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Home›Düsseldorf›Aktuelles›Düsseldorf: Projekt „WegRäumende“ – Chance für Drogenabhängige

Düsseldorf: Projekt „WegRäumende“ – Chance für Drogenabhängige

Von Ute Neubauer
22. Februar 2021
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Das Team sorgt seit Januar für mehr Sauberkeit: die WegRäumenden

Zehn Menschen mit zwei Handwagen, Mülltüten und Greifzangen räumen am Worringer Platz in Düsseldorf auf. Auf ihren blauen Westen ist „Die WegRäumdende, wir packen’s an!“ gedruckt. Die Männer und Frauen sind montags bis freitags im Einsatz und gehören zu einem neuen Projekt, das seit Januar 2021 läuft. Ziel ist es Drogenabhängigen eine Chance zu geben. Die Drogenhilfe, das Gesundheitsamt und das Jobcenter arbeiten bei dem Beschäftigungsprojekt zusammen. Die Projektteilnehmer*innen profitieren davon, aber auch alle Düsseldorfer*innen, denn bei den Aufräumaktionen wir der Abfall entsorgt, den Drogensüchtige hinterlassen.

D_Wegräumende_Weste_21022021

Alle Teilnehmer*innen tragen die blauen Westen

Vielen Drogensüchtigen fehlen Antrieb und Gelegenheit von der Sucht loszukommen und wieder ein geregeltes Leben zu führen. Für eine Gruppe von zehn Personen, die alle an einem Substitutionsprogramm teilnehmen und Arbeitslosengeld II beziehen, gibt es in Düsseldorf ein neues Projekt: die „WegRäumenden“. Christian Wiglow vom Jobcenter Düsseldorf brauchte nicht lange zu warten, bis sich zehn Interessierte gefunden hatten. Jetzt gibt es sogar eine Warteliste. In Begleitung von Sozialarbeitern zieht die Gruppe mit Müllsäcken, Zangen und Handschuhen ausgestattet jeden Vormittag los und säubert die Gegend um den Haifa-Park und den Worringer Platz von dem, was Drogensüchtige an Abfall liegenlassen: Spritzen, Kanülen, Verpackungen und anderen Unrat. Dabei soll das Beschäftigungsprojekt keine Konkurrenz zur Awista sein, die „WegRäumenden“ sammeln beispielsweise auch in Hauseingängen.

D_Wegräumende_Hotel_21022021

Der Eingang eines geschlossenen Hotels hat sich zum neuen Treffpunkt entwickelt. Obwohl dort täglich gereinigt wird, sieht es ekelerregend aus: Müll, Exkremente, Spritzen und Kanülen liegen herum

Bis zu 160 Euro können die Teilnehmer*innen mit ihrer Arbeit dazu verdienen. Doch das ist nicht der Hauptanreiz für sie. Das Projekt gibt ihrem Tag eine Struktur und sie erleben Anerkennung für das was sie tun. Für viele eine ganz neue Erfahrung. Ein Teilnehmer berichtet, dass seine Mutter zum ersten Mal stolz sei auf das was er tue – und das stärkt auch sein Selbstbewusstsein. Selbst bei der kalte und Schnee in der vergangenen Woche waren sie unterwegs. Oft sind es die gleichen Stellen, an denen sie die Hinterlassenschaften der Drogensüchtigen vorfinden. Aber sie hoffen, durch ihren Einsatz auch bei diesen Menschen Denkanstöße zu hinterlassen, daran etwas zu ändern. Wenn sie ihre „WegRäumRunde“ beendet haben, gibt es für alle noch ein warmes Mittagessen in der Drogenhilfe.
Die Maßnahme ist auf zwei Jahre befristet, kann aber verlängert werden. So haben alle Teilnehmer*innen Zeit, in kleinen Schritten zu prüfen, ob sie ihren Lebensweg verändern können und wollen.

D_wegräumende_Bahn_21022021

Der Worringer Platz ist ein Einsatzgebiet, aber das Team räumt auch am Haifa-Park auf

Michael Harbaum, Leiter Düsseldorfer Drogenhilfe e.V., kennt die Problematik der Vermüllung an Treffpunkten für Drogensüchtige. Viele suchen sich öffentliche Plätze für ihren Konsum, auch weil der Drogenkonsumraum nicht immer zugänglich ist. Es gibt in Düsseldorf nur einen Raum an der Erkrather Straße 18, der montags bis freitags von 8:30 bis 20:30 Uhr und an Wochenende und Feiertagen von 10:30 bis 15:30 Uhr geöffnet ist. Ein zweiter Raum an anderer Stelle könnte für eine bessere Verteilung sorgen. In Frankfurt gibt es drei Konsumräume, die mit verteilten Zeiten 24 Stunden als Anlaufstelle dienen, berichtet Harbaum.

D_Wegräumende_Spritze_21022021

Spritzen werden in sicheren Behältern gesammelt

Das Projekt „WegRäumende“ wurde durch eine Kooperation zwischen dem Jobcenter Düsseldorf, dem Gesundheitsamt, der Drogenhilfe sowie einer zusätzlichen Finanzierung die Bezirksverwaltungsstelle 1 ermöglicht. Die tagesstrukturierenden Beschäftigungsangebote sind Teil der kommunalen Suchthilfeplanung.

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