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Home›Wirtschaft›Gewerkschaften›Düsseldorf: Protest mit Hupkonzert gegen den LEG-Konzern

Düsseldorf: Protest mit Hupkonzert gegen den LEG-Konzern

Von Ute Neubauer
16. April 2021
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Streik im Autokino und anschließend gab es einen Protest-Autokorso

Eine Abordnung der Handwerker der TSP GmbH (TechnikServicePlus) im LEG Konzern traf sich am Freitagmorgen (16.4.) auf dem Messeparkplatz Düsseldorf, um von dort gemeinsam mit einem Autokorso zu starten. Ihr Protest richtet sich gegen die Verantwortlichen in der LEG-Zentrale, die den Beschäftigten und der Gewerkschaft ver.di seit Sommer 2020 die Verhandlungen über einen Tarifvertrag verweigern.

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Auf dem Messeparkplatz hatten sich rund 50 Streikende mit ihren Fahrzeugen versammelt

Es ist bereits der 58. Streiktag der TSP-Beschäftigten und der Ton seitens des LEG-Konzern wird zunehmend rauer. Am 30. November waren die Mitarbeiter*innen noch persönlich vor die LEG-Zentrale an der Hans-Böckler-Straße gezogen. Seitdem streiken sie digital, da Corona ein persönliches Treffen verbietet. Doch die Gewerkschaft ver.di hatte für Freitag eine auf Abstand bedachte Kundgebungsform auf dem Messeparkplatz P1 organisiert. In Autokinoatmosphäre mit Tonübertragung in die Fahrzeuge kamen zahlreiche Redner*innen zu Wort.

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“gewohnt gut“ ist das Motto der LEG, offenbar gilt dies nicht für alle Beschäftigten

Andrea Becker, ver.di Fachbereichsleiterin Besondere Dienste NRW, fasste für die Streikende zusammen, was sich seit Sommer 2020 getan hat. Trotz Rekordgewinnen des LEG Konzerns, die die Prognosen für das Jahr 2020 noch übertroffen haben, weigern sich die Verantwortlichen immer noch über einen Tarifvertrag für die handwerklich Beschäftigten zu verhandeln. „Konzerne, die seit Jahren Rekordgewinne erzielen und damit ihre Aktionäre bedienen, sind moralisch und gesellschaftlich in der Pflicht für ordentliche Arbeitsbedingungen ihrer Beschäftigten zu sorgen. Aus dieser Pflicht entlassen wir die LEG nicht!“, betonte Andrea Becker. „Das Handwerk ist gefragter denn je – einen Tarifvertrag als Wettbewerbsnachteil zu bezeichnen, ist für uns unverständlich und angesichts der Rekordgewinne auch unverschämt!“
Besonders im Fokus steht der LEG-Vorstandsvorsitzende, der sich durch die Aktionärsversammlung seine Vergütung um 52 Prozent auf 4,3 Millionen Euro im Jahr hat erhöhen lassen. Becker nennt dies gierig, unverschämt, maßlos und unakzeptabel und die Streikenden pflichten ihr mit lauten Hupkonzert bei.

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(v.l.) Frank Bethke, Thomas Kutschaty und Andrea Becker

Die Aufforderung Verhandlungen für einen Tarifvertrag aufzunehmen lehnte der LEG-Konzern mit der Begründung ab, „dies habe keinen Mehrwert für beide Seiten“. Stattdessen häufen sich nun die Maßnahmen gegen die Streikenden. Es werden Abmahnungen ausgesprochen, zugesagte Nutzungen von Dienstwagen zurückgenommen sowie Benachteiligungen bei der Ausführung von Notdiensten mit hohen Zuschlägen verwehrt. Gegen die Gewerkschaft ver.di wurde versucht eine einstweilige Verfügung zur Unterlassung des Streiks zu erreichen, was jedoch vom Arbeitsgericht in Berlin zurückgewiesen wurde. Der LEG-Konzern ging daraufhin in Berufung. „Der LEG Konzern zeigt im Tarifkonflikt ein neues Gesicht. Hier wird mit harten Bandagen und unter der Gürtellinie gegen ein Grundrecht agiert. Die Entwicklung der ehemals landeseigenen Gesellschaft LEG mag für Aktionärinnen und Aktionäre gut sein – für die Beschäftigten brechen harte Zeiten an. Auch die Mieterverbände wissen seit langem von Problemen zu berichten.,“ führte Becker aus.

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NRW-SPD-Chef Thomas Kutschaty versicherte den Streikenden Unterstützung

Unterstützung erfuhren die Streikenden durch Grußworte von Frank Bethke (stellvertretender Landesbezirksleiter ver.di NRW), Thomas Kutschaty (Vorsitzender der SPD-Fraktion und Vorsitzender der NRW SPD ), Christiane Fillers (BR-Vorsitzende DB Callcenter) und der Kabarettistin Esther Münch. Um 12 Uhr brachen die rund 50 Fahrzeuge mit lauten Hupen zur Hans-Böckler-Straße auf, wo die LEG ihre Zentrale hat.

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Die Streikenden freuten sich endlich wieder persönlich austauschen zu können, in den vergangenen Wochen waren nur digitale Treffen möglich

TSP

Rund 420 TSP-Mitarbeitende (inklusive Azubis) kümmern sich gemeinsam mit weiteren Unternehmen um Kleinreparaturen in den Wohnungen und Gebäuden der LEG. Die TSP ist ein Gemeinschaftsunternehmen der LEG Immobilien AG und der B&O Service und Messtechnik AG, wobei die LEG 51 Prozent hält. Die LEG Immobilien AG verfügt über rund 145.000 Wohnungen, in denen fast 400.000 Menschen leben. Damit ist die LEG der größte Vermieter in NRW und Deutschlands drittgrößtes privates Wohnungsunternehmen. Für die Mitarbeitenden der LEG gibt es einen Tarifvertrag, der aber nicht für die TSP-Beschäftigten gilt.

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