Uniklinik Düsseldorf: Organtransplantation bieten die Chance auf ein neues Leben

73 Patient*innen haben im vergangenen Jahr an der Uniklinik Düsseldorf (UKD) eine Spenderniere erhalten. In 21 Fällen handelte es sich dabei um Organe aus Lebendnierenspenden – insbesondere von engen Verwandten oder Ehepartnern. Das ist eine Chance für die Erkrankten, denn es gibt zu wenig Spenderorgane. Auch Horst Heinzl hatte Glück. Vor zwei Jahren hing sein Leben aber am seidenen Faden, aber glücklicherweise rettete ihn eine Lebertransplantation.
UKD ist Fachklinik für Nierentransplantationen
Große fach- und berufsgruppenübergreifende Teams ermöglichen an der Uniklinik Transplantationen. Wichtig ist dabei bei Nierentransplantationen die gute Zusammenarbeit zwischen der Klinik für Nephrologie und der Klinik für Gefäßchirurgie und Endovaskularchirurgie.
„Wir konnten die Zahl der Lebendspenden deutlich steigern und wollen die Möglichkeiten in diesem Bereich auch weiter ausbauen“, betont Dr. Susanne Mende, Oberärztin in der Klinik für Nephrologie an der Uniklinik Düsseldorf. Lebensspenden sind beispielsweise bei Nieren möglich, doch die Vorschriften sind sehr eng gefasst. Aktuell dürfen nur Familienangehörige einem Kranken ein Organ spenden. Sinnvoll wäre es, Überkreuzspenden zu ermöglichen. Wenn aktuell eine Frau ihrem nierenerkrankten Ehemann eine Niere spenden möchte, aber die Blutgruppen oder bestimmte Gewebemerkmale nicht passen, ist damit das Ende der Möglichkeiten erreicht. In Zukunft soll eine wechselseitige Spende mit einem Paar möglich werden, das mit der gleichen Situation konfrontiert ist. Auch anonyme Lebendnierenspenden sollen unter bestimmten Bedingungen erlaubt werden.
Änderung der Organspende-Einwilligung
Die Bundesregierung hat sich bereits für eine Änderung des Transplantationsgesetzes ausgesprochen. Am 30. Januar wurde der Entwurf für die Gesetzesänderung in erster Lesung im Bundestag beraten.
Aber auch die Einführung der Widerspruchsregelung bei Organspenden wurde die Situation verbessern. Aktuell muss man – beispielsweise über einen Organspendeausweis – die Spende nach dem Tod ausdrücklich erlauben. In anderen Ländern gilt bereits, sofern kein Widerspruch dokumentiert ist gilt dies als Zustimmung.
Die Wartezeit auf Spenderniere liegt in Deutschland bei acht bis neun Jahre und weit über 6.000 Menschen warten auf eine Niere. Allein die Warteliste der Uniklinik Düsseldorf umfasst circa 230 Patient*innen.
Informationen zur Organspende erhalten sie hier.
Lebertransplantation

Begleitet wurde Horst Heinzl (2.v.r.) in der Zeit vor und nach seiner Herztransplantation von (v.l.) Prof. Dr. Tom Lüdde (Direktor der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie an der Uniklinik Düsseldorf) sowie den Oberärzten Prof. Dr. Hans Bock und Dr. Christian Weigel, die gemeinsam die Lebertransplantationsambulanz leiten. Foto: UKD
Auch Horst Heinzl stand auf der Warteliste, allerdings für eine Leber. Der 46-Jährige litt an einer seltenen chronisch-entzündlichen Gallen- und Lebererkrankung, in deren Folge sich eine Leberzirrhose ausbildete. „Am Ende droht ein Organversagen“, erklärt Dr. Christian Weigel, Funktionsoberarzt in der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie am UKD. „Für diese Erkrankung steht aktuell keine kausale medikamentöse Therapie zur Verfügung“, so Dr. Weigel. Es blieb nur die Symptome zu behandeln, aber die Schädigung der Leber schritt voran. Die Belastbarkeit von Horst Heinzl war nahezu bei null und über zwei Jahre war er fast jeden Monat im Krankenhaus. Sein Spenderorgan hat Heinzl in der Uniklinik RWTH Aachen bekommen, mit der das UKD bei Lebertransplantationen kooperiert. „Es war, als ob jemand einen Schalter in meinem Körper umlegt und auf einmal wieder jeder Teil des Körpers weiß, wo er hingehört“, sagt Horst Heinzl im Rückblick und ab da ging es für ihn gesundheitlich steil bergauf.
Aktives Leben als Transplantierte*r
Dr. Weigel betont, wie wichtig es ist, sich nach der Transplantation nicht auf seine Einschränkungen zu fokussieren, die ein Spenderorgan mit sich bringt, sondern die positiven Seiten zu betonen. Das beste Beispiel dafür ist Horst Heinzl. Er spielt Volleyball im Verein und ist aktiver Teilnehmer an den von der Organisation TransDia organisierten Deutschen Meisterschaften der Transplantierten und Dialysepatienten im Mai und den European Transplant Games im niederländischen Arnheim, die im Juni stattfinden. „Bei diesen Events wollen wir als Teilnehmerinnen und Teilnehmer in erster Linie unser zweites Leben feiern und Transplantierte dazu animieren, Sport zu machen“, so Heinzl. Bei den europäischen Meisterschaften tritt er im 5000-Meter-Lauf, beim Bowling und im Beach-Volleyball an. „Ich hatte keine Vorstellung davon, wie gut ein Leben nach einer Lebertransplantation sein kann,“ freut er sich.