchte, muss nicht unbedingt stricken können. Denn sie freuen sich auch über Geldspenden oder eine Mitgliedschaft im Verein. Weitere Informationen gibt es hier. Auf der Webseite gibt es auch eine Übersicht, an welche Organisationen die gestrickten Artikel gehen und welche Aktionen geplant sind.