Rund 22.000 Anti-Mullah-Demonstranten ziehen durch Düsseldorf

„Die Mullahs müssen weg“ Unter anderem mit diesen Rufen zogen am Samstag (24.1.) rund 22.000 Menschen in einem großen Protestzug gegen das herrschende Regime im Iran durch Düsseldorf. Diese Zahl haben wir selber gezählt – auf der Graf-Adolf-Straße. Die Polizei Düsseldorf nennt knapp 18.000 Menschen als Teilnehmerzahl. Fahnen, Transparente, Menschen in blutigen Laken und das geistige Oberhaupt des Iran, Ali Chamenei, an einem tragbaren Holzgalgen waren Teil des Protests für Frieden und Demokratie im Iran. Der Verkehr in der Düsseldorf brach teilweise zusammen. Es gab lange Staus.

Die Demonstranten in Düsseldorf beklagten symbolisch den Tod der vielen tausend Opfer, die es bei der blutigen Niederschlagung der aktuellen Proteste im Iran gab.

Auch der alte, 1979 gestürzte Schah ist für viele Iraner immer noch eine Identifikationsfigur.
Eigentlich waren am Samstag vier Demonstrationen gegen die Mullahs in Düsseldorf angemeldet. Bei den Kooperationsgesprächen mit der Polizei ließen sich die Organisatoren überzeugen, dass sich alle dem größten Demonstrationszug anschlossen. Der ging vom DGB-Haus in der Friedrich-Ebert-Straße in einem langen Marsch über die Graf-Adolfs-Straße zur Abschlusskundgebung vor dem Landtag – wo am Abend kurz vor 19 Uhr nach Polizeiangaben immer noch rund 900 Menschen der Winterkälte trotzten und den Sturz der iranischen Regierung forderten.

Weil der Platz vor dem DGB-Haus nicht ausreichte, um den Demonstrationszug aufzustellen, ließen die Organisationen auf Bitte der Polizei die Menge vorziehen.
Auslöser der aktuellen Protestwelle war ein Aufstand der Basarhändler im Iran. Die waren im Dezember gegen die wirtschaftliche Not im Land auf die Straßen gegangen und hatte den Rücktritt der Regierung gefordert. Ausgehend von diesen Protesten entwickelten sich zahlreiche Demonstrationen . Das Mullah-Regime reagiert mit äußerster Brutalität. Sowohl das Telefonnetz als auch das Internet wurden abgeschaltet. Bei Demonstrationen schossen die Revolutionsgarden mit scharfer Munition auf die Teilnehmenden. Niemand weiß genau, wie viele Opfer es dabei gab. Die iranische Regierung nennt die Zahl von 3800 Getöteten. Regimegegner sprechen von bis zu 20.000 Opfern der Regierungsgewalt. Überprüfen lassen sich diese Angaben nicht.

Alte Loyalität soll helfen, die Gegenwart im Iran zu gestalten.
Weil die Opposition im Iran als zerstritten geschildert wird, setzten in Düsseldorf die meisten Teilnehmer auf eine Wende rückwärts. Ruge nach Demokratie verbanden sich mit Bildern des alten Schah Reza Pahlavi, der 1941 den Thron von Persien bestieg und 1979 blutig gestürzt wurde. Sein Sohn Reza Pahlavi absolvierte damals eine Ausbildung zum Kampfjetpilot in den USA und blieb in den Vereinigten Staaten, wo er Wirtschaftswissenschaften studierte und eine Rechtsanwältin heiratete. Die beiden haben eine Tochter und vermitteln seit vielen Jahren das Bild einer modernen, aufgeklärten Familie. Wohl auch deshalb waren in Düsseldorf die Rufe nach Reza Pahlavi II. So laut. Er selbst hat in einer Ansprache auf dem Kanal X seine Rückkehr in den Iran angekündigt – ohne ein Datum dafür zu nennen.

Rund um den Protest der 22.000 Menschen brach der Verkehr in der Düsseldorfer Innenstadt zusammen.