Düsseldorf: Interessierte willkommen bei Gründung des Vereins IndustrieKultur Rath

Dass die Stadt Düsseldorf ihre Blüte durch die Industrialisierung erlebte ist an vielen Stellen in der Stadt nicht nur sprichwörtlich Geschichte. Viele Fabriken und Bauten sind neuen Projekten gewichen. In einigen Stadtteilen engagieren sich Vereine, die die Geschichte erhalten wollen. In Rath gründet sich am Mittwoch (25.2.) der Verein IndustrieKultur Rath und lädt Interessierte zum Mitmachen ein.
Seit einem Jahr bereitet eine Gruppe Bürger*innen die Gründung vor. Die Initiatoren sind im Stadtbezirk 6 auf viel Zustimmung gestoßen. Ihr Ziel ist es, die industriekulturelle Geschichte von Rath nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.
Rath war einst eine industrielle Hochburg im Norden von Düsseldorf. Die gute Lage an drei Eisenbahnstrecken war nach 1860 der Grund, weshalb sich insbesondere die metallverarbeitende Industrie mit Maschinenfabriken und Gießereien ansiedelten. 1899 kamen die Röhrenwerke hinzu und als 1909 Rath eingemeindet wurde, war es ein finanziell attraktiver Gewinn für Düsseldorf. Bis heute hat die Industrie bei der Entwicklung des Stadtteils
deutliche Spuren hinterlassen.
Für die Öffentlichkeit und die Kommunalpoltik war die Vergangenheit oft uninteressant und so ging in den vergangenen Jahrzenten viel erhaltenswerte Substanz für immer verloren. Der neue Verein will sich aktiv für den Denkmalschutz einsetzen. Dazu gehören auch die denkmalgeschützten Bauten und Objekte auf dem ehemaligen Mannesmann Gelände, betont Ralf Keller, einer der Gründer des Vereins. Ein erstes wichtiges Zeichen war das Aufstellen des Mannesmann-Vallourec Erinnerungsstücks, damit in Rath nicht die letzten Erinnerungen an die Industrie und ihre Beschäftigen verlorengehen. Mittlerweile ist die Gruppe um Ralf Keller auf 20 Personen angewachsen und erhält von anderen Düsseldorfer Industriekultur Initiativen und von Historiker Horst A.Wessel viel Unterstützung.
Der Verein möchte die Industriekulturgeschichte der Stadtteile Rath und Mörsenbroich aufarbeiten und ein Konzept entwickeln, um die Spuren und die Bedeutung wieder erlebbar zu machen. Geplant sind Infoflyer, Rundgänge, Besichtigungen, Veranstaltungen und ein „Industriepfad“, ähnlich wie der Industriepfad Gerresheim und dem FlingerPfad. Die sichtbaren und unsichtbaren Spuren der Industrialisierung im Stadtbezirk sollen aufgezeigt werden und damit ihre Prägung und Identität für die beiden Stadtteilen.
Erste Aktivitäten, wie ein industriehistorischer Stadtteilrundgang, der Stationen an alten Industriefirmen, Baudenkmälern, Wohnsiedlungen, Eisen- und Straßenbahnen beinhaltet, und die Teilnahme am Tag des offenen Denkmals im September 2026, sind in Vorbereitung.
Zur Gründungsversammlung des Vereins „IndustrieKultur Rath“ sind Interessierte am Mittwoch (25.2.) um 19 Uhr, in das AWO-Zentrum Plus Rath, Am Gatherhof 25, in Düsseldorf, eingeladen. Um vorherige Anmeldung unter 0151 11273257 oder per Mail an igmkellerralf@t-online.de wird gebeten.