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Home›Düsseldorf›Aktuelles›Düsseldorf – Wehrhahn-Anschlag: NRW-Verfassungsschutz hatte einen V-Mann beim mutmaßlichen Attentäter

Düsseldorf – Wehrhahn-Anschlag: NRW-Verfassungsschutz hatte einen V-Mann beim mutmaßlichen Attentäter

Von pbd
11. Februar 2017
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Oberstaatsanwalt Ralf Herrenbrück: "Erst viele Jahre später hat man uns offen gelegt, dass der V-Mann beim Verfassungsschutz war".

André M, ein V-Mann des nordrhein-westfälischen Verfassungsschutzes mit dem Decknamen „Apollo“ hatte schon früh Ralf S., den mutmaßlichen und (wie berichtet) in Untersuchungshaft sitzenden Bombenleger des Wehrhahn-Attentats, in einer kriminalpolizeilichen Vernehmung als rechtsextrem bezeichnet. Das bestätigte uns heute (Samstag) Oberstaatsanwalt Ralf Herrenbrück.

Vor rund 17 Jahren habe aber kein strafrechtlicher Ermittler von der geheimen Tätigkeit des André M. gewusst: „Erst viele Jahre später hat man uns offen gelegt, dass der V-Mann beim Verfassungsschutz war“, so sagte Herrenbrück. André M war seinerzeit von Kriminalbeamten vernommen worden, weil sein Name auf einer Liste von Ralf S. Stand.

Deckname "Apollo"

Dem Vernehmen nach war M. gelegentlich als „Wachmann“ für den Sicherheitsdienst tätig, den Ralf S. aus seinem Militaria Laden heraus betrieb. Diese neue Erkenntnis, ausgelöst durch einen Bericht des aktuellen Spiegel – Klick hier -, lässt Jasper Prigge zürnen, den innenpolitischen Sprecher der NRW-Linken: „Es steht der sehr begründete Verdacht im Raum, dass der NRW-Verfassungsschutz über Jahre hinweg Erkenntnisse zum Wehrhahn-Anschlag verschwiegen und eine Aufklärung des Anschlags behindert hat. Offen ist, ob der Verfassungsschutz die Anschlagspläne nicht sogar im Vorfeld kannte oder hätte kennen können“.

"Nicht besonders verpflichteter Gewährsmann"

Das Innenministerium, bei dem André M. lediglich als nicht besonders verpflichteter „Gewährsmann“ geführt worden sein soll, es schweigt zu alledem. Behördensprecher Ludger Harmeier sagte uns lediglich: „Es handelt sich um ein laufendes Ermittlungsverfahren“.
Dabei geht es um den Sprengstoffanschlag auf den S-Bahnhof Wehrhahn am 27. Juli 2000. Damals wurden zehn Menschen, zum Teil schwer, verletzt. Ein Frau verlor ihr ungeborenes Kind. Bei den Opfern des Anschlag handelte es sich überwiegend um Menschen jüdischen Glaubens, die aus den GUS nach Deutschland gekommen waren.  

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