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Home›Düsseldorf›Aktuelles›Düsseldorf gegen die Rolle rückwärts: Sport-Übungsleiter*innen gegen Homophobie

Düsseldorf gegen die Rolle rückwärts: Sport-Übungsleiter*innen gegen Homophobie

Von Ute Neubauer
19. April 2017
Teilen:
(v.l.) Melanie, Niklas und Kjell von SCHLAU leiteten den ersten Workshop „Gegen Homophobie im Sport“

Die Rolle rückwärts war bei der Ausbildung für die angehenden Sport-Übungsleiter*innen in Düsseldorf keine sportliche Einlage. Sie war Thema beim Workshop „Gegen Homophobie im Sport“. Traurig aber wahr: Die Diskriminierung von Minderheiten in der Gesellschaft nimmt wieder zu – eine Rolle rückwärts im Verhalten. Um Übungsleiter*innen in den Sportvereinen Rüstzeug gegen Homophobie mit auf den Weg zu geben, integrierte die Stadt Düsseldorf jetzt erstmalig diese Einheit in die Qualifikation der Teilnehmer.

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In verschiedenen Materialien gab es weitere Informationen

SCHLAU gegen Homophobie

Melanie, Kjell und Niklas sind von SCHLAU, der Schwul Lesbisch Bi Trans* Inter* Aufklärung. Sie gehen mit Workshops an Schulen und arbeiten damit gegen Homo- und Transphobie unter Jugendlichen. Am Mittwoch (19.4.) haben die ein deutlich älteres Teilnehmerfeld vor sich. In der Sporthalle der Hulda-Pankok-Gesamtschule arbeiten über zwanzig Männer und Frauen an ihrem Übungsleiterschein, der sie qualifiziert, in Schulen, Sportvereinen und bei Organisationen Kurse abzuhalten.

Bestandteil der Übungsleiter*innen-Ausbildung

Der Workshop „Gegen Homophobie im Sport“ resultiert aus der Kampagne "Just Sports – Für Vielfalt – Gegen Homophobie" aus 2016 und ist Teil des Aktionsplans zum Thema Sport im Rahmen der Europäischen Charta der Gleichstellung von Frauen und Männern. Das Büro für die Gleichstellung von Frauen und Männern, das Sportamt der Landeshauptstadt Düsseldorf und Stadtsportbund Düsseldorf haben den Workshop nun zum ersten Mal für die Ausbildung der Übungsleiter*innen initiiert.

Tabu-Thema?

Im Brainstorming kommen beim Workshop schnell Fragen hoch, die oft tabuisiert werden. „Wie geht das mit dem Duschen nach dem Sport für Homosexuelle?“, „Der Fußballer Thomas Hitzlsperger hat sich nach seiner Karriere geoutet, wie viele homosexuelle Kicker gibt es noch?“, „Warum müssen sich Homosexuelle immer erklären?“. Vielfach stellen die Teilnehmer fest, dass die Angriffe gegen Minderheiten zunehmen. Melanie Wohlgemuth von SCHLAU kann diese Erfahrung bestätigen. Die Lebenseinstellung vieler Menschen werde wieder konservativer und leider würden sprachliche Hürden immer mehr fallen, da die sozialen Medien Hemmungen nähmen, sich in unsäglicher Art und Weise zu äußern, erklärte sie.

Im Sport werden bereits früh Strukturen vermittelt, die die Persönlichkeitsentwicklung von jungen Menschen unterstützen. Erfahrung die dort gemacht werden sind oft prägend und daher umso wichtiger, das Bewusstsein für sexuelle und geschlechtliche Vielfalt zu schärfen und einen offenen Umgang mit Homosexualität zu vermitteln.

Fazit

Das Workshop-Fazit der Kursteilnehmer: Ansprechbarkeit signalisieren, aber nichts forcieren. Sich gegen die Rückwärtsrolle wenden und Zivilcourage und Toleranz leben und vermitteln.

Informationen zur Übungsleiterinnen- und Übungsleiter-C Ausbildung sportübergreifend

Die Ausbildung umfasst sowohl die Planung von Stundeneinheiten und Veranstaltungen als auch die Auseinandersetzung mit der Vielfalt der verschiedenen Gruppen in Bezug auf Alter, Geschlecht, sozialen Hintergrund und Herkunft. Übungsleiterinnen und Übungsleiter nehmen gerade im Kinder- und Jugendbereich eine Vorbild- und Vertrauensposition ein, mit der sie verantwortungsvoll umgehen müssen.

Information zu SCHLAU finden sie hier http://duesseldorf.schlau.nrw/

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