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Home›Düsseldorf›Düsseldorf Rheinbahn: Risse in 49 rot-weißen Straßenbahnen | Kommentar: Fragwürdiges Getöse

Düsseldorf Rheinbahn: Risse in 49 rot-weißen Straßenbahnen | Kommentar: Fragwürdiges Getöse

Von Dirk Neubauer
11. Oktober 2018
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Rheinbahnchef Michael Clausecker und der Riss im Rheinbahn-Kontinuum.

Dass Nummer 4271 lebt, ist ein kleines Wunder. 2,1 Millionen Düsseldorfer Schienenkilometer hat der mehr als 30 Jahre alte Straßenbahnzug bereits auf seinen Aluschultern. Und nun das: Rheinbahnchef Michael Clausecker kniet persönlich neben dem Tram-Oldie und deutet auf einen elf Zentimeter langen Riss. 49 von 91 rot-weißen Straßenbahnen vom Typ B80 aus den 1980er Jahren zeigen Materialermüdungen im Rahmen – unmittelbar neben den Türen. Eine Straßenbahn, Nummer 4271, hat die Rheinbahn deshalb stillgelegt.

Alle anderen mit deutlich kleineren Rissen werden überwacht, versichert die Rheinbahn. Spätestens jede zweite Nacht kommen die Züge zurück ins Depot und werden gescheckt. Das macht das Team von Dirk Rohde, dem Abteilungsleiter für die Instandsetzung. Der erste Riss wurde bei einer der vier jährlichen großen Wartungstermine entdeckt. Alle 20.000 Kilometer muss so eine Bahn zur Inspektion. Alle acht Jahre ist eine Hauptuntersuchung Pflicht. Nach 25 Jahren sind die Bahnen eigentlich abgeschrieben und müssten erneuert werden. Der Rheinbahn-Fuhrpark ist überaltert – das war schon im vergangenen Thema im Aufsichtsrat. Im Prinzip sind die Beschlüsse zur Erneuerung der Flotte gefasst.

D_Riss4271_20181011

Riss im Rahmen: So sieht es an der stillgelegten Straßenbahn 4271 aus.

Die Viertelmillion hierfür hat die Rheinbahn nach Angaben ihres Sprechers in der mittelfristigen Finanzplanung stehen, für die Jahre 2020 bis 2023. Also müssen die Rot-Weißen noch einige Jahre durchhalten. Deshalb untersucht nun ein Ingenieurbüro, wie es zu den Rissen kommen konnte – und wie sie zu reparieren sind. „Entweder können wir das schweißen – oder wir müssen Rahmenteile austauschen“, sagt Dirk Rohde. Eine Gefahr für die Fahrgäste bestehe nicht, versichern er und sein Chef Michael Clausecker.

Kommentar: Fragwürdiges Getöse

Wenn was schief läuft, dann aber richtig. Nach Dieselbus-Diskussionen, bröckelnden Fahrgastzahlen, einer deutschlandweiten Lachnummer mit einem zu breiten Bahnprototyp nun also: Risse im Aluchassis der rot-weißen Straßenbahnbaureihe B80. Das sind die mit den haxenbrecherisch hohen Treppenstufen. Da lacht sich die CDU ins Fäustchen und Ratsherr Andreas Hartnigk, der Verkehrsexperte seiner Fraktion, ruft nach dem Präsidialausschuss im Aufsichtsrat. Hartnigk will den Rheinbahnchef in die Wüste schicken.

Dieser vorlaute Ruf müsste dem quicken Herrn Rechtsanwalt Hartnigk eigentlich im Halse stecken bleiben. Denn unter den CDU-Oberbürgermeistern Joachim Erwin und Dirk Elbers wurden die Weichen in Düsseldorf falsch gestellt. Da sollte die Rheinbahn sparen, sparen, sparen. Und gurkt deshalb jetzt auf alten Zügen durch die Stadt, die schon vor vielen Jahren abgeschrieben waren. Wie bei Schulbauten, wie im Wohnungsbau, wie bei Schauspielhaus und Oper muss OB Thomas Geisel als Aufsichtsratsvorsitzender der Rheinbahn auch hier erst einmal den Investitionsstau auflösen, den die Konservativen hinterlassen haben, als die CDU zurecht abgewählt wurde.

Rheinbahnchef Michael Clausecker hat vieles falsch gemacht. Keine Frage. Die Schäden an derzeit 49 von 91 rot-weißen Straßenbahnen gehen nicht auf sein Konto. Statt ein fragwürdiges Getöse anzustimmen, sollte man lieber die Risse sorgfältig reparieren.

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