Düsseldorf: Toleranzwagen mit noch mehr Religionsgemeinschaften beim Rosenmontagszug

Nach dem Heine-Wagen der Jüdischen Gemeinde im Jahr 2018 gab es ein Jahr später die Premiere des ersten Toleranzwagens im Düsseldorfer Rosenmontagszug. Da war es noch ein Zusammenschluss der muslimischen, katholischen, evangelischen und jüdischen Religionsgemeinschaften. Der Kreis erweiterte sich und so kamen nach Corona für die Kanrevalssessione 2024 und 2025 noch die Kopten und die Orthodoxen hinzu. Die Gründung des Düsseldorfer Rats der Religionen im Herbst 2025 hatte auch Einfluss auf das Gemeinschaftsprojekt. Jacques Tilly gestaltete für diese Sesseion einen neuen Wagen, auf dem jetzt acht Religionsgemeinschaften vertreten sind. Die Aleviten und die Buddhisten sind jetzt ebenfalls bei dem jecken Projekt dabei. Sie alle eint die Botschaft „Toleranz ist das Fundament des Friedens“.

Die Botschaft “Toleranz ist das Fundament des Friedens” steht über den Figuren der Religionsgemeinschaften, die sich auf der Weltkugel die Hände reichen
26 Personen und ein Techniker werden an Rosenmontag den Jecken am Straßenrand zujubeln. Dabei präsentieren sie sich genauso bunt, wie die Religionsgemeinschaften es auch sind. Denn es gibt keine einheitliche Kostümierung, sondern jeder kommt wie er/sie möchte. Einzige Bedingung ist, es muss kostümiert sein. Die Antisemitismusbeauftrage des Landes NRW, Sylvia Löhrmann, hat von sich aus bei der Jüdische Gemeinde angefragt, ob sie mitfahren darf. Für sie ist ebenso ein Platz reserviert wie für Dr. Thorsten Latzel, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland. Die Kamelle an Bord werden gemischt sein. Nur die Bordverpflegung wird von der Jüdischen Gemeinde organisiert. Da die Regeln für koscheres Essen noch strenger sind als für halal Speisen der Muslime, können so alle alles essen. In diesem Jahr begint der Ramadan an Aschermittwoch, daher bedeutet dies auch keine Einschränkungen des jecken Treibens.
Mit dem Wagen wollen die Religionsgemeinschaften nicht nur über Toleranz reden, sondern konkret leben. Das betont auch Wagenbaukünstler Jacques Tilly: „Toleranz ist der Grundwert der Gesellschaft“. Mit der Kirche fremdelte Tilly eigentlich ein wenig, da er Agnostiker ist. Jetzt müssten sich aber alle verbünden und eine Brandmauer bilden, appellierte er.
Durch den Rat der Religionen ist es nicht ausgeschlossen, dass der Toleranzwagen in den nächsten Jahren von noch mehr Religionsgemeinschaften getragen wird. Dann wird sich Tilly etwas einfallen lassen, denn schon mit den acht abgebildeten Figuren sind alle näher zusammengerückt – weiterer Zuwachs wird aber gerne gesehen.